• 11.07.2008

Aktivistin über Hörfunkjournalismus

"Beschiss ist an der Tagesordnung"

Das Gesundheitsministerium soll Inhalte in Radiosendern platziert haben. Sandra Müller von der Initiative Fair Radio appelliert an Verantwortung von Hörfunkmitarbeitern.

  • 14.07.2008 19:46 Uhr

    von Sandra Müller:

    Hallo Sebastian,

    schade dass die Diskussion hier gleich "falsch abgebogen" ist.

    Zu Deinem Einwand:
    Den hören wir bei FAIR RADIO des Öfteren. Und ja: PR-Beiträge einerseits und die von uns angeprangerten Produktionsmethoden sind zweierlei.

    Beim Hörer kommt beides aber oft mit derselben Wirkung an. Denn beides erweckt den Eindruck: Ist ja eh alles nur inszeniert beim Radio. Denen (beim Radio) brauchst Du nix glauben.

    Umgekehrt könnte man auch sagen: Das ist Betrug am Hörer.

    Das heißt nicht automatisch, dass man auf gebaute Beiträge verzichten muss. Aber wahrhaftig müssen sie eben sein. Will heißen: Wenn am Badesee vor Ort kein Geplätscher mit Badenden war, dann leg ich das auch nicht hinterher von der Geräusche-CD drunter.

    Und wenn ich nicht live auf Sendung bin, dann behaupte ich das auch nicht.

    Denn wenn der Hörer den Fake einmal mitbekommen hat, dann ist damit DIE Stärke des Hörfunks verspielt: Live und authentisch zu sein. Deswegen zieht meines Erachtens auch der Vergleich mit dem Fernsehen nicht.

    Nochmal: Hier geht's um die Glaubwürdigkeit des Mediums Radio und da muss die reine Schönheit eines Höreindrucks nun mal zurückstehen.

    Denn es stimmt doch: Wir sind nun mal keine Hörbuchsender. Oder doch? Dann sollte man dem Hörer das aber sagen und nicht so tun, als wäre man journalistischer Berichterstatter.

    Wie gesagt. Das ist alles, was wir fordern: Ehrlichkeit.

    Alles andere ist Etikettenschwindel. Und so wie ich als Supermarktkäufer berechtigt sauer bin, wenn irgendwo "ohne Zusatzstoffe" draufsteht und dann doch welche drin sind oder ich mich auf jeden Fall beschweren würde, wenn 500 Gramm versprochen aber nur 400 abgepackt sind, so verdient eben auch ein Radiohörer, dass er wirklich kriegt, wonach es klingt, finde ich.

    (Noch) Mehr übrigens unter www.fair-radio.net. Diskussion auch dort erwünscht.

  • 13.07.2008 21:57 Uhr

    von Der Sohnemann:

    Jegliche Möglichkeit das ernsthaft zu diskutieren hast du dir mit deinem seltendämlichen Pseudonym und deinem arroganten Auftreten verspielt. Vermutlich ist dir das egal. Mir auch. Ich habe meinen Teil gesagt.

  • 11.07.2008 15:08 Uhr

    von Papa von Sebastian:

    @ sebastian

    kann es sein, dass du journalismus mit hörbuchproduktion verwechselst? also ich will keine gefakten atmos. aber wahrscheinlich bist du auch für die manipulation von bildern, wenn es nur ein wenig schöner und atmosphärischer wird. wo fängst du an und wo hörst du auf?

    und zum thema qualitätssicherung: wäre es für dich ok, als interviewpartner zu agieren und dann plötzlich zusammengeschnitten und umarrangiert auf sender mit jemandem zu "sprechen", den du nie getroffen hast und der vielleicht eine ganz andere tonalität in seine "fragen" legt. keine ahnung, was da für qualitäten gesichert werden ...

  • 11.07.2008 12:02 Uhr

    von Sebastian:

    Werden hier nicht zwei völlig verschiedene Dinge in einem Topf geworfen?
    Das Geld für einen PR-Beitrag fließt kann man gut und gerne angreifen. Das aber (wie hier geschehen) gleichzusetzen mit unter einen Beitrag gemischten Atmos oder nicht live geführten Interviews entbehrt jeglicher Vernunft und Logik.
    Radio ist Kino im Kopf, und da machen Atmos viel aus - sie sollen nur für ein besseres Hör-Erlebnis sorgen!
    Und ob ein Gespräch nun live vom Moderator geführt wird oder vorher von einem anderen Mitarbeiter aufgezeichnet wurde interessiert niemanden und dient vor allem der Qualitätssicherung.
    Im TV wird übrigens nicht viel anders verfahren, nur dass es da etwas aufwändiger ist...

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