Arbeitsbedingungen in der Biobranche
Ein Ökokapitalist sahnt ab
Alnatura hat seinen Umsatz um 18 Prozent gesteigert. Statt Tariflöhne bekommen die Mitarbeiter Yoga-Kurse. Der Chef meint, das genüge. Ver.di meint: "Fair" sieht anders aus.von Jost Maurin
Leserkommentare
02.05.2011 13:00 Uhr
von öki:
gerade höhre ich im lokalen alnatura markt. eine mitarbeiterin ist empoert das sie dauern ueberstunden macht. Anscheinend mit ihrer cheffin. traurig. das sollte irgendwie alles besser besprochen werden. Und irgendwie. Die produkte bei alnatura sind leider manchmal billig bio. Da wird besseres verkauft als es scheint. Vieleicht ist es auch gut. Trotzdem. Sie koennten bestimmt ein besseres konzept vorlegen. wenn sie es wollen. Es gibt so eine sektentendenz in der deutschen biowirtschaft. Das scheint auch fuer alnatura zu zutreffen. wobei sektentendenz. So eine verkapselung meint. Alnatura ist keine sekte.
01.04.2010 16:03 Uhr
von bene:
Ich finde es schon lange an der Zeit, dass wir einen neue COOP (BIOOP?) gründen!
Oder eine KONSUMGENOSSENSCHAFT neuer Art!
Vielleicht beteiligt die sich auch nur an alnatura, basic, biocompany, superbiomarkt, vierlinden und genossInnen?
Mit genossenschaftlichem Gruß
Bene
01.04.2010 12:53 Uhr
von claudia:
@Frank:
Sie möchten also suggeríeren, wer die reale Arbeitswelt hinter den Fassaden der "Firmenphilosphien" durchleuchtet müsse gleichzeitig die DGB-Gewerkschaften über den grünen Klee loben?
Oder wer doch mal Kritik am DGB wagt, solle dann aber permamente Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für richtig halten?
Ein billiger Trick.
Und uralt dazu.
01.04.2010 10:45 Uhr
von Mathilde:
Interessant, anscheindend werden Leserbriefe hier zensiert, oder warum erscheint meiner zum wiederholten Mal nicht.... wohl zu kritisch.
Gerne stelle ich den Wortlaut nochmal zur Verfügung:
Der Lohn ist das eine, die dauernde Arbeitsüberlastung durch zu wenig Personal das andere. Zudem keine Arbeitszeitmodelle. Entweder man beugt sich oder kann zusehen, wie man Job und Familie unter einen Hut kriegt.
Willkürliche Urlaubsgenehmigungen bzw. Ablehnungen, Nichteinhaltung von gesetzliche vorgeschriebenen Ruhezeiten gehören leider auch zur Tagesordnung.
Und Yoga Kurse finden in der Zentrale in Bickenbach statt, also für die meisten Mitarbeiter unerreichbar bzw. zum Selbstkostenpreis für die Bahnfahrt. Von z.B. Berlin aus dann ein verdammt teurer Yogakurs.
Der Vergleich mit Lidl und Co. hinkt doch. Alnatura selber hat sich auf Fahnen geschrieben: Sinnvoll für Mensch und Natur. Das gilt nur leider nicht für die eigenen Mitarbeiter.
Traurig genug, wenn die Arbeitsbedinungen schon als gut gelten, weil sie besser als bei Schlecker sind.
Der Widerspruch zwischen Außenbild und dem, wie es tatsächlich aussieht, ist leider unerträglich.
01.04.2010 09:07 Uhr
von claudia:
"BIO COMPANY - Ihr Biosupermarkt mit günstigen Preisen ..."
@Florian:
>>Der Biomarkt in Deutschland ist knallhart umkämpft. Jeder Kunde sollte sich fragen, warum manche Biolebensmittel günstiger sind als andere.<<
Knallharter ruinöser Konkurrenzkampf, das passiert immer, wenn Kapitalisten einen Markt für sich entdecken und dort ihre Kohle investieren. Denn das Geld muß Geld bringen, egal, wohin man investiert hat. Und man will Konkurrenten vom Markt boxen, um Alleinherrscher zu werden.
Den Preis für die Bereicherung muß immer irgend jemand bezahlen: Meistens diejenigen, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen. Im Falle Reichtum durch Nahrungmittelhandel entweder Bauern oder Arbeiter oder beide.
Der Preis ist nicht nur der ohnehin niedrige Lohn, sondern auch:
>>...wie oft man die halbe Stunde nach Geschäftsschluss und Dienstende die man/frau länger bleiben muss weil die Kasse gestreikt hat/ noch Kunden im Laden waren/ noch Dinge zu erledigen sind zu denen die anderen Schichten nicht kamen.<<
Die unbezahlte Mehrarbeit.
Das sind die Waffen im knallharten Preiskampf. Die Folgen der Preiskämpfe trägt nicht Kapitalist, sondern die Preiskonkurrenz wird auf die Arbeiter übertragen. Sie sind das letzte Glied der Kette und können den Druck, sich unter Wert zu verkaufen, an niemand weiter geben. Das ist nicht nur im Nahrungsmittelhandel so, aber dort eben auch.
Am Ende wird wohl ein Biodiscounter übrig bleiben, der die Konkurrenten geschluckt hat wie das schwarze Loch. Oder zwei gleich starke Kriegsheere, wie Aldi und Lidl.
Der Sieger wird den Bauern seine Preise aufs Auge drücken. Und er wird dann möglicherweise trarifliche Zugeständnisse an eine „Stammbelegschaft” machen. Wenn der Krieg aus ist.
