Darf man Antisemitismus und Islamophobie in einem Atemzug nennen? Der Historiker Wolfgang Benz hat es getan und wurde deswegen schwer angegangen.von Micha Brumlik
Gerade der Vergleich mit dem Antisemitismus ist wichtig, damit die Geschichte sich nicht wiederholt. Zuerst unsere Cousins die Juden, dann die Muslime. Vielleicht könnten wir endlich eine Leitkultur der Eingeborenen Deutschen entdecken. Diese wäre andersgläubige das Leben schwer zu machen!
16.10.2009 10:22 Uhr
von Samia:
kaum gibt es wieder die Gefahr von Annäherung und Konsens, wird gleich wieder gehetzt-von allen erdenklichen Seiten.
@Herrn Wagner
"man kann "antisemitismus" und "islamophobie" überhaupt nicht miteinander vergleichen. der antisemit hasst "die" juden und das heißt jeden juden aufgrund seiner biologischen abstammung, ob der jude nun orthodox, liberal, atheistisch oder gar christlich bzw. muselmanisch ist" Bis dahin fand ich alles noch ganz gut, bis auf muselmanisch, denn genau nach diesem Wort erkannte ich, dass eine Hetze folgen MUSS. Sie haben meiner Meinung nach nur unqualifizierten und leider auch sehr niveaulosen Argumentationsbrei von sich gegeben und wieder frage ich die taz, ob man so etwas wirklich unter Meinung und nicht unter Diskriminierung lokalisieren kann...denn ich als Muslimin finde mich komischerweise überhaupt nicht wieder in diesem furchtsamen Gewirr aus Hasspredigt (oh,da gibt es ja doch Parallelen zwischen ALLEN Muslimen und Ihnen)Furchtbekennung und Nichtwissen. Nichtwissen- ein gefährliches Instrument der Medien und auch solcher Menschen wie Ihnen, denn man könnte ja aus dem ersten Satz schließen, dass Sie Ahnung von dem haben, was Sie da schreiben.
Leider gibt es nicht nur irgendwelche hirnlosen Muslime, ich muss Ihre Ideologie etwas zurechtrücken.Goethe war ein-wie ich mich schwach aus meiner tatsächlichen Gymnasialzeit erinnere-deutscher Verfasser herrlicher Literatur, und er war tatsächlich ein Freund der Muslime. Daher finde ich es nahezu die deutsche Literatur und Intelligenz, sowie die gesamte deutsche Kultur degradierend, wenn sie sagen, deutsche Muslime und deren Sympathisanten seien allesamt minderausgestattet mit Verstand als Sie. Finden Sie sich nicht etwas überheblich, sich über Goethe zu stellen??? Ich als deutsche Muslimin finde das jedenfalls verletzend, bin ich doch eine Anhängerin des Korans und der deutschen Literatur gleichsam.
Außerdem fühlen sich Palästinenser auch als Semiten, man muss sich immer überlegen, was Semiten eigentlich sind und ob dies lediglich einer jüdischen Abstammung zugehört. Herr Verleger, der gestern an meiner Uni einen Vortrag über Judentum und Zionismus hielt und selber ein praktizierender (also gläubiger) Jude ist, gab mir recht, als ich ihm meine Bedenken äußerte, die Bewegung der Islamophobie könnte sich weiter ausbreiten zu einem ausgeprägten "akzeptierten" Rassismus in Deutschland. Ach, falls Sie mal Zeit haben, ihr verqueres Weltbild beiseite zu schieben, ein sehr gebildeter deutscher Muslim heißt Wilfried Murad Hofmann und leider nie präsent in der deutschen Medienlandschaft-da er ein Positivbeispiel eines Muslims ist und im Übrigen eines meiner persönlichen Vorbilder! Bitte bilden Sie sich, Unwissen ist sehr gefährlich!
18.09.2009 19:52 Uhr
von Cetin Senol:
Es gibt so viele Parallelen, dass man gar nicht weiss, wo man anfangen soll. Alleine schon diese ganze Ehrenmord-Hysterie erinnert stark an die Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden. Was mich fast noch mehr beunruhigt als die Medienhetze in diesem Punkt ist die Hetze der Politiker im Range eines Wolfgang Bosbach, der sich gar dazu verstieg zu behaupten, nicht alle Moslems seien Terroristen, aber fast alle Terroristen seine Moslems, trotz dessen ihm die Fakten von Europol geläufig sein müssten:
- Die EU-Staaten meldeten im vergangenen Jahr (2008) insgesamt 515 Terroranschläge (2007: 583).
- 441 Terroranschläge wurden erfolgreich ausgeführt, 74 misslangen oder wurden vereitelt.
- Europaweit gab es nur einen einzigen Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund (in Grossbritannien).
- Separatistische Terrorgruppierungen - wie etwa die baskische ETA - verübten 397 Anschläge.
- Auf das Konto der ETA gehen auch die vier toten Terrorismusopfer des Jahres 2008.
Wenn man sich jetzt noch die grosse Anzahl an Moslems vergegenwärtigt (immerhin gibt es fast 100 mal mehr Moslems als Juden), dann sieht man, wie absurd das Hochpuschen solcher Themen von Medien und Politikern ist. Nicht auszumalen, was ein Bosbach sagen würde, wenn es 100 mal weniger Moslems, dafür 100 mal mehr Juden gäbe und somit auch das Zahlenverhältnis bezüglich des Terrors umgekehrt wäre. Ein Gedankenspiel, wenn also beim 9/11er-Anschlag es 100 mal weniger Tote gegeben hätte, dafür es 100 Baruch Goldsteins gegeben hätte, der mit seinem Anschlag 29 Menschen tötete, würde dann ein Herr Bosbach ähnlich argumentieren bezüglich des jüdischen Terrors? Ein anderes Beispiel, der Führer der SA, Ernst Röhm, war schwul, so war es auch der Führer der Neonazi-Szene Michael Kühnen, der an AIDS starb. Würde Herr Bosbach genauso verallgemeinern und behaupten, nicht jeder Schwule ist ein Nazi, aber fast jeder Nazi ist schwul? Herr Bosbach sollte sich entschuldigen mit seiner Gleichstellung von Moslems und Terroristen!
05.07.2009 02:02 Uhr
von Ali Koc:
Ich, als alevitischer Muslim, habe diesen Artikel richtig genossen. Meiner Meinung nach kann man diese beiden Begriffe miteinander vergleichen und man sollte/muß darüber reden dürfen. Aus einer Islamphobie/Angst kann leicht(Selbstmordattentäter, Ehrenmorde, U-Bahn-Schläger, Terror-hier-und-da-und-überall...) ein Anti-islamismus entstehen. Wem was an Aufklärung liegt, kann eigentlich nicht dagegen sein.
01.05.2009 09:08 Uhr
von Sandra Genscher:
Irre ich mich, oder hat der Autor von diesem Artikel vergessen (?), seinen eigenen Artikel mit seinem Namen zu versehen...Was ist mit der journalistischen Berichterstattung geschehen?
