• 18.12.2008

Allein gelassen bei Spätabtreibung

Und dann war Lea weg

Der Bundestag diskutiert über das ob und wie einer Beratungspflicht bei Spätabtreibungen. Dass in unserer Gesellschaft ein behindertes Kind als Schaden angesehen wird, ist kein Thema.von Heide Oestreich

  • 04.04.2011 19:13 Uhr

    von Vanessa:

    Ich bin eine glückliche Mutter eines Kindes mit dem Downsyndrom. Ich habe auf pränatale Diagnostik bewußt verzichtet, weil sie eine völlig absurde Vorsorgemassnahme ist- dem Kind wird damit ja nicht geholfen, oder die Schwangerschaft sicherer gemacht. In meinen Augen dient sie ausschliesslich der Selektion und Euthanasie als Spätfolge der nazistischen Gedankengutes. Wir leben zufrieden mit unserem Wunschkind und bereuen unsere Entscheidung nichtmal für einen Augenblick. Was ich aber oft bereue, ist die Tatsache, dass ich in einem Land lebe, wo ich um die Menschenrechte meines Kindes kämpfen muß und wo ich von nicht wenigen Menschen schief angekuckt werde, nach dem Motto "warum habe ich nicht die Möglichkeiten der modernen Medizin genutzt?"
    Als Ausländerin kann ich nur sagen- deutsche Gesellschaft und Politik müssen noch einiges lernen...

  • 04.04.2011 19:03 Uhr

    von Viola Stockmann:

    ein guter artikel. einer der versucht alle seiten zu beleuchten. und eine abgeordnet stieg mit zwei zitaten aus dem artikel in ihren beitrag zu bundestagdebatte m 18.12. ein.
    schön, dass es hier kommentare gibt. also interessiert die thematik. mir als selber betroffene - behaimatet in der stadt der jutta gellhaus - ist an breiteren öffentlichkeit sehr gelegen. diese gesellschaft ist leider nicht mehr bereit offen über vieles zu reden. auch über tod. auch über trauer. also über dinge, die zum leben gehören. leben beginnt mit - besser vor - der geburt und endet mit tod. und manchmal - auch bei mir - fallen diese zwei stationen unmittelbar zusammen...
    traurig machen mich zwei kommentare. sie zeigen nur schwarz und weiß. wo bitte bleibt der blick für die vielen, verschiedenen grautöne zwischen weiß und schwarz?!? aber so sind sie warscheinlich, die menschen. es sich einfach machen. das ist es mit dem schwarz und weiß...
    anlaufpunkt für betroffen in leipzig:
    CARITAS - kontaktdaten zu finden unter www.schmetterlingskinder-leipzig.de
    und sehr hilfreich: www.nachabtreibung.de

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von Joachim Kretschmann:

    Ich hatte einen Traum: Ich sah ein junges Ehepaar mit einem kleinen behinderten Jungen, der an Gehstöcken ging und mittels einer Prothese sogar am PC spielen konnte. Plötzlich stürmte eine Gruppe von ´Freiheitskämpferinnen` herein und erschoss den kleinen, da solch ein Leben ja nicht lebenswert sei, wie sie betonten.
    Da erwachte ich Schweiß gebadet und bemerkte, dass es sich ja nur um einen Traum gehandelt hatte. Beim Frühstück dann las ich den Artikel über Spätabbruch und wusste: Es ist blutige Realität! Denn lieber finanzieren die Krankenkassen Mord auf Krankenschein, als solch kleinen Jungen und ihren Eltern eine Zukunft zu garantieren.
    Und mehr als einen erhobenen Zeigefinger bekommen auch die nicht zu sehen, die ihr Kind haben abtreiben lassen und nun trotz ´Versicherung`, doch ihr gutes Recht als Frau gewahrt zu haben, mit der nicht mehr aus der Seele zu löschenden Schuld elendig allein gelassen werden.
    Und genau hier ist die Kirche gefragt, sowohl totale Vergebung zum einen zu zusprechen als auch denen ganz praktisch zur Seite zu stehen, die erkannt haben, das kein Leben unwert ist und ihnen beim ganz alltäglichen Dschungelkampf durch die deutsche Bürokratie und um die zustehenden Gelder zu helfen.