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Daß in einem Markt ruinöse Preiskonkurrenz stattfindet, ist kein Naturgesetz.
Ein rund und kontinuerlich laufender Markt ist möglich, wenn alle Bürger das Recht auf Teilhabe am Produzieren und Konsumieren der Produkte haben.
Das ist zur Zeit nicht der Fall, und deswegen läuft der Apell, über das eigene Konsumverhalten nachzudenken, ins Leere. Immer mehr Leute denken über ihr schwindendes Einkommen nach.
Wer mit einem Armutslohn herumknapst kann nicht über die Bereitschaft nachdenken, durch Bezahlen höherer Preise den Wettlauf in die Armut zu beenden.
Deswegen brauchen wir Strategien, mit denen sich die freie Bereicherung der Wenigen auf Kosten der Vielen beenden läßt. Das betrifft nicht nur einzelne Branchen, sondern die gesamte Volkswirtschaft.
31.03.2010 22:10 Uhr
von ULF:
Die Biocompany zahlt für Fachverkäufer nur 8,70€ Stundenlohn ( ich bin betroffen )
31.03.2010 18:04 Uhr
von Frank:
Soso der Betriebsrat von Basic meldet sich also zu Wort.
Schön, daß das Unternehmen Tariflöhne zahlt bei den ca. 20 Mio.€ Verlust, die in den Jahren 2007 bis 2009 "erwirtschaftet" wurden.Bei einer Eigentümerstruktur von Saudi-Arabischem Geld mit einem italienischen Aufsichtsratsvorsitzenden würde ich auch einen Betriebsrat wählen, um den Sozialplan voranzubringen.
Da lobe ich mir doch lieber ein Unternehmen mit gesundem Wachstum und einem fairen Umgang zu den Mitarbeitern und wenn eine Arbeit bei höherem Lohn von einer Maschine gemacht werden würde, dann sollte sich der Karrierist Herr Briske ruhig mal fragen lassen, ob sein Wunschdenken überhaupt Sinn macht.
Ich verstehe den Bericht als ein Stänkern und Stimmungsmachen und ich bin kein Alnatura MItarbeiter oder eine Führungskraft aus dem Hause.
War es nicht Verdi, die Wachdienst unter Mindestlohn beschäftigte? War es nicht Herr Bsirske, der mit Lufthansvorteilen in seinen privaten Urlaub flog und war es nicht die TAZ, die durch den Haftbefehl gegen einen Rechtsanwalt ihn in den Tod trieb? Ich lasse mich gerne überzeugen, aber bei Scheinheiligkeit tue ich mir leid.
31.03.2010 17:46 Uhr
von Mathilde:
Der Lohn ist das eine, die dauernde Arbeitsüberlastung durch zu wenig Personal das andere. Zudem keine Arbeitszeitmodelle. Entweder man beugt sich oder kann zusehen, wie man Job und Familie unter einen Hut kriegt.
Willkürliche Urlaubsgenehmigungen bzw. Ablehnungen, Nichteinhaltung von gesetzliche vorgeschriebenen Ruhezeiten gehören leider auch zur Tagesordnung.
Und Yoga Kurse finden in der Zentrale in Bickenbach statt, also für die meisten Mitarbeiter unerreichbar bzw. zum Selbstkostenpreis für die Bahnfahrt. Von z.B. Berlin aus dann ein verdammt teurer Yogakurs.
Der Vergleich mit Lidl und Co. hinkt doch. Alnatura selber hat sich auf Fahnen geschrieben: Sinnvoll für Mensch und Natur. Das gilt nur leider nicht für die eigenen Mitarbeiter.
Traurig genug, wenn die Arbeitsbedinungen schon als gut gelten, weil sie besser als bei Schlecker sind.
Der Widerspruch zwischen Außenbild und dem, wie es tatsächlich aussieht, ist leider unerträglich.
31.03.2010 17:10 Uhr
von Lisa May:
Meine Reaktion auf den Alnatura-Artikel- ich hab ordentlich gelacht! Die Berliner Biocompany zahlt grandiose 6,50€/h (8,50 Euro/Stunde Brutto, Anmerkung der Redaktion) für Aushilfen. Und da die Arbeitszeit (entgegen der Bestimmungen für 400€Jobs) auch nicht gesondert elektronisch- sondern nur durch die Chefs- erfasst wird, kann man sich ausrechnen wie oft man die halbe Stunde nach Geschäftsschluss und Dienstende die man/frau länger bleiben muss weil die Kasse gestreikt hat/ noch Kunden im Laden waren/ noch Dinge zu erledigen sind zu denen die anderen Schichten nicht kamen... also wie oft man die eingetragen bekommt. Insofern: Geradezu paradiesische Zustände bei Alnatura! Nimmt man dazu, dass in der Stellungnahme von Herr Rehn steht,dass die Lohnstruktur auf Tarifvertragsverträglichkeit geprüft wird...davon können Biocompanymitarbeiter nur träumen!
31.03.2010 16:11 Uhr
von Florian:
Jede Medaille hat zwei Seiten. Schade, dass dieser Artikel nicht beide beleuchtet. Ich hätte mir etwas mehr kritische Reflexion der dargestellten Tatsachen gewünscht. Tarifverträge und Gewerkschaften sind nicht immer das Allheilmittel (werden aber gerne als dieses verkauft) und es gibt auch andere Indikatoren (wie z.B. Mitarbeiterzufriedenheit oder Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung)anhand derer man Unternehmen bewerten kann.
