Greenpeace wirft der EU-Kommission und dem Chemiekonzern BASF Schlamperei bei der Zulassung der genmanipulierten Stärkekartoffel Amflora vor.von THOMAS SCHMID

Hier bei Bütow, im Müritzkreis, wurde schon im vergangenen Jahr Amflora großflächig angebaut. Bild: dpa
BERLIN taz | Bei der Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte Amflora wurden mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt Rechtsexperten zufolge nicht ausreichend untersucht. Das geht aus einem Gutachten hervor, das im Auftrag von Greenpeace Deutschland erstellt wurde. Die Umweltschützer fordern nun von Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), den kommerziellen Anbau zu verbieten und die EU-Kommission zu verklagen.
"Die Zulassung der Genkartoffel war rechtswidrig", sagt Barbara Kamradt, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. Die Richtlinien der EU zum Anbau von Genpflanzen schreiben vor, dass sämtliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt vorher geprüft werden müssen. Daran hat sich die EU-Kommission dem jetzt vorliegenden Rechtsgutachten zufolge nicht gehalten. Im Fall der vom Chemiekonzern BASF hergestellten Amflora-Kartoffel wurden zwar Feldstudien und Fütterungsversuche an Ratten durchgeführt, ein Einfluss auf Wildtiere wie Rehe oder Hasen dagegen wurde nicht untersucht. Wie BASF im Zulassungsantrag sogar selbst ausführte, fressen diese Tiere jedoch immer wieder Pflanzen und Knollen von Kartoffeläckern.
Auch Ulrike Höfken von den Grünen fordert die Bundesregierung auf, den Anbau in Deutschland zu stoppen; am Donnerstag brachte ihre Fraktion einen entsprechenden Antrag im Bundestag ein. Medizinische und ökologische Bedenken seien bei der Zulassung der Genkartoffel zu Gunsten wirtschaftlicher Interessen weggewischt worden, kritisiert Höfken: "Das Ganze ist ein einziger Kniefall vor BASF."
Die Genehmigung des kommerziellen Amflora-Anbaus wird mittlerweile europaweit kritisiert. Bereits kurz nach der Zulassung Anfang März bemängelte die französische Regierung, dass die Auswirkungen auf die Umwelt bei dem Verfahren nicht in Betracht gezogen wurden. In Österreich beschloss das Parlament diese Woche einstimmig, dass der Gesundheitsminister den Anbau stoppen soll.
Ungeachtet der heftigen Kritik will BASF noch in diesem oder dem kommenden Jahr den EU-weiten Anbau zweier weiterer genmanipulierter Kartoffelsorten genehmigen lassen. Bei einer davon soll es sich um eine Weiterentwicklung der für die industrielle Stärkegewinnung gedachten Amflora handeln. Die andere Sorte soll Fortuna heißen und für den menschlichen Verzehr bestimmt sein.
Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, fordert die Bundesbürger zur Beteiligung an der Trassendiskussion auf. Wer nicht mitmacht, verpasst seine Chance.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
09.05.2010 11:46 | Lalü
"Ein Einfluss auf Wildtiere wie Rehe oder Hasen dagegen wurde nicht untersucht", so wird die Greenpeace-Kritik zitiert. Tol ...
07.05.2010 21:26 | Gisela Richter
Es ist schier unglaublich, dass wir für den Profit der Wirtschaft ständig als "Versuchs-Kaninchen" mißbraucht werden, obwoh ...
30.03.2010 15:30 | Kritiker
Manipulation der Gene in der Natur gehört verboten!