Als Kind bin in einem muslimischen und christlichen Kreise aufgewachsen und kenne beide sehr gut. Und ich denke, dass man in Deutschland immer noch vorsichtig sein sollte, mit Aussagen, die jegliche Geschehen im 2. Weltkrieg verharmlosen koennen. Wer auch immer Antisemitismus und Islamophobie miteinander vergleicht, weiss selber, auf welch duennes Eis er sich begibt.
Und ich denke, einige Muslime lassen ein wenig zu sehr ihre Religion heraushaengen. Sogar religioese-liberale Muslime fuehlen sich mittlerweile von den strengen Muslimen belaestigt. Ich selber bin nicht Muslim, habe aber muslimische Familienmitglieder in der Tuerkei. Diese Familienmitlieder fuehlen sich in ihrem eigenen Lande vom religioesen Praesidenten in ihrer Freiheit bedroht.
Ganz in Atatuerks Sinne : Religion ist Privatsache!
Sandra.
20.04.2009 22:05 Uhr
von Dr. Harald Wenk:
,@hartumt wagner
Es mag schwierrg sein, nach den schlechten Efahrungen ihrer freundlichen Gastgeber eine differenzete Haltung zwischen Fundamentailisten, normalen Anhänger und Kennern durchauss vorahndenen wertvollen Inhalt einer solchen Kulturtradition zu unterscheiden. Gleichwohl sind Beschmpfungen als Denkersatz, wie in ihrem Artikel, kontraproduktiv. Ist doch "der Hass niemals gut", wie der weise Spinoza allseits die richtigen trifft. Leider sind sie auch dabei.
20.04.2009 01:25 Uhr
von hartmut wagner:
man kann "antisemitismus" und "islamophobie" überhaupt nicht miteinander vergleichen. der antisemit hasst "die" juden und das heißt jeden juden aufgrund seiner biologischen abstammung, ob der jude nun orthodox, liberal, atheistisch oder gar christlich bzw. muselmanisch ist. "islamophobie" bedeutet dem wortsinn nach "angst vor dem islam" und diese angst ist sehr berechtigt, berücksichtigt man die gemetzel, die von islamischen fanatikern in vergangenheit und gegenwart angerichtet wurden und werden. nicht zuletzt türkische bzw. osmanische soldaten haben z.B. bei ihren eroberungszügen auf dem balkan und den griechischen inseln mit wollust gemordet, gebrandschatzt und vergewaltigt, ganz zu schweigen vom türkischen massenmord an den armeniern. "islamophob" ist also jemand, wenn er den islam "die verrückteste religion der welt", nach dem französischen autor houellebecq, dem ich übrigens zustimme, zu recht fürchtet. die furcht richtet sich aber nicht auf eine rasse, sondern auf ein gefährliches gebräu aus dummheit und aggressivität, den brutalen islamischen aberglaubensquatsch, wie er in heiligen schriften und überlieferungen dieses intelligenzfreien religiösen mülls vorliegt. der "islamophobe" mensch kann schon deswegen kein rassist sein wie der antisemit, weil diesem islamischen quatsch geistig verwirrte weiße, z.B. der begabte musiker cat stevens, geistig verwirrte schwarze, z.B. der erstklassige boxer muhammad ali, geistig verwirrte deutsche,geistig verwirrte türken, überhaupt geistig verwirrte menschen aus beinahe allen nationen und rassen dieser erde angehören. diese muselmanen hasst der "islamophobe" selbstverständlich überhaupt nicht. sie tun ihm nur leid und er fürchtet ihre geistige verblendung, die von islamistischen büchsenspannern in der geschichte benutzt wurde und in der gegenwart benutzt wird, um leid, tod und unheil über zahllose menschen und nicht immer nur intellektuell entwickelte zu bringen. viele mosleme werden selbst opfer islamistischen terrors. so werfen zum beispiel irakische und pakistanische sunniten mit vorliebe bomben und granaten in die moscheen und pilgerzüge ihrer schiitischen glaubensbrüder. und die angehörigen einer der wenigen toleranten islamischen sekten, der persischen bahai, deren gastfreundschaft ich als student einmal genießen durfte, werden von vielen folterayatollahs und dem holocaustleugner und antisemiten ahmadinejad in ihrem heimatland persien, das eine glorreiche vorislamische vergangenheit besitzt, mit folter und todesurteilen verfolgt.
24.03.2009 14:03 Uhr
von Limited:
Die Ähnlichkeit der Stigmatationsschablonen und die Ähnlichkeit der verwendeten Stereotypen sind kaum von der Hand zu weisen.
Besonders gruselig wird die Ähnlichkeit bei den rassistischen Feindbildern, die konstruiert werden.
Einiges was als "Islamkritisch" daherkommt ist nichts anderes als Neofaschismus.
23.03.2009 23:48 Uhr
von Dr. rer. Nat. Harald Wenk :
Vorurteilsforschung – Differenzen und Homologien
In der akademischen Behandlung treten in der Regel in der Tat bei einem“Vergleich“ soviel Differenzen zu Tage, dass nur der Obertitel so etwas wie Gemeinsamkeiten übrigläßt. Halten doch einige „Differenzieren“ und „Denken“ für fast synonym.
Aus akademischen Redlichkeitsgründen, durchaus hier dem moralischen Anstand verwandt, ist eine Behandlung von Islamophobie in einem Anstisemtismusforschungsinstitut eine erfreulich weitgeistige Angelgenheit. die dann sozusagen wissenschaflich-moralisch-formal die Wissenschaftlichkeit des Instituts aufwertet. Wenn sie das dann auch tatsächlich tut, gut. Ce ca.
Eine kleine akademische Übung noch:
„Um das an zwei Beispielen zu verdeutlichen: Eine bekannte sozialwissenschaftliche Theorie, die "Schichtentheorie", mochte zwar bürgerlichen Ursprungs sein und gleichwohl in mancher Hinsicht mehr erklären als eine marxistische Klassentheorie.“ Micha Brumlik im Artikel
Ich weiß nicht, wie und warum Herr Brumlik eine geschichtete Klassentheorie ausschließt: Proletariat, Lumpenproletariat, Facharbeiter, technische Intelligenz, Kleinbürgertum, Bildungsbürgertum, Wirtschaftsbürgertum sind zweifeslohne größtenteils schon Marx wohlbekannte und zum Teil verwendete Elemente der Klassentheorie, die ebenso zweifellos eine Schichtung, hier nicht vollständig, darstellt. Der höhere Erklärungswert der geschichteten Klassentheorie liegt darin, wie sich diese Klassen reproduzieren. Da die formelle Subsumtion die „Lohnarbeiterklasse“ hat anwachsen lassen und die Ausnahmen als verkapptes Bürgertum seltener werden, ist der Erklärungswert auch für die eigen Lage größer. Die Verkennung der Existenz von „Barrikden“ ist von einer Platzierung auf der „falschen“ Seite derselben durch eine unqualifizierte Schichtentheorie nahegelegt. Und das Prinzip der Nähe ist nicht nur nach Nietzsche „immer zu beachten“. Die causa und autopoeisa specifica müssen eben mit angegeben werden. Es kommen, wie in der Schichtung elektrischer Felder, polare Strukturen vor.
23.03.2009 15:09 Uhr
von TAZer:
Herr Robert Pieter van Bavel hat offensichtlich nicht verstanden worum in dieser Diskussion um AfZ und Herrn Prof. Benz überhaupt geht. Anstattdessen egötzt sich an den Wörter wie Massaker oder Kriegsverbrechen und sich damit als ein Terroristenversteher outet. Gäähn.