Der Biomarkt in Deutschland ist knallhart umkämpft. Jeder Kunde sollte sich fragen, warum manche Biolebensmittel günstiger sind als andere. Antwort: Man kauft immer das Gesamtpaket (vom Anbau bis zum Verkauf). An irgendeiner Stelle der Kette muss das Geld eingespart werden und nicht alles ist mit der Effizienz in der Prozessorganisation erklärbar. Wären Sie bereit eine Lohnerhöhung für Alnatura-Mitarbeiter in Form von höreren Produktpreisen mitzutragen oder wandern Sie dann doch lieber zu Penny, Aldi oder Lidl ab und decken sich dort mit günstigeren "Bio"-Lebensmitteln ein? Es ist ähnlich wie in der Bankenkrise: Jeder möchte hohe Zinsen auf sein Guthaben erhalten, aber keiner macht sich die Mühe darauf zu schauen, auf wessen Kosten diese zustande kommen. Wenn dann die Blase platzt, waren es die "bösen" Banker, die mein unschuldiges Geld in hochspekulativen Wertpapieren angelegt haben. Denken Sie doch bitte mal nach, was Ihr (Konsum-)Verhalten mit den Missständen in der Wirtschaft zu tun hat. Nur wer sich diese Frage ernsthaft stellt, hat auch das Recht die Bezahlung bei Alnatura anzuprangern.
31.03.2010 14:36 Uhr
von claudia:
>>Alnatura zwingt schließlich niemanden bei sich zu arbeiten!!!<<
Das kann man natürlich immer sagen. Lidl, Schlecker oder Zeitarbeitsfirmen haben den Stacheldraht und die berüchtigte Torüberschrift auch nicht.
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>>...aber hat mal jemand daran gedacht, dass es viele Menschen gibt, die von einem anderen Unternehmen zu Alnatura gewechselt haben und sich ABSICHTLICH für eine schlechtere Bezahlung und dafür aber auch bessere Bedingungen bei Alnatura entschieden haben?<<
Ich kannte auch mal eine Sozialpädagogin, die ganz bewußt zur Caritas wechselte und dort Gehaltseinbußen in Kauf nahm. Weil sie eben ein katholisches Arbeitsumfeld wollte und weil ihr Ehemann woanders besser vediente.
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Freizeitaktivitäten unter Kollegen sind kein besonderes Kennzeichen von Alnatura. Betriebssportgruppen, Musik- oder was auch immer für Freizeitgruppen, die von der Firma unterstützt werden, sind seit vielen Jahrzehnten nichts Besonderes in großen Firmen. Mit Tarifgehalt oder nicht hat das absolut nichts zu tun.
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Firmeninhaber, die die Wahl eines Betriebsrates gemäß BetrVG verhinderten, hat es auch schon immer gegeben. Nur sind das mit der Zeit mehr geworden. Die Frage: "Warum will der denn keinen Betriebsrat?" ist keine Hetze, sondern berechtigt.
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Die große Mehrheit der Lohnabhängigen hat keine Wahlfreiheit: Man muß eben den Job nehmen, den man gerade bekommen kann.
Ist in dieser Situation das Angebot:"Ihr könnt ein besseres Betriebsklima haben, aber dafür müßt ihr auf Einkommen verzichten" nicht auch eine Erpressung?
Was ist das für eine Alternative: "Ein paar € mehr, dafür aber Rahmenbedingungen, die vor 30 Jahren noch unzumutbar waren.
Oder angenehmere Rahmenbedingungen, dafür aber weniger Einkommen."
Wirkt vielleicht ein bisserl das "Stockholm-Syndrom" wenn man solche Verhältnisse loben zu müssen meint?
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Robert Bosch war noch bereit, mit der Gewerkschaft über Löhne und Rahmenbedingungen zu reden, um eine motivierte Arbeiterschaft zusammen zu bekommen. Heute hat das keiner mehr nötig.
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Rehn in siener Stellungnahme vom 31.04.:
„Alnatura Mitarbeiter sollen kein Einkommen unterhalb des tariflichen Mindestlohns bekommen. Wir prüfen aktuell unsere Daten und werden die Fälle korrigieren, die nicht unserer Leitlinie entsprechen.“
Der Artikel hat offenbar etwas bewirkt. Dann sollte man ihn nicht schlecht reden.
31.03.2010 13:59 Uhr
von biohazard:
Hallo Leutz!
Ich habe mal ne Zeitlang in einem dieser Biodiscounter gearbeitet. Stundenlohn EUR 6,- netto. Das war vor zwei Jahren. Da wurde bewußt Verbraucherverarschung betrieben, von wegen große Poster an der Wand "unsere Mitarbeiter werden regelmäßig geschult" und so. Alles Quatsch. Hat's nie gegeben. Oder: vorne wird Mondwasser verkauft und hinten Saskiaquelle getrunken. Oder: verderbliche Ware am Wochenende nicht an die Tafel gespendet, sondern retourniert zum Wegschmeißen. Überhaupt Retoure: da wird nach Strich und Faden betrogen, um die Kosten zu senken. Spenden? Nie. Aber überall von Verantwortung gelabert. Krankgemeldete Mitarbeiter werden zu Hause angerufen und zum Kommen überredet, egal was Sache ist. Alles in Allem: Hör mir auf den Heuchlern! Kauft lieber bei den Kleinen, die beuten wenigstens nicht absichtlich aus, sondern weil sie zu wenig Umsatz machen. Diese Discounterseuche ist der Untergang der ökologischen Bewegung. Könnt ihr voll vergessen.
