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Die 511 Seiten des Deniz Y√ľcel

Deniz ist wieder da. Jetzt auch als √∂ffentliche Person. Am Samstagabend zeigte sich Deniz Y√ľcel im rappelvollen Festsaal Kreuzberg erstmals seinen Freunden, Unterst√ľtzern, Fans, die in dem Jahr, das er im t√ľrkischen Knast verbracht hatte, f√ľr ihn gehupt, geschrieben, ‚Äěgewaswei√üichnochalles‚Äú hatten.

Die Frage des Abends war: Hebt der Kerl jetzt ab? Die Antwort lautet: Ach, was, der Deniz doch nicht. Er genoss ¬≠allerdings sichtbar den lauten Applaus zu seiner Begr√ľ√üung. Das anschlie√üende, √§u√üerst unterhaltsame Gespr√§ch mit taz-Redakteurin Doris Akrap, das man als Video beim Radiosender Cosmo noch komplett sehen kann, zeigte vor ¬≠allem, dass Deniz Y√ľcel ganz der Alte geblieben ist: hu¬≠morvoll und respektlos ‚Äď auch gegen sich selbst.

So durfte Doris Akrap, die auch Deniz‚Äô Buch ‚ÄěWir sind ja nicht zum Spa√ü hier‚Äú herausgegeben hatte, aus seinen Anweisungen zitieren, die er ihr auf 511 handgeschriebenen Seiten aus dem Knast mit der Anweisung ‚ÄěBitte alle alles lesen!‚Äú zukommen lie√ü. Darin hie√ü es etwa: ‚ÄěBei den Texten wird es sich vermutlich nicht vermeiden lassen, dass Trennstriche als Bindestriche im Text herumschwirren. Diese falschen Bindestriche bitte alle l√∂schen. Da¬≠rauf achten, dass es nicht auch die richtigen Bindestriche erwischt!‚Äú Da musste nicht nur Deniz Tr√§nen lachen. Akrap fasst sich beim Vorlesen an den Kopf: ‚ÄěUnd das f√ľnfhundert-fucking-elf Seiten lang!‚Äú

Noch viel l√§nger muss anschlie√üend die rauschende Party gewesen sein. Wie lang genau, muss noch recherchiert werden. Diejenigen, die es wissen m√ľssten, waren bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Gereon Asmuth