23.03.2009 12:38 Uhr
von Robert Pieter van Bavel:
Der Antisemitismus mit Nazi-Deutschland, mit Holocaust und mit Auschwitz und ein Muslimenhass ohne Israel, ohne 'War on Terror', ohne Nakba und ohne die regelmäßigen Massaker an Palästinensern, wie uns Brumlik in seinem Aufsatz vorführt? Letzteres, kaum denkbar so kurz nach dem letzten Gaza-Massaker, aber er tut’s, leider wieder mal.
So wie der Antisemitismus letztendlich in Nazi-Deutschland definiert wurde so wird der Palästinenser- oder Muslimenhass oder Antiarabismus im jüdisch-zionistischen Israel definiert. (Denn der von Brumlik verwendete Begriff 'Islamophobie' und dessen Umschreibung: 'etwas einfache Vorurteile gegen Muslime’, verharmlosen das eigentliche Problem.)
Das Gaza-Massaker bringt die Sache abermals auf den Punkt und die Aussagen des israelischen Staatssekretärs für Verteidigung Matan Vilnai mit seiner Shoah/Holocaust-Drohung (Wenn ihr so weitermacht, kriegt ihr von uns 'einen noch größeren Shoah/Holocaust') und des äußerst erfolgreichen Politikers Avigdor Lieberman (Atombomben auf Gaza wäre die Lösung fürs Problem Gaza) und dessen Heimatpartei, die erhellen dies: Der Vergleich damals – jetzt, hochaktuell, und wieder ist der lardiert mit den altbekannten Diskriminierungs-, Vertreibungs- und Endlösungs-Gedanken/Wünschen/Praktiken (‚Transfer/Deportation aller Palästinenser aus dem groß-israelischen Raum’ und die ‚Endlösung des Palästinenser-Problems’, Themen, über die man in Israel in aller Offenheit diskutiert und die in Parteiprogrammen enthalten sind); dies alles auf religiös-ethnischer, und also, im Sinne der Antisemitismus-Debatte, auf rassistischer Basis: Israel ist jüdisch und zionistisch und israelische Staatsbürger sind jüdischen Glaubens. Und da sollte man nicht hellwach werden? Und dabei sollte man das eine wohl und das andere nicht groß schreiben?
Das Gaza-Massaker, keine Defensiv-Aktion, wie man es uns gerne glauben lassen möchte, sondern eine völkerrechtswidrige Offensiv-Aktion mit vielen Verbrechen und vielen Opfern, wie sich schon bald herausstellte. Und außerdem eine, die derart eng mit der Gegenüberstellung jüdisch-zionistisch – palästinensisch-islamitisch verbunden ist, dass sie, so kommt es mir vor, nur von daher zu verstehen ist: Teil der rassistisch und religiös gearteten Vertreibungs- und Kolonisierungspolitik Israels. Eine abermalige Fortführung also der 1947 angefangenen Nakba, der gewaltsamen Vertreibung und Ermordung der ursprünglichen nicht-jüdischen Bevölkerung und deren Ersetzung durch Juden? Alles im Dienste der Kolonisierung Palästinas, fürs jüdisch-zionistische Israel, ein Land ohne Grenzen?
Das Gaza-Massaker, ein Gewaltakt im Rahmen unseres westlichen ‚War on Terror’, und somit auch im Rahmen der überheblichen urchristlichen Missions- und Kreuzzugsidee: gegen die Andersgläubigen und fürs ‚Heilige Land’? Der gerechte, der religiöse, der Heilige Krieg? Der Krieg, der alles, auch das Verbrecherischste ermöglicht, der Recht und Gerechtigkeit, UNO und Internationales Gerichtshof, ignorieren und missachten darf? Ja sogar einen neuen Holocaust gutheißt? Ilan Pappe beobachtete in Israel eine ‚righteous fury’ während des Gaza-Gewaltaktes; gerade deswegen, wegen der ethnischen und religiösen, der ideologisch-rassistischen Grundlage der Auseinandersetzung?
Alles Fragen, die man nicht ausklammern oder nur beschränkt oder einseitig erörtern sollte, wie es Brumlik irgendwie doch tut. Die Holocaust-Keule wurde doch schon zu oft geschwingt.
23.03.2009 07:58 Uhr
von ximo:
Unter Bärendienst, auf achgut.com schreibt Herr Broder ... "Das allein wäre noch nicht bemerkenswert, denn „Wissenschaft“ heißt nicht nur, beieinander abschreiben und sich die Texte gegenseitig zur Rezension zu schicken, es heißt auch, einander beistehen und aus der Patsche helfen. Freilich: Brumliks Beitrag hat noch einen anderen Subtext. Benz geht demnächst in Rente, der Posten wird extern ausgeschrieben, was bedeutet, dass Werner Bergmann, Professor am ZfA, der lange als aussichtsreicher Nachfolger von Benz galt, es nicht wird. Auf den Fluren des ZfA wird deswegen über eine andere Möglichkeit spekuliert. Sie heißt zufällig Micha Brumlik, denn erstens gibt es zwischen Flensburg und Berchtesgaden nicht viele qualifizierte Kandidaten für den Posten, und zweitens wäre es für das angeschlagene Renommee des ZfA gut, wenn nicht nur ein Prof. sondern auch ein Jude es leiten würde. Da wäre es sicher nicht kontraproduktiv, wenn Brumlik sich beizeiten dezent in Stellung bringen würde." und weiter ... "Brumlik bewegt sich auf einem sehr schmalen Grat zwischen Lüge und Unwahrheit, wenn er schreibt: „Wolfgang Benz… ließ… wissen, dass wichtige Mitglieder des Zentralrats der Juden in Deutschland im persönlichen Gespräch nichts gegen eine solche Tagung einzuwenden hätten, was diese auf telefonischen Rückruf von Henryk M. Broder jedoch nicht bestätigen wollten - womit Benz nun beschädigt dastand.“
Benz hatte ausdrücklich drei Zeugen genannt: Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, den Gesandten der israelischen Botschaft und den SPD-MdB Gert Weisskirchen. Sowohl Lala Süsskind wie Ilan Mor versicherten, über dieses Thema mit Benz überhaupt nicht gesprochen zu haben; allein Gert Weisskirchen, auch er ein großer Taktiker vor dem Herrn, sagte weder ja noch nein und liess wissen, er wolle sich nicht äußern. Brumliks Formulierung – „was diese… jedoch nicht bestätigen wollten“ – ist eine zärtliche Untertreibung. Nicht das von Benz herbei gezauberte falsche Alibi ist das Problem, sondern dass er sich mit beiden Armen im Mustopf der Lüge erwischen liess. Völlig aus der Luft gegriffen ist der Satz: „Nur zu gut zu verstehen ist gleichwohl, dass er (Benz) sich später weigerte, auf Einladung der Gruppe mit ihr öffentlich zu diskutieren.“
So wie es keine Gruppe gibt, gab es auch keine „Einladung der Gruppe“ mit ihr zu diskutieren. Was es gleichwohl gab, war eine geplante Diskussion über Antisemitismus bei der „Bnei Brit“ – mit Benz, Deidre Berger vom AJC und mir. Sie kam nicht zustande, weil Benz nicht mitmachen wollte und ich keine Lust hatte, allein mit einem Leichtgewicht wie Deidre Berger in die Bütt zu steigen." am besten siehe ... http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/brumliks_baerendienst/
23.03.2009 07:52 Uhr
von Uri Liebeskind:
Wenn Brumlik Benz verteidigt disqualifiziert er sich: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/brumliks_baerendienst/ Das Beste wäre es Broder als Nachfolger von Benz zu nominieren :-)
22.03.2009 17:38 Uhr
von Redneck:
@Marti
Ein ausgezeichneter Kommentar! Leider habe ich so langsam das Gefuehl, dass man die Probleme des Islam heute in Deutschland nicht mehr offen ansprechen darf, da man sonst in die rechte Ecke gestellt wird.
