Wer Schule zu Kraftorten machen will, der soll Konjunkturmilliarden nicht verkleckern, findet Architekt Peter Hübner: Das Klassenzimmer von gestern darf nicht Maßstab für das Lernen von morgen sein!von Christian Füller
So weit wir in einer Gesellschaft leben, die den Konkurrenz k a m p f preist, und fordert, dass Kinder möglichst gut auf diesen vorbereitet werden, ist Schule als Kaserne doch gar nicht unpassend. Darüber hinaus steht ja vielleicht in einigen Jahrzehnten der nächste Krieg wegen wirtschaftlicher Ressourcenkämpfe an (wie immer gemixt mit Nationalismus oder Rassismus), nur diesmal nicht Deutschland Frankreich um Kohle- und Eisenerzgebiete, sondern Europa gegen China oder so ähnlich. Auch darauf bereiten Kasernen unsere Kids doch (ver)blendend vor, oder? [vorsicht, ein bisschen ironisch].
16.02.2009 16:38 Uhr
von Matthias Rohs:
Ohne Frage ein in allen Punkten zu unterstützender Ansatz der in dieser Form auch auf viele Hochschulen und wahrscheinlich auch Einrichtungen der Dualen Berufsausbildung zu übertragen ist. Die Ansätze zu einer lernförderlichen Gestaltung von Bildungseinrichtungen sind dabei nicht nur ein deutsches "Problem". Auch die American Architectural Foundation engagiert sich in gleicher Richtung. Dies ist richtig und wichtig, aber sicherlich eine eher ein mittel- bis langfristig wirkende Massnahme. Im ersten Schritt müsste es doch darum gehen aus den vergilbten Klassenzimmern mit abgerissenen Vorhängen und den Toiletten ohne Handtücher und Seife (!) Räume zu machen, in denen man sich wohlfühlt. Nicht selten sind es ja die Eltern, die in Kooperation mit den KlassenlehrerInnen Hand anlegen. Solche Initiativen finanziell zu unterstützen wäre doch schon mal ein Anfang, der sicherlich viele motivieren würde. Denn der Frust ist nicht nur bei den Eltern.
14.02.2009 10:36 Uhr
von ARE:
Genialer Ansatz!!!!
12.02.2009 12:06 Uhr
von Anna Coels:
Ich finde es wunderbar, was Herr Hübner schreibt. Und verstehe nicht, warum es so ewig dauert, bis sich in Deutschland etwas entsprechend entwickelt.
Ich denke auch, dass kleine Menschenkinder so wunderbar lernfreudig geboren werden und es klar ist, dass sie eine vielfältige, lebendige, anregende, die Neugier erhaltende Umgebung brauchen, um zu gedeihen und diese Lernfreudigkeit lebendig zu halten.
Eine Grundschullehrerin in Frankfurt erzählte mir, dass sie noch nicht einmal die Bilder der Kinder ihrer Klasse im Flur aufhängen darf. Es sei feuerpolizeilich verboten.
Es gibt unendlich viel zu tun und ich HOFFE, es gibt mehr Erwachsene wie Herrn Hübner, die Kinder mögen und respektieren, selbst neugierig und lernfreudig sind, damit sich etwas zum Guten verändert.
12.02.2009 11:44 Uhr
von peter:
Ein Artikel, der mir aus der Seele spricht!!! Nach der Renovierung war unsere Schule hässlicher als vorher, zwar war sie nie schön, aber man hätte es besser machen können. Hinzu kamen planerische Fehler, die einem 10-jährigem Schüler nie passiert wären.(Wasser fließt nunmal nicht bergauf, also muss der Regenwasserablauf auf dem Dach an der niedrigsten Stelle sein, aber erzähl das mal dem Architekten). Wieso gibt es keine überregionalen Architekturwettbewerbe für Schulen? Für andere repräsentative Gebäude ist mehr Geld da, wieso kann man die 100 Mrd. für die Banken nicht komplett in die Bildung investieren? Dann hätten wir vorgesorgt. Peter Hübner hat es erkannt, in anderen Ländern wurde dies in den 70ern umgesetzt.
11.02.2009 17:51 Uhr
von Lduwig Paul Häußner:
Welche Wunder, wenn wann die Schulen als die Lernfabriken der längst vergangenen Industriegesellschaft auffasst.
Tätsächlich herrscht in Militäranstalten, Vollzugsanstalten und Erziehungsanstalten ein besonderes Gewaltverhältnis.
Deshalb gilt weiterhin Humbodlts Ausspruch:
"Öffentliche Erziehung scheint mir daher
ganz außerhalb der Schranken zu liegen,
in welchen der Staat seine Wirksamkeit halten muss."
Hätten wir frei-öffentliche Schulen in Selbstverwaltung würden auch die Chancen für kindergerechte Schulbauten steigen.