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von S. Klöckner:

    Die Geister die ich rief!
    Wenn die Frauen auf die ganzen Voruntersuchungen verzichten, dann ensteht das Problem erst gar nicht. Wer den Segen der Medizin will muss auch mit den Ergebnissen leben. Hier geht es nicht um den Schutz der Mutter oder des Kindes sondern um selektion von Leben. Früher nannte man das Euthanasie und im Zimmer nebenann kämpft die Medizin um das 5 Monate alte Frühchen. Schöne neue Welt!
    P:S: undere Kinder kamen ohne Diagnostik zur Welt!

  • 04.04.2011 19:02 Uhr

    von max:

    Es ist leider gerade nicht so, wie es in dem Informationskästchen dargestellt wird, dass der Unionsentwurf die Ärzte verpflichten soll, die Schwangere auf die Möglichkeiten von Beratung durch kompetente Stellen hinzuweisen. Kernpunkt ist vielmehr eine Verpflichtung des Arztes zur Beratung der Frau. Dazu sind Ärzte aber nicht qualifiziert. Ein Arzt, der Abtreibungen vornimmt ist deswegen nicht zur psychosozialen Beratung von Schwangeren befägigt. Die Idee, er könne das leisten ist abwegig. Die Beratungslandschaft in Deutschland ist gut und sollte genutzt werden. Stattdessen wird dort nur gekürzt. Und wenn sie mal genutzt werden könnte, nimmt man an Stelle kompetenter Schwangerschaftskonfliktberater/innen die Ärzteschaft ... was für ein Unsinn.
    Sinnvoll wäre es, die Ärzte zu verpflichten auf die vorhandenen Beratungsstellen hinzuweisen und gegebenenfalls eine dreitägige Entscheidungsfrist nach dem Besuch einer solchen Stelle anzusetzen. Pflichtberatung ist zwar ein schwieriges Thema, aber nun wird es dadurch umgangen, dass man an der Stelle der Frau den Arzt verpflichtet. Die Beratung muss die Frau dann auch über sich ergehen lassen und die ist nicht mal qualifiziert.

  • 11.02.2011 17:51 Uhr

    von Vanessa:

    Ich bin eine glückliche Mutter eines Kindes mit dem Downsyndrom. Ich habe auf pränatale Diagnostik bewußt verzichtet, weil sie eine völlig absurde Vorsorgemassnahme ist- dem Kind wird damit ja nicht geholfen, oder die Schwangerschaft sicherer gemacht. In meinen Augen dient sie ausschliesslich der Selektion und Euthanasie als Spätfolge der nazistischen Gedankengutes. Wir leben zufrieden mit unserem Wunschkind und bereuen unsere Entscheidung nichtmal für einen Augenblick. Was ich aber oft bereue, ist die Tatsache, dass ich in einem Land lebe, wo ich um die Menschenrechte meines Kindes kämpfen muß und wo ich von nicht wenigen Menschen schief angekuckt werde, nach dem Motto "warum habe ich nicht die Möglichkeiten der modernen Medizin genutzt?"
    Als Ausländerin kann ich nur sagen- deutsche Gesellschaft und Politik müssen noch einiges lernen...

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von Viola Stockmann:

    ein guter artikel. einer der versucht alle seiten zu beleuchten. und eine abgeordnet stieg mit zwei zitaten aus dem artikel in ihren beitrag zu bundestagdebatte m 18.12. ein.
    schön, dass es hier kommentare gibt. also interessiert die thematik. mir als selber betroffene - behaimatet in der stadt der jutta gellhaus - ist an breiteren öffentlichkeit sehr gelegen. diese gesellschaft ist leider nicht mehr bereit offen über vieles zu reden. auch über tod. auch über trauer. also über dinge, die zum leben gehören. leben beginnt mit - besser vor - der geburt und endet mit tod. und manchmal - auch bei mir - fallen diese zwei stationen unmittelbar zusammen...
    traurig machen mich zwei kommentare. sie zeigen nur schwarz und weiß. wo bitte bleibt der blick für die vielen, verschiedenen grautöne zwischen weiß und schwarz?!? aber so sind sie warscheinlich, die menschen. es sich einfach machen. das ist es mit dem schwarz und weiß...
    anlaufpunkt für betroffen in leipzig:
    CARITAS - kontaktdaten zu finden unter www.schmetterlingskinder-leipzig.de
    und sehr hilfreich: www.nachabtreibung.de

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von Joachim Kretschmann:

    Ich hatte einen Traum: Ich sah ein junges Ehepaar mit einem kleinen behinderten Jungen, der an Gehstöcken ging und mittels einer Prothese sogar am PC spielen konnte. Plötzlich stürmte eine Gruppe von ´Freiheitskämpferinnen` herein und erschoss den kleinen, da solch ein Leben ja nicht lebenswert sei, wie sie betonten.
    Da erwachte ich Schweiß gebadet und bemerkte, dass es sich ja nur um einen Traum gehandelt hatte. Beim Frühstück dann las ich den Artikel über Spätabbruch und wusste: Es ist blutige Realität! Denn lieber finanzieren die Krankenkassen Mord auf Krankenschein, als solch kleinen Jungen und ihren Eltern eine Zukunft zu garantieren.
    Und mehr als einen erhobenen Zeigefinger bekommen auch die nicht zu sehen, die ihr Kind haben abtreiben lassen und nun trotz ´Versicherung`, doch ihr gutes Recht als Frau gewahrt zu haben, mit der nicht mehr aus der Seele zu löschenden Schuld elendig allein gelassen werden.
    Und genau hier ist die Kirche gefragt, sowohl totale Vergebung zum einen zu zusprechen als auch denen ganz praktisch zur Seite zu stehen, die erkannt haben, das kein Leben unwert ist und ihnen beim ganz alltäglichen Dschungelkampf durch die deutsche Bürokratie und um die zustehenden Gelder zu helfen.

  • 11.02.2011 17:49 Uhr

    von max:

    Es ist leider gerade nicht so, wie es in dem Informationskästchen dargestellt wird, dass der Unionsentwurf die Ärzte verpflichten soll, die Schwangere auf die Möglichkeiten von Beratung durch kompetente Stellen hinzuweisen. Kernpunkt ist vielmehr eine Verpflichtung des Arztes zur Beratung der Frau. Dazu sind Ärzte aber nicht qualifiziert. Ein Arzt, der Abtreibungen vornimmt ist deswegen nicht zur psychosozialen Beratung von Schwangeren befägigt. Die Idee, er könne das leisten ist abwegig. Die Beratungslandschaft in Deutschland ist gut und sollte genutzt werden. Stattdessen wird dort nur gekürzt. Und wenn sie mal genutzt werden könnte, nimmt man an Stelle kompetenter Schwangerschaftskonfliktberater/innen die Ärzteschaft ... was für ein Unsinn.
    Sinnvoll wäre es, die Ärzte zu verpflichten auf die vorhandenen Beratungsstellen hinzuweisen und gegebenenfalls eine dreitägige Entscheidungsfrist nach dem Besuch einer solchen Stelle anzusetzen. Pflichtberatung ist zwar ein schwieriges Thema, aber nun wird es dadurch umgangen, dass man an der Stelle der Frau den Arzt verpflichtet. Die Beratung muss die Frau dann auch über sich ergehen lassen und die ist nicht mal qualifiziert.

  • 17.04.2009 12:23 Uhr

    von Vanessa:

    Ich bin eine glückliche Mutter eines Kindes mit dem Downsyndrom. Ich habe auf pränatale Diagnostik bewußt verzichtet, weil sie eine völlig absurde Vorsorgemassnahme ist- dem Kind wird damit ja nicht geholfen, oder die Schwangerschaft sicherer gemacht. In meinen Augen dient sie ausschliesslich der Selektion und Euthanasie als Spätfolge der nazistischen Gedankengutes. Wir leben zufrieden mit unserem Wunschkind und bereuen unsere Entscheidung nichtmal für einen Augenblick. Was ich aber oft bereue, ist die Tatsache, dass ich in einem Land lebe, wo ich um die Menschenrechte meines Kindes kämpfen muß und wo ich von nicht wenigen Menschen schief angekuckt werde, nach dem Motto "warum habe ich nicht die Möglichkeiten der modernen Medizin genutzt?"
    Als Ausländerin kann ich nur sagen- deutsche Gesellschaft und Politik müssen noch einiges lernen...