22.03.2009 14:43 Uhr
von Marti:
Der Unterschied zwischen Islam uns Judentum ist, dass der klassische Scharia-Islam neben einer Religion auch ein voll ausgebildetes Herrschaftssystem ist, das solange den offensiven, militärischen Jihad zur kollektiven Pflicht (fard kifaya) aller Muslime macht, bis die gesamte Welt unter muslimischer, d.h. Scharia-Herrschaft steht.
Im klassischen Scharia-System haben Christen und Juden des Platz von unterworfenen, d.h. Bürgern zweiter Klasse (dhimmis). Atheisten und Polytheisten haben lediglich die Wahl zwischen Islam und Tod. Wer weder Muslim noch Unterworfener (dhimmi) ist, hat als "Harbi" kein Recht auf Leben.
All das oben beschriebene war bis weit ins 19. Jahrhundert allgemeiner Konsens unter den Gelehrten des Scharia-Islams. Seit dem gibt es natürlich auch kritische Stimmen, die all das ablehnen. Die Masse der orthodoxen Gelehrten zieht sich jedoch dadurch aus der Affäre, das man einfach nicht mehr darüber spricht.
Spätestens seit den 1970 gibt es weltweit eine Renaissance der klassischen Scharia, die in immer weiteren Teilen der islamischen Welt auch offiziell wieder eingeführt wird. Unter Gläubigen hat sie nie ihren normativen Anspruch verloren.
In der Selbstsicht des orthodoxen Scharia-Islams ist die Scharia auch nicht reformierbar, sondern ewig gültiges, göttliches Gesetz, an dem der Mensch nicht rühren darf.
Auf Grund des oben gesagten ist der orthodoxe Scharia-Islam eher mit Faschismus oder Stalinismus zu vergleichen, als mit Religionen im modernen Sinn, wie Judentum, Christentum oder Buddhismus.
Die Ablehnung des Islam ist keine Ablehnung von Angehörigen einer Religionsgruppe, sondern die Ablehnung eines repressiven Herrschaftssystems.
Die Konstruktion von "Islamophobie" ist lediglich ein Mittel um Kritik am repressiven Herrschaftssystem Islam mit der Rassimuskeule mundtot zu machen und in keiner Weise mit Antisemitismus vergleichbar.
22.03.2009 14:25 Uhr
von Lothar:
Der Hinweis, daß es im islamischen El Andalus keine Progrome an Juden gab, ist bei Schwärmern für den Islam so beliebt wie historisch einfach falsch. Es gab mehrfach Progrome mit teils mehreren Tausend Toten.
Es wird auch immer schwieriger, zwischen Islam und Islamismus zu trennen. Wo will man denn die Grenze setzen? Ein bißchen Frauenunterdrückung nur?
Oder wie will man es denn in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz bringen, abgesehen von der vorgeschriebenen Ungleichheit von Mann/Frau, daß der Koran jeglichem von Menschen gemachten Gesetz übergeordnet ist?
Das Problem des Islam ist nun mal, das er nicht nur eine Religion ist, die jeder für sich ausleben kann, sondern gleichzeitig auch eine Lebensform, mit massiven Ansprüchen auch an die Umgebung und somit Nichtmosleme, die sich nach diesen Ansprüchen ausrichten sollen.
22.03.2009 10:42 Uhr
von Alexander Voronin:
Islamophobie
Wieder so ein Konstrukt eines abgehobenen Wissenschaftlers!
Der neue Natogeneralsekretär wird von der Türkei abgelehnt, weil er sich nicht für die Muhamadkarikaturen entschuldigt hat!
Ja wo leben wir denn?? Nicht mehr in der Steinzeit!
Und dass das Frauenbild im Islam noch von der taz toleriert wird, wie auch von den ganzen GrünINNEN!
Ich fass es nicht! Wenn der Frauenparkplatz 10 cm zu kurz geraten ist, wird gleich öffentlich protestiert! Zwangsverheiratung, "Ehrenmord" - alles nur Folklore!
Werte wie Meinungsfreiheit, Gleichheit von Frau und Mann! Im Fall des Islam ist das unseren Politikern und auch besonders den Grünen total egal!
Islamophobie???
Hallo - geht's noch!
21.03.2009 01:19 Uhr
von Karo:
Herr Brumlik hat offenbar weder die Debatte noch die zentralen Elemente des Antisemitismus verstanden. Deshalb führt er drei unsinnige Argumente an, deren Unsinnigkeit er im Folgenden darlegt. Eine gar zu billige Methode! Und dann: Zuerst bekundet er sein Unverständnis über die Heftigkeit der Debatte, um sich gegen Ende des Artikels dazu zu versteigen, die Kritiker mit Islamisten zu vergleichen! Ein indiskutabler und ärgerlicher Beitrag.
21.03.2009 00:58 Uhr
von vic:
Natürlich kann man vergleichen. Aber eins ist klar. Wo Broder draufsteht weiß ich was drin steht, noch bevor ich reinschaue.
20.03.2009 21:28 Uhr
von X-tian:
Die Ausführungen von Herrn Peter sind mindestens genauso erhellend wie die von Herrn Brumlik. Beide meinen doch im Grunde nur: Dem "braunen Spuk" macht am besten ein Ende, wenn in jeder Ecke eine Moschee steht.
20.03.2009 18:14 Uhr
von Peter:
Oder es geht 4. darum, dass Antisemitismus anderen Konstruktionsbedingungen unterliegt als Rassismen, und Islamophobie diesen meiner Meinung nach deutlich näher ist als dem Antisemitismus. Es wird bei Vorurteilen gegenüber MuslimInnen meinem Kenntnisstand weder eine muslimische Weltverschwörung konstruiert, die an den Zentren der Macht sitzt, noch finden sich in der Islamophobie verkürzte, antikapitalistische Versatzstücke. Ein Vergleichen von Islamophobie, Rassismen, Antisemitismus und Antiziganismus (der widerrum eigene Muster aufweist) ist akzeptabel und wichtig, und vielleicht mag sogar die "...Wut der neuen Muslimfeinde (...) dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden..." gleichen, aber Wut und Zorn sind das eine, Islamophobie und Antisemitismus das andere, und letzteres gleicht einander nicht.