Leserkommentare
19.02.2009 17:35 Uhr
von wanja:
So weit wir in einer Gesellschaft leben, die den
Konkurrenz k a m p f preist, und fordert, dass Kinder möglichst gut auf diesen vorbereitet werden, ist Schule als Kaserne doch gar nicht unpassend. Darüber hinaus steht ja vielleicht in einigen Jahrzehnten der nächste Krieg wegen wirtschaftlicher Ressourcenkämpfe an (wie immer gemixt mit Nationalismus oder Rassismus), nur diesmal nicht Deutschland Frankreich um Kohle- und Eisenerzgebiete, sondern Europa gegen China oder so ähnlich. Auch darauf bereiten Kasernen unsere Kids doch (ver)blendend vor, oder? [vorsicht, ein bisschen ironisch].
16.02.2009 16:38 Uhr
von Matthias Rohs:
Ohne Frage ein in allen Punkten zu unterstützender Ansatz der in dieser Form auch auf viele Hochschulen und wahrscheinlich auch Einrichtungen der Dualen Berufsausbildung zu übertragen ist. Die Ansätze zu einer lernförderlichen Gestaltung von Bildungseinrichtungen sind dabei nicht nur ein deutsches "Problem". Auch die American Architectural Foundation engagiert sich in gleicher Richtung.
Dies ist richtig und wichtig, aber sicherlich eine eher ein mittel- bis langfristig wirkende Massnahme. Im ersten Schritt müsste es doch darum gehen aus den vergilbten Klassenzimmern mit abgerissenen Vorhängen und den Toiletten ohne Handtücher und Seife (!) Räume zu machen, in denen man sich wohlfühlt. Nicht selten sind es ja die Eltern, die in Kooperation mit den KlassenlehrerInnen Hand anlegen. Solche Initiativen finanziell zu unterstützen wäre doch schon mal ein Anfang, der sicherlich viele motivieren würde. Denn der Frust ist nicht nur bei den Eltern.
14.02.2009 10:36 Uhr
von ARE:
Genialer Ansatz!!!!
12.02.2009 12:06 Uhr
von Anna Coels:
Ich finde es wunderbar, was Herr Hübner schreibt. Und verstehe nicht, warum es so ewig dauert, bis sich in Deutschland etwas entsprechend entwickelt.
Ich denke auch, dass kleine Menschenkinder so wunderbar lernfreudig geboren werden und es klar ist, dass sie eine vielfältige, lebendige, anregende, die Neugier erhaltende Umgebung brauchen, um zu gedeihen und diese Lernfreudigkeit lebendig zu halten.
Eine Grundschullehrerin in Frankfurt erzählte mir, dass sie noch nicht einmal die Bilder der Kinder ihrer Klasse im Flur aufhängen darf. Es sei feuerpolizeilich verboten.
Es gibt unendlich viel zu tun und ich HOFFE, es gibt mehr Erwachsene wie Herrn Hübner, die Kinder mögen und respektieren, selbst neugierig und lernfreudig sind, damit sich etwas zum Guten verändert.
12.02.2009 11:44 Uhr
von peter:
Ein Artikel, der mir aus der Seele spricht!!!
Nach der Renovierung war unsere Schule hässlicher als vorher, zwar war sie nie schön, aber man hätte es besser machen können. Hinzu kamen planerische Fehler, die einem 10-jährigem Schüler nie passiert wären.(Wasser fließt nunmal nicht bergauf, also muss der Regenwasserablauf auf dem Dach an der niedrigsten Stelle sein, aber erzähl das mal dem Architekten). Wieso gibt es keine überregionalen Architekturwettbewerbe für Schulen?
Für andere repräsentative Gebäude ist mehr Geld da, wieso kann man die 100 Mrd. für die Banken nicht komplett in die Bildung investieren? Dann hätten wir vorgesorgt. Peter Hübner hat es erkannt, in anderen Ländern wurde dies in den 70ern umgesetzt.
11.02.2009 17:51 Uhr
von Lduwig Paul Häußner:
Welche Wunder, wenn wann die Schulen als die Lernfabriken der längst vergangenen Industriegesellschaft auffasst.
Tätsächlich herrscht in Militäranstalten, Vollzugsanstalten und Erziehungsanstalten ein besonderes Gewaltverhältnis.
Deshalb gilt weiterhin Humbodlts Ausspruch:
"Öffentliche Erziehung scheint mir daher
ganz außerhalb der Schranken zu liegen,
in welchen der Staat seine Wirksamkeit halten muss."
Hätten wir frei-öffentliche Schulen in Selbstverwaltung würden auch die Chancen für kindergerechte Schulbauten steigen.
Ludwig Paul Häußner, Karlsruhe