Kristina Nagel, Fotografin & Kuratorin

Einblick (732)

taz: Welche Ausstellung in Berlin hat dich zuletzt an- oder aufgeregt? Und warum?

Kristina Nagel: Ich amüsiere mich sehr über die künstlichen Hypes um gewisse Galerien, die im Low-Key-Modus nun auch im Modebusiness mitmischen wollen, dabei nicht nachhaltig sind und den Hals nicht voll kriegen. Hier geht es nur noch um Quantität, statt um Qualität. Die Kunst rückt in die zweite Reihe. Sell Out war für mich immer suboptimal, wenn man auf hohem Niveau arbeiten und für etwas stehen möchte. „If it’s for the money, you’re not doing art. You’re doing commerce.“ Lydia Lunchs Einstellung korrespondiert gut mit meiner.

Welches Konzert oder welchen Klub in Berlin kannst du empfehlen?

Ich gehe kaum in Clubs – dafür oft auf Konzerte. Empfehlen ist relativ; ich kaufe mir oft Tickets von Bands, die ich nicht kenne und lasse mich überraschen. Worauf ich mich freue, ist der Fehlfarben-Gig, Psychic TV und Huun-Huur-Tu, eine Gruppe aus der russisch autonomen Republik Tuwa mit meditativem Kehlkopfgesang. Die Black Metal Band Occulta aus Berlin spielt am 19. Juli auf dem Chaos Descends Festival und das Programm im Konzertsaal der UdK finde ich sehr spannend.

Welche Zeitschrift/welches Magazin und welches Buch begleitet dich zurzeit durch den Alltag?

„Photoshop Bibel 2018“, „Lapham’s Quarterly“, „Ten Fundamental Questions of Curating“, „Die Geschichte des neueren Okkultismus“, „Manifeste des Surrealismus“.

Was ist dein nächstes Projekt?

Ich arbeite an meiner eigenen Soloausstellung und an einem Projekt mit der Fotografin Heji Shin, das für Ende des Jahres in New York angedacht ist. Außerdem würde ich gerne die zweite Ausgabe meines Zines AXISfertigstellen, eine ausschließlich ­visuelle Publikation, bei der ich mich ­alter Optiken bediene, die ich mono­thematisch aufarbeite. Zudem plane ich die nächsten Ausstellungen bei Aesthetik 01.

Welcher Gegenstand des Alltags macht dir am meisten Freude?

Kaugummis und Handdesinkfektionsmittel.