31.03.2010 13:02 Uhr
von Ökotante:
Oh Leute, jetzt macht aber mal nen Punkt! Ich denke wir alle wissen, wie wichtig es ist, dass an unserem Arbeitsplatz ein angenehmes Betriebsklima herrscht und wie bereichernd es ist, wenn man mit seinen Kollegen nach der Arbeit auch mal gemeinsam etwas unternimmt, wie beispielsweise gemeinsame Grillabende wie sie in vielen ALnatura-Filialen und der Zentrale immer wieder stattfinden! Schließlich verbringt man den größten Teil seiner Zeit auf der Arbeit und mit seinen Kollegen!
Natürlich ist es nicht in Ordnung, dass es von Alnatura-Seite vermieden wird, einen Betriebsrat einzuführen, andererseits ist es nach den Kampfparolen des Gewerkschaftsmenschen in diesem Artikel auch wiederum etwas verständlicher geworden!
Alnatura zahlt vielleicht unter Tarif, aber hat mal jemand daran gedacht, dass es viele Menschen gibt, die von einem anderen Unternehmen zu Alnatura gewechselt haben und sich ABSICHTLICH für eine schlechtere Bezahlung und dafür aber auch bessere Bedingungen bei Alnatura entschieden haben? Alnatura zwingt schließlich niemanden bei sich zu arbeiten!!!
Und jetzt nicht mehr bei Alnatura einzukaufen, ist ja wohl das Blödeste, was man tun kann um die untertariflich bezahlten Mitarbeiter zu unterstützen. Machen das nämlich genügend Leute, haben die Mitarbeiter bald gar keinen Job mehr! Klar, dass das dem Basic-Mitarbeiter gefallen würde ...
31.03.2010 12:48 Uhr
von Stefan:
Stellungnahme des Herrn Rehn zum Artikel:
http://alnatura.de/de/zum-artikel-in-der-taz
31.03.2010 12:35 Uhr
von Kaufmann:
Ich bin Inhaber eines kleinen Bioladens und kann bei weitem keine knapp 13 Euro zahlen, weil sonst müsste ich Apothekerpreise nehmen und das kann ich keinem Kunden kommunizieren.
Man muss sich auch mal anschauen, woraus die Mitarbeiter eines Lebensmittelgeschäftes bestehen, bei mir sind als Verkäufer und an der Kasse nur sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter, aber bei größeren Supermärkten sitzen doch gerade in den späten Stunden Schüler an der Kasse, die weit weg von 13 Euro sein werden.
Ebenso gilt dieses bei dem Verhältnis von VZ-Arbeitskräften zu Aushilfen und Azubis, wenn man mitbekommt, dass eine Lebensmittelkette eine Schicht mit 8 Personen betreibt, von denen 2 Vollzeitarbeitskräfte nach Tarif sind und der Rest kostenlose Praktikanten und preiswerte Azubis, dann könnte ich solche Gehälter auch zahlen, doch das ist nicht mein Anspruch als Arbeitgeber.
31.03.2010 11:05 Uhr
von Rodriguez Faszanatas:
Es muss ein Schock für viele "Linke" sein, der ihr Weltbild erschüttert. Wie, ein Ökokapitalist ???
Wenn ich jetzt Produkte bei Alnatura kaufe, bin ich nicht mehr gut, sondern helfe den bösen Kapitalisten?
Oh nein....
Diese schlimmen Kapitalisten.
Ich bin dafür, dass der Staat allen Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro zahlt, damit jede/r seinen emanzipatorisch-selbstbestimmten Weg gehen kann. Also das Geld kann der Staat meinetwegen von den Kapitalisten nehmen.
Außerdem sollte man den Kapitalismus einfach verbieten, so !!!
30.03.2010 22:20 Uhr
von Öko-Mitarbeiter:
Ich arbeite für Alantura, und es ist das beste was mir passieren konnte. Ich bin gelernte Kauffrau und werde gerecht bezahlt,bekomme Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Urlaub, wie es in den Tarifverträgen der Branche steht. Ich kann tagsüber wasser oder Kaffee trinken, unentgeltlich!Klar bekommt ein Minijobber weniger Stundenlohn, aber die gezahlten Löhne sind da nicht anders, als in anderen Lebensmittelläden/ketten.
Viele Mitarbeiter kommen so wie ich, aus anderen Bioläden/ketten und reformhäusern und wir verdienen alle mehr als bei unseren alten Arbeitgebern!
Fragt doch mal nach bei Biocompany, Basic(das hat einen grund warum die einen Betriebsrat wollen), Viv-Frischemarkt
30.03.2010 21:55 Uhr
von Jost Maurin:
Kleiner Hinweis für diejenigen, die jetzt Alnatura boykottieren wollen: Auch die meisten anderen Bio-Geschäfte bezahlen teils unter Tarif. Boykott ist also nicht möglich, wenn man Bio kaufen will. Und Bio ist für Umwelt und Landwirtschaft immer noch besser als konventionell. Das bitte nicht vergessen!
Zur Frage, was der Artikel soll: Er soll öffentlichen Druck aufbauen, dass Alnatura besser bezahlt. Alnatura ist "gut", weil es Bio ist. Aber es muss noch besser werden. Doch wie gesagt, Boykott geht nicht. Und bitte: Tarifbezahlung ist nur ein Aspekt von vielen, wenn man ein Unternehmen bewertet.
30.03.2010 18:04 Uhr
von Rita Pavoni:
Die taz und ein kritischer Artikel über Alnatura? War das der Pflichtartikel bevor dann die nächste Anthroposophie-Beilage kommt? Werden das die Inserenten der Beilage vertragen? Habt ihr nicht Angst, dieses Klientel zu verärgern?