Leserkommentare
27.05.2010 00:49 Uhr
von Marwan Hassan:
Gerade der Vergleich mit dem Antisemitismus ist wichtig, damit die Geschichte sich nicht wiederholt. Zuerst unsere Cousins die Juden, dann die Muslime. Vielleicht könnten wir endlich eine Leitkultur der Eingeborenen Deutschen entdecken. Diese wäre andersgläubige das Leben schwer zu machen!
16.10.2009 10:22 Uhr
von Samia:
kaum gibt es wieder die Gefahr von Annäherung und Konsens, wird gleich wieder gehetzt-von allen erdenklichen Seiten.
@Herrn Wagner
"man kann "antisemitismus" und "islamophobie" überhaupt nicht miteinander vergleichen.
der antisemit hasst "die" juden und das heißt jeden juden aufgrund seiner biologischen abstammung, ob der jude nun orthodox, liberal, atheistisch oder gar christlich bzw. muselmanisch ist"
Bis dahin fand ich alles noch ganz gut, bis auf muselmanisch, denn genau nach diesem Wort erkannte ich, dass eine Hetze folgen MUSS.
Sie haben meiner Meinung nach nur unqualifizierten und leider auch sehr niveaulosen Argumentationsbrei von sich gegeben und wieder frage ich die taz, ob man so etwas wirklich unter Meinung und nicht unter Diskriminierung lokalisieren kann...denn ich als Muslimin finde mich komischerweise überhaupt nicht wieder in diesem furchtsamen Gewirr aus Hasspredigt (oh,da gibt es ja doch Parallelen zwischen ALLEN Muslimen und Ihnen)Furchtbekennung und Nichtwissen. Nichtwissen- ein gefährliches Instrument der Medien und auch solcher Menschen wie Ihnen, denn man könnte ja aus dem ersten Satz schließen, dass Sie Ahnung von dem haben, was Sie da schreiben.
Leider gibt es nicht nur irgendwelche hirnlosen Muslime, ich muss Ihre Ideologie etwas zurechtrücken.Goethe war ein-wie ich mich schwach aus meiner tatsächlichen Gymnasialzeit erinnere-deutscher Verfasser herrlicher Literatur, und er war tatsächlich ein Freund der Muslime. Daher finde ich es nahezu die deutsche Literatur und Intelligenz, sowie die gesamte deutsche Kultur degradierend, wenn sie sagen, deutsche Muslime und deren Sympathisanten seien allesamt minderausgestattet mit Verstand als Sie. Finden Sie sich nicht etwas überheblich, sich über Goethe zu stellen??? Ich als deutsche Muslimin finde das jedenfalls verletzend, bin ich doch eine Anhängerin des Korans und der deutschen Literatur gleichsam.
Außerdem fühlen sich Palästinenser auch als Semiten, man muss sich immer überlegen, was Semiten eigentlich sind und ob dies lediglich einer jüdischen Abstammung zugehört. Herr Verleger, der gestern an meiner Uni einen Vortrag über Judentum und Zionismus hielt und selber ein praktizierender (also gläubiger) Jude ist, gab mir recht, als ich ihm meine Bedenken äußerte, die Bewegung der Islamophobie könnte sich weiter ausbreiten zu einem ausgeprägten "akzeptierten" Rassismus in Deutschland.
Ach, falls Sie mal Zeit haben, ihr verqueres Weltbild beiseite zu schieben, ein sehr gebildeter deutscher Muslim heißt Wilfried Murad Hofmann und leider nie präsent in der deutschen Medienlandschaft-da er ein Positivbeispiel eines Muslims ist und im Übrigen eines meiner persönlichen Vorbilder!
Bitte bilden Sie sich, Unwissen ist sehr gefährlich!
18.09.2009 19:52 Uhr
von Cetin Senol:
Es gibt so viele Parallelen, dass man gar nicht weiss, wo man anfangen soll. Alleine schon diese ganze Ehrenmord-Hysterie erinnert stark an die Ritualmord-Vorwürfe gegen Juden. Was mich fast noch mehr beunruhigt als die Medienhetze in diesem Punkt ist die Hetze der Politiker im Range eines Wolfgang Bosbach, der sich gar dazu verstieg zu behaupten, nicht alle Moslems seien Terroristen, aber fast alle Terroristen seine Moslems, trotz dessen ihm die Fakten von Europol geläufig sein müssten:
- Die EU-Staaten meldeten im vergangenen Jahr (2008) insgesamt 515 Terroranschläge (2007: 583).
- 441 Terroranschläge wurden erfolgreich ausgeführt, 74 misslangen oder wurden vereitelt.
- Europaweit gab es nur einen einzigen Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund (in Grossbritannien).
- Separatistische Terrorgruppierungen - wie etwa die baskische ETA - verübten 397 Anschläge.
- Auf das Konto der ETA gehen auch die vier toten Terrorismusopfer des Jahres 2008.
Quelle: http://www.europol.europa.eu/publications/EU_Terrorism_Situation_and_Trend_Report_TE-SAT/TESAT2009.pdf
Wenn man sich jetzt noch die grosse Anzahl an Moslems vergegenwärtigt (immerhin gibt es fast 100 mal mehr Moslems als Juden), dann sieht man, wie absurd das Hochpuschen solcher Themen von Medien und Politikern ist. Nicht auszumalen, was ein Bosbach sagen würde, wenn es 100 mal weniger Moslems, dafür 100 mal mehr Juden gäbe und somit auch das Zahlenverhältnis bezüglich des Terrors umgekehrt wäre. Ein Gedankenspiel, wenn also beim 9/11er-Anschlag es 100 mal weniger Tote gegeben hätte, dafür es 100 Baruch Goldsteins gegeben hätte, der mit seinem Anschlag 29 Menschen tötete, würde dann ein Herr Bosbach ähnlich argumentieren bezüglich des jüdischen Terrors?
Ein anderes Beispiel, der Führer der SA, Ernst Röhm, war schwul, so war es auch der Führer der Neonazi-Szene Michael Kühnen, der an AIDS starb. Würde Herr Bosbach genauso verallgemeinern und behaupten, nicht jeder Schwule ist ein Nazi, aber fast jeder Nazi ist schwul? Herr Bosbach sollte sich entschuldigen mit seiner Gleichstellung von Moslems und Terroristen!
05.07.2009 02:02 Uhr
von Ali Koc:
Ich, als alevitischer Muslim, habe diesen Artikel richtig genossen. Meiner Meinung nach kann man diese beiden Begriffe miteinander vergleichen und man sollte/muß darüber reden dürfen.
Aus einer Islamphobie/Angst kann leicht(Selbstmordattentäter, Ehrenmorde, U-Bahn-Schläger, Terror-hier-und-da-und-überall...) ein Anti-islamismus entstehen.
Wem was an Aufklärung liegt, kann eigentlich nicht dagegen sein.
01.05.2009 09:08 Uhr
von Sandra Genscher:
Irre ich mich, oder hat der Autor von diesem Artikel vergessen (?), seinen eigenen Artikel mit seinem Namen zu versehen...Was ist mit der journalistischen Berichterstattung geschehen?
