Justin Polera und Christina Gigliotti von PS120

Einblick (728)

taz: Welche Ausstellung in Berlin hat euch zuletzt an- oder auch aufgeregt? Und warum?

CG: Eine der besten Ausstellungen, die ich seit meinem Umzug nach Berlin gesehen habe, war „Hotel Jacent“ von Jade Fourès-Varnier und Vincent de Höym bei PSM. Ich erinnere mich, wie ich mich beim Betreten völlig in die Realität transportiert gefühlt habe, die die beiden kreiert haben, in dieses exzentrische, skurrile Hotelapartment.

JP: Philippe Parrenos komplexes, unbetiteltes Solo im MGB zeigt ihn als einen großen Meister der Relation. Er gehört zu meinen absoluten Lieblingskünstler*innen. Die Retrospektive von Ana Mendieta hat mich hingegen deprimiert – sie gleicht einer Trauerfeier. Bei PS120 wollen wir Mendieta im Dialog mit jungen Künstler*innen zeigen – ihre Arbeit ist relevanter denn je. Gabis Team hat das in der BB10 gemacht. Bravo!

Welches Konzert oder welchen Klub in Berlin könnt ihr empfehlen?

CG: Zuletzt meine Eckkneipen im Wedding. Außerdem das ACUD MACHT NEU – die Leute sind süß und die Atmosphäre strahlt eine gewisse Teenage-Melancholie aus.

JP: Die Victoriabar.

Welche Zeitschrift/welches Magazin und welches Buch begleitet euch zurzeit durch den Alltag?

CG: Ich habe angefangen, „We Have Never Been Modern“ von Bruno Latour zu lesen, habe meine Lektüre aber für „The Air-Conditioned Nightmare“ von Henry Miller unterbrochen.

JP: „Poetics of Relation“ von Édouard Glissant. Was ist euer nächstes Projekt?

Wir werden gemeinsam den dritten Teil von „The Way Things Go“ kuratieren, der im September eröffnet. Der Fokus wird auf Bewegung, Migration und Vertreibung im Zusammenhang mit Arbeit liegen.

Welcher Gegenstand/welches Ereignis des Alltags macht euch am meisten Freude?

CG: Meine French Press und meine Kopfhörer.

JP: Mein iPhone.