Schließlich sagen doch die Alnatura-Mitarbeiter, zumindest die, die sich äußern, das wäre alles gut so. Kein Tariflohn, aber dafür Yoga, Bienchen und Chor und super Betriebsklima. Ist doch bestimmt alles total harmonisch und selbstbestimmt. Bei so einem netten Oberboss, der das alles aus total idealistischen Gründen macht.
Wäre schön, wenn ihr auch mal recherchiert, wie sonst die Arbeitsbedingungen in der Welt der Gutmenschen so sind. Bei Sekem zum Beispiel. Da gibt es ja so wunderbare Bilder von Kindern, die glücklich in ihren grünen Kitteln im Kreis stehen. Ob das tatsächlich so wunderbare Bedingungen dort sind, würde mich sehr interessieren.
Ach ja, allen die sich jetzt grämen, weil sie nicht vom Arbeitgeber Yoga & Co. gesponsort kriegen. Die Kurse zahlt auch die Krankenkasse, Kirchenchor ist in der Regel gratis und statt Bienchen könnt ihr ja Nachbars Lumpi betreuen. Oder fragt doch, ob ihr euerem Chef nicht bei der Gartenarbeit helfen könnt.
30.03.2010 17:48 Uhr
von Martin:
bio vom ausbeuter alnatura oder giftiges vom anderen ausbeuter lidl? dann nehm ich lieber bio.
30.03.2010 17:45 Uhr
von claudia:
@Ano Nym:
"Insgesamt muss ich feststellen, dass es noch viel zu viele Schlupflöcher für Unternehmen gibt Löhne zu drücken und den Kündigungsschutz geschickt zu umgehen." Die Schlupflöcher gab es schon immer. Nur haben sich bei Vollbeschäftigung die Leute den Arbeitsplatz ausgesucht. Wer allzu miese Bedingungen hatte, mußte sich in den 70er Jahren mit hoher Personalfluktuation abfinden.
Heute gilt schon als gut, was damals unzumutbar war. Das Prinzip wird manchmal mit der "Froschtheorie" erklärt:
Wenn man einen Frosch in ein Gefäß mit 60° heißem Wasser setzt, dann spring er sofort heraus und wird mit ein paar leichten Verbrühungen überleben.
Wenn man ihn in kaltes Wasser setzt und nur in kleinen Schritten die Temperatur erhöht, dann springt er nicht raus, sondern stirbt halt irgendwann.
Weil es nicht alle gleichmäßig trifft, gibt es natürlich Leute, die zu Recht sagen: "Ich verstehe nicht was ihr wollt: Mir gehts doch gut!"
Das ist ja bei Alnatura nicht anders als anderswo: Die paar Leute, die in "höhere Positionen" aufsteigt, verdienen natürlich sehr gut und sind rundum zufrieden. Sagt ja der Boß selber.
---
@Manfred Bsirske:
>>Und selbst wo BIO draufsteht, muss nicht immer BIO drin sein.<<
Der Anbauverband Bioland hat klare, durchsichtige Anbaurichtlinien. Nur braucht man für den Konsum von Biolandprodukten ein gewisses Mindesteinkommen. Seit ich meine Anstellung "verlor" mach ich auch den Aldi reich.
>>Und grundsätzlich überall ist totes Tier drin.<<
nicht überall. Aber man sieht halt nicht immer, wenn doch eins drin ist...
30.03.2010 17:14 Uhr
von Spreephilantrop:
Wollen wir mal nicht unterstellen, dass der Herr Rehn wie weiland der Chef der Berliner Treberhilfe sein Gehalt überwiegend in einen PS-starken Fuhrpark á la Maserati & Co. investiert. Indes - die schwabulierenden, ausweichenden Antworten hinsichtlich Mindestlöhnen und einer verzichtbaren Mitarbeitervertretung lassen nichts wirklich
Gutes erahnen. Meiner Ansicht nach gibt es, auch in diesen schweren Zeiten, vorzeigbare Unternehmen, die von der Reinigungkraft bis zum Middle Management
anständige = Tariflöhne zahlen. Yoga hin oder her - die Achtung einer Tätigkeit und Leistung beginnt nun mal mit der Entlohnung.
Hier sollte sich Alnatura, gerade wegen des Genres und ihrer Marktführerschaft, einen neuen Kurs verordnen. Die Expansion kann warten - oder sie kommtorganisch: von hoch motivierten Mitarbeitern... Bei Einhaltung der Gesetze und Übernahme von Branchentarifen, auch wenn man sich als Unternehmer – warum auch immer – nicht wirklich daran gebunden fühlt. Alles in allem: Ein Zustand, der uns an LIDL und Schlecker erinnert, auf die die gesamte Öko- und faire Community (wohl zurecht) mit brachialer Wortgewalt einzuschlagen wusste (obschon die faire Gemeinde ja bei den Verkäufen ihrer „fairen“ Produkte in den harten Discountbuden von Aldi, Lidl & Co. kräftig mitverdient). Nun denn, also auf ihn – den Rehn! Und bevor wir Gutmenschen künftig zur Hexenjagd auf die böse Industrie aufrufen, sollten wir besser mal vor unserer eigenen Haustür schauen, was da alles schief läuft. Wir sollten uns nicht scheuen, falsch verstandenen Idealismus zum Wohle der eigenen Unternehmertasche stets lautstark „anzuzeigen“. Bei Götz Rehn setzt sich scheinbar immer noch der Geist der großen Unternehmungen wie Nestlé & Co. durch.
30.03.2010 16:38 Uhr
von Ano Nym:
Tarifverträge sind ja schön und gut, aber solange Unternehmen wie beispielsweise Tegut Mitarbeiter über Leiharbeitsfirmen "einstellen", sind Tarifverträge eben auch nur schön und gut - der Regelfall sind sie gerade bei den untersten Gehaltsgruppen (Kassierinnen und Warenverräumer) definitiv nicht.