Als Kind bin in einem muslimischen und christlichen Kreise aufgewachsen und kenne beide sehr gut. Und ich denke, dass man in Deutschland immer noch vorsichtig sein sollte, mit Aussagen, die jegliche Geschehen im 2. Weltkrieg verharmlosen koennen. Wer auch immer Antisemitismus und Islamophobie miteinander vergleicht, weiss selber, auf welch duennes Eis er sich begibt.
Und ich denke, einige Muslime lassen ein wenig zu sehr ihre Religion heraushaengen. Sogar religioese-liberale Muslime fuehlen sich mittlerweile von den strengen Muslimen belaestigt. Ich selber bin nicht Muslim, habe aber muslimische Familienmitglieder in der Tuerkei. Diese Familienmitlieder fuehlen sich in ihrem eigenen Lande vom religioesen Praesidenten in ihrer Freiheit bedroht.
Ganz in Atatuerks Sinne : Religion ist Privatsache!
Sandra.
20.04.2009 22:05 Uhr
von Dr. Harald Wenk:
,@hartumt wagner
Es mag schwierrg sein, nach den schlechten Efahrungen ihrer freundlichen Gastgeber
eine differenzete Haltung zwischen
Fundamentailisten, normalen Anhänger und
Kennern durchauss vorahndenen wertvollen
Inhalt einer solchen Kulturtradition zu unterscheiden.
Gleichwohl sind Beschmpfungen als Denkersatz, wie in ihrem Artikel,
kontraproduktiv. Ist doch "der Hass niemals gut",
wie der weise Spinoza allseits die richtigen trifft.
Leider sind sie auch dabei.
20.04.2009 01:25 Uhr
von hartmut wagner:
man kann "antisemitismus" und "islamophobie" überhaupt nicht miteinander vergleichen.
der antisemit hasst "die" juden und das heißt jeden juden aufgrund seiner biologischen abstammung, ob der jude nun orthodox, liberal, atheistisch oder gar christlich bzw. muselmanisch ist.
"islamophobie" bedeutet dem wortsinn nach "angst vor dem islam" und diese angst ist sehr berechtigt, berücksichtigt man die gemetzel, die von islamischen fanatikern in vergangenheit und gegenwart angerichtet wurden und werden.
nicht zuletzt türkische bzw. osmanische soldaten haben z.B. bei ihren eroberungszügen auf dem balkan und den griechischen inseln mit wollust gemordet, gebrandschatzt und vergewaltigt, ganz zu schweigen vom türkischen massenmord an den armeniern.
"islamophob" ist also jemand, wenn er den islam "die verrückteste religion der welt", nach dem französischen autor houellebecq, dem ich übrigens zustimme, zu recht fürchtet. die furcht richtet sich aber nicht auf eine rasse, sondern auf ein gefährliches gebräu aus dummheit und aggressivität, den brutalen islamischen aberglaubensquatsch, wie er in heiligen schriften und überlieferungen dieses intelligenzfreien religiösen mülls vorliegt.
der "islamophobe" mensch kann schon deswegen kein rassist sein wie der antisemit, weil diesem islamischen quatsch geistig verwirrte weiße, z.B. der begabte musiker cat stevens, geistig verwirrte schwarze, z.B. der erstklassige boxer muhammad ali, geistig verwirrte deutsche,geistig verwirrte türken, überhaupt geistig verwirrte menschen aus beinahe allen nationen und rassen dieser erde angehören.
diese muselmanen hasst der "islamophobe" selbstverständlich überhaupt nicht. sie tun ihm nur leid und er fürchtet ihre geistige verblendung, die von islamistischen büchsenspannern in der geschichte benutzt wurde und in der gegenwart benutzt wird, um leid, tod und unheil über zahllose menschen und nicht immer nur intellektuell entwickelte zu bringen.
viele mosleme werden selbst opfer islamistischen terrors. so werfen zum beispiel irakische und pakistanische sunniten mit vorliebe bomben und granaten in die moscheen und pilgerzüge ihrer schiitischen glaubensbrüder.
und die angehörigen einer der wenigen toleranten islamischen sekten, der persischen bahai, deren gastfreundschaft ich als student einmal genießen durfte, werden von vielen folterayatollahs und dem holocaustleugner und antisemiten ahmadinejad in ihrem heimatland persien, das eine glorreiche vorislamische vergangenheit besitzt, mit folter und todesurteilen verfolgt.
24.03.2009 14:03 Uhr
von Limited:
Die Ähnlichkeit der Stigmatationsschablonen und die Ähnlichkeit der verwendeten Stereotypen sind kaum von der Hand zu weisen.
Besonders gruselig wird die Ähnlichkeit bei den rassistischen Feindbildern, die konstruiert werden.
Einiges was als "Islamkritisch" daherkommt ist nichts anderes als Neofaschismus.
23.03.2009 23:48 Uhr
von Dr. rer. Nat. Harald Wenk :
Vorurteilsforschung – Differenzen und Homologien
In der akademischen Behandlung treten in der Regel in der Tat bei einem“Vergleich“
soviel Differenzen zu Tage, dass nur der Obertitel so etwas wie Gemeinsamkeiten übrigläßt.
Halten doch einige „Differenzieren“ und „Denken“ für fast synonym.
Aus akademischen Redlichkeitsgründen, durchaus hier dem moralischen Anstand verwandt,
ist eine Behandlung von Islamophobie in einem Anstisemtismusforschungsinstitut eine erfreulich
weitgeistige Angelgenheit. die dann sozusagen wissenschaflich-moralisch-formal die Wissenschaftlichkeit des Instituts aufwertet.
Wenn sie das dann auch tatsächlich tut, gut. Ce ca.
Eine kleine akademische Übung noch:
„Um das an zwei Beispielen zu verdeutlichen: Eine bekannte sozialwissenschaftliche Theorie, die "Schichtentheorie", mochte zwar bürgerlichen Ursprungs sein und gleichwohl in mancher Hinsicht mehr erklären als eine marxistische Klassentheorie.“ Micha Brumlik im Artikel
Ich weiß nicht, wie und warum Herr Brumlik eine geschichtete Klassentheorie ausschließt:
Proletariat, Lumpenproletariat, Facharbeiter, technische Intelligenz, Kleinbürgertum, Bildungsbürgertum, Wirtschaftsbürgertum sind zweifeslohne größtenteils schon Marx wohlbekannte und zum Teil verwendete Elemente
der Klassentheorie, die ebenso zweifellos eine Schichtung, hier nicht vollständig, darstellt.
Der höhere Erklärungswert der geschichteten Klassentheorie liegt darin, wie sich diese Klassen reproduzieren. Da die formelle Subsumtion die „Lohnarbeiterklasse“ hat anwachsen lassen und die Ausnahmen als verkapptes Bürgertum seltener werden, ist der Erklärungswert auch für die eigen Lage größer. Die Verkennung der Existenz von „Barrikden“ ist von einer Platzierung
auf der „falschen“ Seite derselben durch eine unqualifizierte Schichtentheorie
nahegelegt. Und das Prinzip der Nähe ist nicht nur nach Nietzsche „immer zu beachten“.
Die causa und autopoeisa specifica müssen eben mit angegeben werden. Es kommen, wie in
der Schichtung elektrischer Felder, polare Strukturen vor.
