• 14.11.2008

Alarmierende Messungen

Der Ostsee geht die Luft aus

Die sauerstoffarmen Zonen in der Ostsee breiten sich aus - und gefährden Lebensraum der Fische. Schuld sind Abgase fossiler Brennstoffe und Überdüngung.von Reinhard Wolff

  • 16.11.2008 15:13 Uhr

    von Karl:

    Werte Lilly,

    die Anmerkungen zu Popper sind durchaus berechtigt. Allerdings ist zu bedenken, dass in eine gut gemachte wiss. Untersuchung eben auch eine Kausalitätsprüfung gehört, letztlich ist diese auch für den Realitätsbezug der Untersuchung wesentlich.
    Arbeite ich nicht gerichtsfest am Beweisbaren, bedeutet das mehr als nur Ärger, insbesondere wenn es beispielsweise um Erkennen einer gegenwärtigen Gefahr geht.
    Daher bestehe ich aus meiner Arbeitserfahrung heraus auf vertretbar genauer Ursachenklärung.

    Das gilt es für meine eigene Analytik auch, und ist in geeigenter Weise sicherzustellen.


    Übrigens kann ich auch von einem Artikel einer etablierten Tageszeitung zumindest eine kritische Würdigung erwarten, auf anderen Gebieten gelingt das doch auch und macht die Qualität des Blattes mit aus.

    Glück auf!

    Karl

  • 15.11.2008 02:52 Uhr

    von BADGIRLS_LILLY:

    Verehrter Karl,

    es ehrt Sie ja sehr, dass Sie immer auf Wissenschaftlichkeit wert legen, aber wie sie immer wieder auf dem genaueren Beweis von Ursachen herumhacken, kommt mir, sorry, ein klitze kleines bisschen naiv vor, wenn ich an einschlägige Passagen zu diesem Problem bei David Hume denke, die mir 'mal ein Freund sehr gut erklärt hat
    (nicht um Kausalität als solche geht es hier wohlgemerkt, sondern um den nachweis ganz konkreter Kausalitäten - und da hat schon der schlaue Kant kein echtes Gegenargument zu Hume gewusst).

    Was Ihre "Falsifikationsmethodik" angeht, hoffe ich doch wenigstens, dass Sie sich zumindest auch schon mal mit der Kritik von Imre Lakatos an Charles R. Popper befasst haben.

    Schließlich haben Sie aber vielleicht auch an einen Artikel einer Tageszeitung falsche Erwartungen, wenn Sie hier etwas wie in Nature oder J. of Geophysical Research oder Ähnliches suchen. Dann würden die taz ja leider noch weniger Leute lesen (ich spreche hier nicht von mir).

    Wissenschaftlich fundierte Kritik ist allerdings immer willkommen, da bin ich grundsätzlich mit Ihnen d'accord.

    Glück auf!

    Lilly

  • 14.11.2008 16:53 Uhr

    von Karl:

    Wie jedes dynamische Beckensystem besitzt auch die Ostsee oxidierende und reduzierende Zonen die unterschiedlich verteilt und stark gegliedert sind. Hydrodynamische Faktoren wirken zusätzlich ein. Die Ausbreitung dieser Zonen ist stark variabel. Das geht auch aus den postglazialen Sedimentprofilen im ganzen Ostseeraum hervor; warum findet diese Information nicht im Artikel?

    Die Behauptung im Artikel:"Schuld sind Abgase fossiler Brennstoffe...." erweist sich als Zumutung für den Leser. In der dargebotenen Form ist eine solche Behauptung nicht einmal als Arbeitshypothese nützlich.

    Zudem verzichtet die "Untersuchung" auf jede, hier besonders wichtige, Kausalitätsbelegung. Auch wird, für eine naturwissenschaftliche Arbeit unüblich, auf jede Falsifikationsmethodik verzichtet.Das legt nahe hier nur Geschwätz zu vermuten.

    Dazu ist das Schlagwort "Todeszone" nur unsachlich und trieft vor Demagogie.
    Es wäre ehrlicher, die Zonen der Fe(III) oder gar S(VI) - Reduktion als das zu beschreiben, was diese wirklich darstellen: Einen reichen Lebensraum für die entsprechenden Reduzierer! Und was genau so "vergessen" worden ist: Die Reduzierer sind in der Lage, in großem Maße organische und anorganische Schadstoffe zu zerstören, um diese für ihren Stoffwechsel nutzbar zu machen.

    Extrem ärgerlich auch die arrogant vorgetragene Schuldzuweisung:".. trägt die Hauptschuld an dieser Entwicklung...", ganz ohne sachlichen Beleg, Daten böten hier wohl zuviel Anlaß zur Kritik.

    Ein unseliges Machwerk fern jeder naturwissenschaftlichen Grundlage!

    Glück auf!

    Karl

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