Von einem Stundensatz wie Alnatura hier zahlt, können Leiharbeiter im Einzelhandel leider nur träumen. Nichtdestotrotz besteht auch meiner Meinung nach kein Grund für Alnatura Tarifverträge und Betriebsrat nicht einzuführen - schaden würde es sicherlich nicht!
Insgesamt muss ich feststellen, dass es noch viel zu viele Schlupflöcher für Unternehmen gibt Löhne zu drücken und den Kündigungsschutz geschickt zu umgehen.
30.03.2010 16:21 Uhr
von Ich:
wenn man recherchieren kann, kann man auch mehr schreiben.
Das Geschäftsjahr 2008/2009 ist noch nicht veröffentlicht. Sehr wohl aber das Geschäftsjahr vom 01.10.2007 bis zum 30.09.2008. In diesem Zeitraum machte Alnatura bei einem Umsatz von EUR 305.760.291,05 einen Gewinn von EUR 9.296.992,88. Davon wurden EUR 3.000.000,- ausgeschüttet. Der Herr Rehn braucht nicht mehr viel Gehalt um über die Runden zu kommen.
30.03.2010 15:17 Uhr
von Stefan:
Ein etwas einseitig gefasster Artikel.
Ich arbeite selbst bei Alnatura und denke, man sollte bei im Rahmen solcher Vorwürfe sich mal mehr Meinungen der Betroffenen anhören.
Diese Kollage aus Thesen eines Basic-Betriebsrates und sicherlich gestutzten Antworten von Herr Rehn gibt jedenfalls keinen objektiven Blick auf die Arbeitsrealitäten bei Alnatura.
Aber damit tut sich die Taz ja erfahrungsgemäß bei Branchengrößen jeder Ordnung schwer.
Ich arbeite gern hier und das zu keinem schlechten Lohn.
30.03.2010 14:16 Uhr
von Ano Nym:
Tarifverträge sind ja schön und gut, aber solange Unternehmen wie beispielsweise Tegut Mitarbeiter über Leiharbeitsfirmen "einstellen", sind Tarifverträge eben auch nur schön und gut - der Regelfall sind sie gerade bei den untersten Gehaltsgruppen (Kassierinnen und Warenverräumer) definitiv nicht.
Von einem Stundensatz wie Alnatura hier zahlt, können Leiharbeiter im Einzelhandel leider nur träumen. Nichtdestotrotz besteht auch meiner Meinung nach kein Grund für Alnatura Tarifverträge und Betriebsrat nicht einzuführen - schaden würde es sicherlich nicht!
Insgesamt muss ich feststellen, dass es noch viel zu viele Schlupflöcher für Unternehmen gibt Löhne zu drücken und den Kündigungsschutz geschickt zu umgehen.
30.03.2010 14:14 Uhr
von hefe:
Verdi entlohnt seine eigenen Mitarbeiter bekanntlich nicht nach Tarif. Wie diese Gewerkschaft noch die moralische Kompetenz sich für Arbeitnehmer einzusetzen legitimiert, ist mir schleierhaft. Die bestätigte Arbeitnehmerzufriedenheit bei Alnatura ist bei den heutigen Arbeitsbedingungen in der Wirtschaft gar nicht hoch genug einzuschätzen! Lieber Yoga als Arbeitsbedingungen bei Aldi oder Lidel, bei denen wir alle doch so gerne kaufen.
30.03.2010 13:13 Uhr
von Manfred Bsirske:
Och nö!
Jetzt kann man da auch nicht mehr kaufen.
Verdammt noch eins!
Wo kann ich denn überhaupt noch einkaufen?
Entweder stellen sich die Waren als unfair heraus oder der Anbieter selbst.
Und selbst wo BIO draufsteht, muss nicht immer BIO drin sein.
Und Fair Trade ist auch Auslegungssache.
Und grundsätzlich überall ist totes Tier drin.
Zum kotzen!
30.03.2010 12:52 Uhr
von Holländer:
Warum macht Verdi, oder das ILO, nicht ein eigenes Siegel für Produkte wobei in der ganzen Produktionskette gute Arbeitsbedingungen herrschen? Das wäre doch eine gute Ergänzung zum Fair-Trade und Bio Label.
30.03.2010 12:31 Uhr
von Rod:
Wenn Alnatura aus Idealismus arbeitet, dann müßte doch sofort das Finanzamt das Gewerbe per Zwang abmelden. Denn dann ist Alnatura kein Unternehmen, sondern eine Liebhaberei, ein Hobby.
Denn was ein Unternehmen, das einer Gewerbeanmeldung bedarf ist klar geregelt: Eine auf nachhaltige Gewinnerzielung ausgerichtete Organisation.
Wenn man nun sagt, dass Alnatura aus Idealismus arbeitet, dann fehlt die Gewinnerzielungsabsicht. Konsequenterweise darf Alnatura nach gültigem Recht dann kein mit Gewerbeschein angemeldetes Unternehmen sein. Alnatura müßte dann ein gemeinnütziger Verein oder eine Stiftung sein.
Wenn es so ist, wie der Alnatura-Chef sagt, dann müßte ihm die Gewerbeanmeldung sofort entzogen werden.
30.03.2010 12:23 Uhr
von Petra:
Geld ist nicht alles.
30.03.2010 12:23 Uhr
von claudia:
>>Junge Mitarbeiter, die besonders schnell aufsteigen, wolle Alnatura höher entlohnen, als die Tarifkonditionen es vorsähen.<<
Wer in der Firmenhierarchie aufsteigt läßt den Tarifbereich unter sich. Das ist in jedem Konzern so.