23.03.2009 15:09 Uhr
von TAZer:
Herr Robert Pieter van Bavel hat offensichtlich nicht verstanden worum in dieser Diskussion um AfZ und Herrn Prof. Benz überhaupt geht. Anstattdessen egötzt sich an den Wörter wie Massaker oder Kriegsverbrechen und sich damit als ein Terroristenversteher outet.
Gäähn.
23.03.2009 12:38 Uhr
von Robert Pieter van Bavel:
Der Antisemitismus mit Nazi-Deutschland, mit Holocaust und mit Auschwitz und ein Muslimenhass ohne Israel, ohne 'War on Terror', ohne Nakba und ohne die regelmäßigen Massaker an Palästinensern, wie uns Brumlik in seinem Aufsatz vorführt? Letzteres, kaum denkbar so kurz nach dem letzten Gaza-Massaker, aber er tut’s, leider wieder mal.
So wie der Antisemitismus letztendlich in Nazi-Deutschland definiert wurde so wird der Palästinenser- oder Muslimenhass oder Antiarabismus im jüdisch-zionistischen Israel definiert. (Denn der von Brumlik verwendete Begriff 'Islamophobie' und dessen Umschreibung: 'etwas einfache Vorurteile gegen Muslime’, verharmlosen das eigentliche Problem.)
Das Gaza-Massaker bringt die Sache abermals auf den Punkt und die Aussagen des israelischen Staatssekretärs für Verteidigung Matan Vilnai mit seiner Shoah/Holocaust-Drohung (Wenn ihr so weitermacht, kriegt ihr von uns 'einen noch größeren Shoah/Holocaust') und des äußerst erfolgreichen Politikers Avigdor Lieberman (Atombomben auf Gaza wäre die Lösung fürs Problem Gaza) und dessen Heimatpartei, die erhellen dies: Der Vergleich damals – jetzt, hochaktuell, und wieder ist der lardiert mit den altbekannten Diskriminierungs-, Vertreibungs- und Endlösungs-Gedanken/Wünschen/Praktiken (‚Transfer/Deportation aller Palästinenser aus dem groß-israelischen Raum’ und die ‚Endlösung des Palästinenser-Problems’, Themen, über die man in Israel in aller Offenheit diskutiert und die in Parteiprogrammen enthalten sind); dies alles auf religiös-ethnischer, und also, im Sinne der Antisemitismus-Debatte, auf rassistischer Basis: Israel ist jüdisch und zionistisch und israelische Staatsbürger sind jüdischen Glaubens. Und da sollte man nicht hellwach werden? Und dabei sollte man das eine wohl und das andere nicht groß schreiben?
Das Gaza-Massaker, keine Defensiv-Aktion, wie man es uns gerne glauben lassen möchte, sondern eine völkerrechtswidrige Offensiv-Aktion mit vielen Verbrechen und vielen Opfern, wie sich schon bald herausstellte. Und außerdem eine, die derart eng mit der Gegenüberstellung jüdisch-zionistisch – palästinensisch-islamitisch verbunden ist, dass sie, so kommt es mir vor, nur von daher zu verstehen ist: Teil der rassistisch und religiös gearteten Vertreibungs- und Kolonisierungspolitik Israels.
Eine abermalige Fortführung also der 1947 angefangenen Nakba, der gewaltsamen Vertreibung und Ermordung der ursprünglichen nicht-jüdischen Bevölkerung und deren Ersetzung durch Juden? Alles im Dienste der Kolonisierung Palästinas, fürs jüdisch-zionistische Israel, ein Land ohne Grenzen?
Das Gaza-Massaker, ein Gewaltakt im Rahmen unseres westlichen ‚War on Terror’, und somit auch im Rahmen der überheblichen urchristlichen Missions- und Kreuzzugsidee: gegen die Andersgläubigen und fürs ‚Heilige Land’? Der gerechte, der religiöse, der Heilige Krieg? Der Krieg, der alles, auch das Verbrecherischste ermöglicht, der Recht und Gerechtigkeit, UNO und Internationales Gerichtshof, ignorieren und missachten darf? Ja sogar einen neuen Holocaust gutheißt? Ilan Pappe beobachtete in Israel eine ‚righteous fury’ während des Gaza-Gewaltaktes; gerade deswegen, wegen der ethnischen und religiösen, der ideologisch-rassistischen Grundlage der Auseinandersetzung?
Alles Fragen, die man nicht ausklammern oder nur beschränkt oder einseitig erörtern sollte, wie es Brumlik irgendwie doch tut. Die Holocaust-Keule wurde doch schon zu oft geschwingt.
23.03.2009 07:58 Uhr
von ximo:
Unter Bärendienst, auf achgut.com schreibt Herr Broder ...
"Das allein wäre noch nicht bemerkenswert, denn „Wissenschaft“ heißt nicht nur, beieinander abschreiben und sich die Texte gegenseitig zur Rezension zu schicken, es heißt auch, einander beistehen und aus der Patsche helfen. Freilich: Brumliks Beitrag hat noch einen anderen Subtext. Benz geht demnächst in Rente, der Posten wird extern ausgeschrieben, was bedeutet, dass Werner Bergmann, Professor am ZfA, der lange als aussichtsreicher Nachfolger von Benz galt, es nicht wird. Auf den Fluren des ZfA wird deswegen über eine andere Möglichkeit spekuliert. Sie heißt zufällig Micha Brumlik, denn erstens gibt es zwischen Flensburg und Berchtesgaden nicht viele qualifizierte Kandidaten für den Posten, und zweitens wäre es für das angeschlagene Renommee des ZfA gut, wenn nicht nur ein Prof. sondern auch ein Jude es leiten würde. Da wäre es sicher nicht kontraproduktiv, wenn Brumlik sich beizeiten dezent in Stellung bringen würde."
und weiter ...
"Brumlik bewegt sich auf einem sehr schmalen Grat zwischen Lüge und Unwahrheit, wenn er schreibt: „Wolfgang Benz… ließ… wissen, dass wichtige Mitglieder des Zentralrats der Juden in Deutschland im persönlichen Gespräch nichts gegen eine solche Tagung einzuwenden hätten, was diese auf telefonischen Rückruf von Henryk M. Broder jedoch nicht bestätigen wollten - womit Benz nun beschädigt dastand.“
Benz hatte ausdrücklich drei Zeugen genannt: Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, den Gesandten der israelischen Botschaft und den SPD-MdB Gert Weisskirchen. Sowohl Lala Süsskind wie Ilan Mor versicherten, über dieses Thema mit Benz überhaupt nicht gesprochen zu haben; allein Gert Weisskirchen, auch er ein großer Taktiker vor dem Herrn, sagte weder ja noch nein und liess wissen, er wolle sich nicht äußern. Brumliks Formulierung – „was diese… jedoch nicht bestätigen wollten“ – ist eine zärtliche Untertreibung. Nicht das von Benz herbei gezauberte falsche Alibi ist das Problem, sondern dass er sich mit beiden Armen im Mustopf der Lüge erwischen liess.