  • 14.01.2009 18:21 Uhr

    von Viola Stockmann:

    ein guter artikel. einer der versucht alle seiten zu beleuchten. und eine abgeordnet stieg mit zwei zitaten aus dem artikel in ihren beitrag zu bundestagdebatte m 18.12. ein.
    schön, dass es hier kommentare gibt. also interessiert die thematik. mir als selber betroffene - behaimatet in der stadt der jutta gellhaus - ist an breiteren öffentlichkeit sehr gelegen. diese gesellschaft ist leider nicht mehr bereit offen über vieles zu reden. auch über tod. auch über trauer. also über dinge, die zum leben gehören. leben beginnt mit - besser vor - der geburt und endet mit tod. und manchmal - auch bei mir - fallen diese zwei stationen unmittelbar zusammen...
    traurig machen mich zwei kommentare. sie zeigen nur schwarz und weiß. wo bitte bleibt der blick für die vielen, verschiedenen grautöne zwischen weiß und schwarz?!? aber so sind sie warscheinlich, die menschen. es sich einfach machen. das ist es mit dem schwarz und weiß...
    anlaufpunkt für betroffen in leipzig:
    CARITAS - kontaktdaten zu finden unter www.schmetterlingskinder-leipzig.de
    und sehr hilfreich: www.nachabtreibung.de

  • 28.12.2008 20:23 Uhr

    von Joachim Kretschmann:

    Ich hatte einen Traum: Ich sah ein junges Ehepaar mit einem kleinen behinderten Jungen, der an Gehstöcken ging und mittels einer Prothese sogar am PC spielen konnte. Plötzlich stürmte eine Gruppe von ´Freiheitskämpferinnen` herein und erschoss den kleinen, da solch ein Leben ja nicht lebenswert sei, wie sie betonten.
    Da erwachte ich Schweiß gebadet und bemerkte, dass es sich ja nur um einen Traum gehandelt hatte. Beim Frühstück dann las ich den Artikel über Spätabbruch und wusste: Es ist blutige Realität! Denn lieber finanzieren die Krankenkassen Mord auf Krankenschein, als solch kleinen Jungen und ihren Eltern eine Zukunft zu garantieren.
    Und mehr als einen erhobenen Zeigefinger bekommen auch die nicht zu sehen, die ihr Kind haben abtreiben lassen und nun trotz ´Versicherung`, doch ihr gutes Recht als Frau gewahrt zu haben, mit der nicht mehr aus der Seele zu löschenden Schuld elendig allein gelassen werden.
    Und genau hier ist die Kirche gefragt, sowohl totale Vergebung zum einen zu zusprechen als auch denen ganz praktisch zur Seite zu stehen, die erkannt haben, das kein Leben unwert ist und ihnen beim ganz alltäglichen Dschungelkampf durch die deutsche Bürokratie und um die zustehenden Gelder zu helfen.

  • 18.12.2008 16:12 Uhr

    von S. Klöckner:

    Die Geister die ich rief!
    Wenn die Frauen auf die ganzen Voruntersuchungen verzichten, dann ensteht das Problem erst gar nicht. Wer den Segen der Medizin will muss auch mit den Ergebnissen leben. Hier geht es nicht um den Schutz der Mutter oder des Kindes sondern um selektion von Leben. Früher nannte man das Euthanasie und im Zimmer nebenann kämpft die Medizin um das 5 Monate alte Frühchen. Schöne neue Welt!
    P:S: undere Kinder kamen ohne Diagnostik zur Welt!

  • 18.12.2008 11:01 Uhr

    von max:

    Es ist leider gerade nicht so, wie es in dem Informationskästchen dargestellt wird, dass der Unionsentwurf die Ärzte verpflichten soll, die Schwangere auf die Möglichkeiten von Beratung durch kompetente Stellen hinzuweisen. Kernpunkt ist vielmehr eine Verpflichtung des Arztes zur Beratung der Frau. Dazu sind Ärzte aber nicht qualifiziert. Ein Arzt, der Abtreibungen vornimmt ist deswegen nicht zur psychosozialen Beratung von Schwangeren befägigt. Die Idee, er könne das leisten ist abwegig. Die Beratungslandschaft in Deutschland ist gut und sollte genutzt werden. Stattdessen wird dort nur gekürzt. Und wenn sie mal genutzt werden könnte, nimmt man an Stelle kompetenter Schwangerschaftskonfliktberater/innen die Ärzteschaft ... was für ein Unsinn.
    Sinnvoll wäre es, die Ärzte zu verpflichten auf die vorhandenen Beratungsstellen hinzuweisen und gegebenenfalls eine dreitägige Entscheidungsfrist nach dem Besuch einer solchen Stelle anzusetzen. Pflichtberatung ist zwar ein schwieriges Thema, aber nun wird es dadurch umgangen, dass man an der Stelle der Frau den Arzt verpflichtet. Die Beratung muss die Frau dann auch über sich ergehen lassen und die ist nicht mal qualifiziert.

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