>>Alnatura arbeite aus Idealismus<<
Das war eine Geschäftsidee der 70er:
Wer mit Papis Kohle ein Geschäft gründen wollte, wies das als „alternativ“ aus. Man betreibe gar kein Geschäft, sondern arbeite für eine gute Sache. Das Gleiche, das auch Kirchen ihren schlechtbezahlten Angestellten ständig predigen, nur eben doch kommerziell. Mit der steigenden Arbeitslosigkeit ab Ende der 70er Jahre bekam diese Geschäftsidee Schwung. Und griff um sich:
Ab ca. Ende der 80er Jahre sind immer mehr mittelgroße Firmen aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten und haben den Tarifvertrag gekündigt. Seit Arbeitsstellen rar geworden sind, war es kein Problem, Leute zu finden, die sich auf ein geringeres Einkommen einließen. Heute braucht man längst nicht mehr den „Idealismus“ für den Niedriglohn.
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Wenn alles in Ordnung wäre, müßte ein Firmeninhhaber keine Angst vor dem Betriebsverfassungsgesetz haben. Zu Betriebsräten, die sie selber gewählt haben, haben die Leute mehr Vetrauen als zum Chef. Da kommt so manches zur Sprache, was man dem Boß lieber nicht sagt, denn der kann bekanntlich Leute, die nicht alles supi toll finden, hinauswerfen.
Firmen ohne Betriebsrat haben oft ein ausgesprochen unterwürfiges Betriebsklima. Man fürchtet die Kündigung, wenn man auf irgendeine Weise das Mißfallen des Chefs erregt und man stünde dann mit der Kündigung ja ganz alleine da: Kein Betriebsrat, der etwas reaparieren könnte.
Außerdem: Je geringer das Gehalt, um niedriger wäre ja auch das Arbeitslosengeld. Bei 7,5 € Stundenlohn und 40-Stundenwoche liegt das ALG 1 (60 % v. Netto) unter dem Hatz-4 Satz. Da kann sich jede/r ausrechnen, ob er/sie sich eine andere Meinung als der Chef überhaupt leisten kann.
Das ist die Falle, in der heute schon Viele festsitzen.
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>>"Sie sollten", sagt Dalibor, "ihre Ansprüche bezüglich fairer Arbeitsbedingungen formulieren und das dann auch den Unternehmen sagen."<<
Ein frommer Wunsch. Das tun schon die Kunden von Lidl und Schlecker nicht. Noch viel weniger wird eine Kundschaft, die ihr Kindermädchen eher noch schlechter bezahlt, auf eine solche Idee kommen.
30.03.2010 12:09 Uhr
von jan:
Danke liebe Taz für diese Entdeckung, solche Zustände hätte ich nie für möglich gehalten. Dieser Okö-Lidl ist ab heute für mich gestorben.
30.03.2010 11:40 Uhr
von neukölle:
Fakten über Alnatura:
Die Gesellschaft verfügt am Bilanzstichtag über eine Barliquidität von EUR 24,1 Mio., was ca. 34,1 % des Gesamtvermögens der Gesellschaft darstellt.
Das Eigenkapital hat sich - bedingt durch den Jahresüberschuss 2007/2008 - von EUR 28,9 Mio. im Vorjahr auf EUR 37,0 Mio. im Geschäftsjahr erhöht. Die Eigenkapitalquote ist von 49,4 % auf 52,4 % zum 30. September 2008 gestiegen.
Der Beschäftigungsstand per 30. September 2008 beträgt 1.062 Arbeitnehmer (Vorjahr: 1.057 Arbeitnehmer).
Im Jahresdurchschnitt waren 989 Arbeitnehmer beschäftigt (Vorjahr: 996 Arbeitnehmer).
Noch Fragen?
30.03.2010 11:30 Uhr
von Sidu:
Mit dem BIO-Siegel, Öko-Sprüchen, Nachhaltigkeit und das plötzlich alle Unternehmen die Welt retten wollen, habe ich mittlerweile ein großes Problem.
Lest mal das Buch: "Ende der Märchenstunde" von Kathrin Hartmann. Dann schaut Euch mal Euer ach so hippes Prenzlberg, X-Berg, Friedrichshain an und analysiert den (gentrifizierten) Kiez bzw. seid ehrlich zu Euch selbst. Auch ich bin auf die ganzen Siegel & Slogans reingefallen und war der typische LOHAS.
Wichtiger ist es, sich politisch zu engagieren, aufzumucken statt "gut" zu konsumieren. Deshalb finde ich die Aussage des Gewerkschafters richtig: Vertraglich festhalten, Betriebsrat gründen, organisieren, protestieren! Was ändern statt arme Bauern mit schmerzverzerrter Miene und kaputtem Gebiss auf Verpackungen drucken ("Sie unterstützen XY und seine Kaffeefarm").
30.03.2010 11:27 Uhr
von Fraumeier:
Auch wenn ich jetzt wie ein naives Gänseblümlein auf der Frühlingswiese rüberkomme: das ist doch alles nicht mehr schön!