Völlig aus der Luft gegriffen ist der Satz: „Nur zu gut zu verstehen ist gleichwohl, dass er (Benz) sich später weigerte, auf Einladung der Gruppe mit ihr öffentlich zu diskutieren.“
So wie es keine Gruppe gibt, gab es auch keine „Einladung der Gruppe“ mit ihr zu diskutieren. Was es gleichwohl gab, war eine geplante Diskussion über Antisemitismus bei der „Bnei Brit“ – mit Benz, Deidre Berger vom AJC und mir. Sie kam nicht zustande, weil Benz nicht mitmachen wollte und ich keine Lust hatte, allein mit einem Leichtgewicht wie Deidre Berger in die Bütt zu steigen."
am besten siehe ...
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/brumliks_baerendienst/
23.03.2009 07:52 Uhr
von Uri Liebeskind:
Wenn Brumlik Benz verteidigt disqualifiziert er sich:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/brumliks_baerendienst/
Das Beste wäre es Broder als Nachfolger von Benz zu nominieren :-)
22.03.2009 17:38 Uhr
von Redneck:
@Marti
Ein ausgezeichneter Kommentar! Leider habe ich so langsam das Gefuehl, dass man die Probleme des Islam heute in Deutschland nicht mehr offen ansprechen darf, da man sonst in die rechte Ecke gestellt wird.
22.03.2009 14:43 Uhr
von Marti:
Der Unterschied zwischen Islam uns Judentum ist, dass der klassische Scharia-Islam neben einer Religion auch ein voll ausgebildetes Herrschaftssystem ist, das solange den offensiven, militärischen Jihad zur kollektiven Pflicht (fard kifaya) aller Muslime macht, bis die gesamte Welt unter muslimischer, d.h. Scharia-Herrschaft steht.
Im klassischen Scharia-System haben Christen und Juden des Platz von unterworfenen, d.h. Bürgern zweiter Klasse (dhimmis). Atheisten und Polytheisten haben lediglich die Wahl zwischen Islam und Tod. Wer weder Muslim noch Unterworfener (dhimmi) ist, hat als "Harbi" kein Recht auf Leben.
All das oben beschriebene war bis weit ins 19. Jahrhundert allgemeiner Konsens unter den Gelehrten des Scharia-Islams. Seit dem gibt es natürlich auch kritische Stimmen, die all das ablehnen. Die Masse der orthodoxen Gelehrten zieht sich jedoch dadurch aus der Affäre, das man einfach nicht mehr darüber spricht.
Spätestens seit den 1970 gibt es weltweit eine Renaissance der klassischen Scharia, die in immer weiteren Teilen der islamischen Welt auch offiziell wieder eingeführt wird. Unter Gläubigen hat sie nie ihren normativen Anspruch verloren.
In der Selbstsicht des orthodoxen Scharia-Islams ist die Scharia auch nicht reformierbar, sondern ewig gültiges, göttliches Gesetz, an dem der Mensch nicht rühren darf.
Auf Grund des oben gesagten ist der orthodoxe Scharia-Islam eher mit Faschismus oder Stalinismus zu vergleichen, als mit Religionen im modernen Sinn, wie Judentum, Christentum oder Buddhismus.
Die Ablehnung des Islam ist keine Ablehnung von Angehörigen einer Religionsgruppe, sondern die Ablehnung eines repressiven Herrschaftssystems.
Die Konstruktion von "Islamophobie" ist lediglich ein Mittel um Kritik am repressiven Herrschaftssystem Islam mit der Rassimuskeule mundtot zu machen und in keiner Weise mit Antisemitismus vergleichbar.
22.03.2009 14:25 Uhr
von Lothar:
Der Hinweis, daß es im islamischen El Andalus keine Progrome an Juden gab, ist bei Schwärmern für den Islam so beliebt wie historisch einfach falsch. Es gab mehrfach Progrome mit teils mehreren Tausend Toten.
Es wird auch immer schwieriger, zwischen Islam und Islamismus zu trennen. Wo will man denn die Grenze setzen? Ein bißchen Frauenunterdrückung nur?
Oder wie will man es denn in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz bringen, abgesehen von der vorgeschriebenen Ungleichheit von Mann/Frau, daß der Koran jeglichem von Menschen gemachten Gesetz übergeordnet ist?
Das Problem des Islam ist nun mal, das er nicht nur eine Religion ist, die jeder für sich ausleben kann, sondern gleichzeitig auch eine Lebensform, mit massiven Ansprüchen auch an die Umgebung und somit Nichtmosleme, die sich nach diesen Ansprüchen ausrichten sollen.
22.03.2009 10:42 Uhr
von Alexander Voronin:
Islamophobie
Wieder so ein Konstrukt eines abgehobenen Wissenschaftlers!
Der neue Natogeneralsekretär wird von der Türkei abgelehnt, weil er sich nicht für die Muhamadkarikaturen entschuldigt hat!
Ja wo leben wir denn?? Nicht mehr in der Steinzeit!
Und dass das Frauenbild im Islam noch von der taz toleriert wird, wie auch von den ganzen GrünINNEN!
Ich fass es nicht! Wenn der Frauenparkplatz 10 cm zu kurz geraten ist, wird gleich öffentlich protestiert! Zwangsverheiratung, "Ehrenmord" - alles nur Folklore!
Werte wie Meinungsfreiheit, Gleichheit von Frau und Mann! Im Fall des Islam ist das unseren Politikern und auch besonders den Grünen total egal!
Islamophobie???
Hallo - geht's noch!
21.03.2009 01:19 Uhr
von Karo:
Herr Brumlik hat offenbar weder die Debatte noch die zentralen Elemente des Antisemitismus verstanden. Deshalb führt er drei unsinnige Argumente an, deren Unsinnigkeit er im Folgenden darlegt. Eine gar zu billige Methode!
Und dann: Zuerst bekundet er sein Unverständnis über die Heftigkeit der Debatte, um sich gegen Ende des Artikels dazu zu versteigen, die Kritiker mit Islamisten zu vergleichen! Ein indiskutabler und ärgerlicher Beitrag.
21.03.2009 00:58 Uhr
von vic:
Natürlich kann man vergleichen.
Aber eins ist klar.
Wo Broder draufsteht weiß ich was drin steht, noch bevor ich reinschaue.
20.03.2009 21:28 Uhr
von X-tian:
Die Ausführungen von Herrn Peter sind mindestens genauso erhellend wie die von Herrn Brumlik. Beide meinen doch im Grunde nur: Dem "braunen Spuk" macht am besten ein Ende, wenn in jeder Ecke eine Moschee steht.
20.03.2009 18:14 Uhr
von Peter:
Oder es geht 4. darum, dass Antisemitismus anderen Konstruktionsbedingungen unterliegt als Rassismen, und Islamophobie diesen meiner Meinung nach deutlich näher ist als dem Antisemitismus. Es wird bei Vorurteilen gegenüber MuslimInnen meinem Kenntnisstand weder eine muslimische Weltverschwörung konstruiert, die an den Zentren der Macht sitzt, noch finden sich in der Islamophobie verkürzte, antikapitalistische Versatzstücke. Ein Vergleichen von Islamophobie, Rassismen, Antisemitismus und Antiziganismus (der widerrum eigene Muster aufweist) ist akzeptabel und wichtig, und vielleicht mag sogar die "...Wut der neuen Muslimfeinde (...) dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden..." gleichen, aber Wut und Zorn sind das eine, Islamophobie und Antisemitismus das andere, und letzteres gleicht einander nicht.