30.03.2010 11:16 Uhr
von Udo:
Es ist nicht alles Gold was glänzt im Zeitalter der Bio-Kapitalismus! Es lohnt immer wieder Zeitungen wie die TAZ zu lesen um aufgeweckt zu werden! Danke für den Artikel "Ein Ökokapitalist sahnt ab." in Ihrer heutigen TAZ Ausgabe. Als langjähriger Bioladenkunde (auch Alnaturakunde) bin ich überrascht über die von Ihnen geschilderten Infos (für einige keine Mindestlohnbezahlung und keine Duldung von Betriebsräten...) in den Alnaturaketten. Es zeigt mir, es ist wichtig als Konsument, die Welt nicht in Schwarz und Weiss (hier Bio-alles Gut- dort konventionell alles schlecht --- die "Aldisierung der Gesellschaft" macht auch in der Bioszene keinen Halt...") zu teilen, sondern die Strukturen in unserem System immmer aufs Neue zu hinterfragen und prüfen. Ich habe nur diese kleine Wahl, zu entscheiden wohin ich mit aller Regelmäßigkeit meine monatliche Kaufkraft lenke. Ich weiss, ich werde damit die WElt nicht retten, aber dennoch mein Einkaufsverhalten auf neue hinterfragen und ggf, verändern....
Insofern gibt es gleich auch eine nette Email an die nächstgelegene Alnaturafiliale.
Danke! So soll uns Ihre Zeitung immer wieder aufwecken!
Schöne Grüsse aus Hamburg!
Udo
30.03.2010 11:09 Uhr
von Konsument:
Und was will uns dieser Artikel nun sagen? Was soll die reisserische Überschrift "Ökokapitalist"? Ist jezt alles, was über einen Kleinbetrieb hinausgeht ein Kapitalist? Wir sind alle Kapitalisten, wenn wir wegen dem Geld arbeiten gehen. Und die Arbeitsbedingungen sind doch bei Alnatura offensichtlich gar nicht so schlecht, oder? Entgegen der Überschrift geht es nicht um Arbeitsbedingungen, sondern um Bezahlung. Und wie wird die Friseuse, der Schreibwarenverkäufer, Taxifahrer oder sonstwer bezahlt? Man hat hier den Eindruck, es geht nur mal wieder darum, auf einen "Kapitalisten" einzudreschen. Oder möchte ver.di seinen Einfluss erweitern? Natürlich brauchen wir Gewerkschaften, aber meine persönlichen Erfahrungen als Arbeitnehmer mit Betriebsräten und Gewerkschaften sind nicht besonders gut. Man kann das so oder so sehen.
Und was hat der Leser davon? Sollen wir jetzt nicht mehr bei Alnatura kaufen? Wird in den kleineren Bioschuppen das Personal besser bezahlt? Haben die einen Betriebsrat? Oder sollen wir doch lieber zu Aldi, Lidl und Co. gehen?
Mir wird der Sinn des Artikels nicht klar. Die taz lässt immer mehr nach.......
30.03.2010 10:53 Uhr
von kleinerhobit:
Danke für diesen interessanten Artikel. Biosupermarkt-Ketten sollten ihre Leute grundsätzlich nach Tarif bezahlen. Die Fairniss muß nicht nur den Erzeugern der Bioprodukte und den Kunden gegenüber gelten, sondern auch den Beschäftigten gegenüber. Mag sein, das Herr Rehn das anders sieht. Doch sollte er seine Sichtweise schleunigst ändern, sonst kaufe ich als Kunde woanders ein! So einfach ist das! Ich erwarte nämlich von meinem Biosupermakrt einen guten Umgang mit der äußeren Ökologie, sowie auch mit die innereren Ökologie der Mitarbeiter. Wenn die nämlich nicht stimmt, will ich da nicht Kunde sein.
30.03.2010 10:44 Uhr
von käthe:
ich glaube, ich möchte auch keinen tariflichen lohn mehr. ich stelle mir das ganz toll vor, nach der arbeit noch mit meinen kollegInnen im chor zu singen oder an bienenkörben herumzupöseln, allein schon für das gruppengefühl.
vielleicht fühlen sich ja noch mehr konzerne bereit, diesen weg zu gehen, das wird bestimmt ganz, ganz toll.
30.03.2010 10:39 Uhr
von pEt:
komplett boykott von alnatura geht ja auch gar nicht, wenn mensch sich bio ernähren will.
allerdings ist es zumindest bei mir so das ich immer viel lieber die kleinen unterstütze als die großen
und wenn im regal neben alnatura noch ein anderes bioprodukt von einem anderem hersteller seht, welches dann auch noch günstiger ist kauf ich selbstredend dieses
30.03.2010 10:30 Uhr
von Anneliese :
Ja, die oekologischen Gutmenschen. Solange man mit fairem Handel - den letztendlich der Verbraucher bezahlt - das Image aufpolieren kann, sind sie vorn dabei. Wenn es ans eigene Geld geht, vergisst man die hehren Grundsaetze.
Merke: Kapitalismus in gruen ist auch nicht besser.
30.03.2010 10:20 Uhr
von Claus Carstensen:
Das ist halt ein Grüner vom Schlage des Ex-Grünen Metzger.
Nur weil sich jemand das Etikett 'Grün' aufklebt, heißt das noch lange nicht, daß er ein GutMensch ist.
Aktuell sind diese Leute verstärkt im Vormarsch in der Partei, man beobachte den Trend zum Koalieren mit der CDU.
30.03.2010 10:15 Uhr
von Yogai:
Es ist eben doch nicht möglich, den Kapitalismus von innen zu verbessern. Alnatura und Co sind für mich im Moment das geringere Übel, aber sie unterliegen eben dennoch den Grundprinzipien dieses Wirtschaftssystems und die heißen eben: "Profitmaximierung, sonst machts ein anderer für dich und du bist weg vom Fenster."
30.03.2010 10:04 Uhr
von johannes:
Gut zu wissen.
dann werd ich mein geld nicht mehr alnatura in den rachen werfen
gibt ja genügend andere geschäfte die bio und fairtrade verkaufen