• 27.05.2009

Afrikanische Solarenergie

Strom aus der Wüste

Solarstrom aus der Sahara soll an Europa geliefert werden. Eine Fläche von der Größe Bayerns könnte die Welt mit Strom versorgen. Aber das wird teuer.von Sarah Messina & Nick Reimer

  • 21.06.2009 23:05 Uhr

    von Jörg Angerstein:

    Endlich kommt man zu Konzepten, die in großem Stil privatwirtschaftlich und ohne maßlose Subvention das realisieren wollen, was schon Prof. Eduard Justi in seinen Veröffentlichungen in den 1960er Jahren gepredigt hat. Der nächste Schritt wäre dann seine weitere Illusion, die Wasserstoffwirtschaft.
    Das Gießkannenprinzip der Solarzellensubventionierung auf jedem Dach ist eine Showveranstaltung der Politik, die das aber nicht mal selbst bezahlt. Dies Geld gehört in die Großprojekte, um die schneller voran zu treiben. Politiker fürchten aber, dass ihr Bild bei den Wählern leidet, wenn die Großindustrie bei solchen Projekten gefördert wird.

  • 16.06.2009 17:39 Uhr

    von Bürger G.:

    @FREDERICO: Die Kernenergie in Deutschland wurde nicht subventioniert! Hör mit diesen Lügen auf, sie werden dadurch nicht wahrer!

  • 09.06.2009 18:18 Uhr

    von navajo joe:

    nochmal @ leser: pardon, ich hab vorhin "rainbowsailor" und "Bern Walliser" verwechselt, schließe mich aber letztgenanntem an (insofern bleibt mein Statement von vorhin, als ich wie gesagt aus der Formulierung überhaupt nicht das heraushöre was du heraushörst, bzw. hineinliest).

    @ alle Sand- und Staubbefürchter:

    eine alternative zu Wüstenstrom wäre quasi Meeresstrom.

    z. B. allein in den weniger als 200 m tiefen Hoheitsgewässern Tunesiens und Ägyptens,

    (im Abstand von mehreren km zur Küste)

    könnte mit relativ leicht zu bauenden schwimmenden Solarinseln bzw. Solar-bojen

    der gesamte Elektrizitätsbedarf sowohl Nordafrikas, als auch aller Länder der EU gedeckt werden.

  • 09.06.2009 18:11 Uhr

    von navajo joe:

    @ leser: Was unten Bern Walliser geschrieben hat, scheint mir von dir sehr verdreht zu werden.

    Die Aussage, ein Meinung sei "allzu" skeptisch impliziert nämlich überhaupt nicht, dass diese Meinung gar nicht diskutiert werden sollte.

    Das ist eine umso groteskere Unterstellung, als Bern Walliser schon explizit betont hat, dass er seine Aussagen dazu nicht so meint.

    Aber vielleicht schließt du da ja selber von Deinem eigenen Dogmatismus auf andere??????

  • 08.06.2009 16:48 Uhr

    von leser:

    @Bern Walliser:

    weil von "allzu großen skeptikern" die rede ist. das verstehe ich so, dass die geäußerte kritik nicht gerechtfertigt ist (sonst wäre sie ja nicht "allzu" skeptisch). eine überzogene kritik muss nicht ernst genommen werden und braucht auch nicht weiter diskutiert zu werden. ich habe aber bisher hier noch keine inhaltliche argumente gegen die im artikel geäußerte kritik gefunden.

  • 04.06.2009 14:55 Uhr

    von Bern Walliser:

    @ leser 29.05.2009 20:02 Uhr: Ich sehe nirgends eine Aussage von rainbowsailor, die impliziert, dass er/sie der Meinung sei, dass nicht darüber diskutiert werden sollte.

  • 30.05.2009 18:59 Uhr

    von Hans Hufnagel:

    Zum Thema Saharastaub:
    Die Uni Athen misst seit Jahren die Staubkonzentration der Sahara. Die Werte liegen in den meisten Gebieten unter 0,2 mg pro Kubikmeter in Bodennähe.
    Durch Tierherden oder Geländewagen, die die verfestigte Oberfläche aufreißen, wird die Staubmenge erhöht und ist sehr von lokalen Gegebenheiten abhängig.
    http://forecast.uoa.gr/dustindx.php
    Hier noch eine genaue Karte der Sonneneinstrahlung in Afrika (Satellitenmessungen) und Infos zur Insolation
    http://www.soda-is.com/eng/map/#pvgis-africa
    http://en.wikipedia.org/wiki/Insolation
    Webcams und Bilder von Saharareisenden zeigen ebenfalls, dass die Sonne dort nicht ständig von dicken Staubwolken verdeckt ist
    und auch woanders werden große Teile der Sonneneinstrahlung reflektiert. Der Gesamtschwebestaub in Deutschland liegt oft auch um die 0,1 mg pro Kubikmeter
    Dass in der Sahara eine hoher Anteil der Strahlung am Boden ankommt, ist mE ausreichend gemessen und belegt.

    Zum Thema Photovoltaik oder Solarwärmekraftwerk
    Wichtig ist der Unterschied im Wirkungsgrad! Bei Photovoltaik unter 20%, bei solarer Wärmegewinnung kann über 30% als Strom
    und weitere Anteile zur Trinkwasserherstellung verwendet werden. Insgesamt sind über 50% Wirkungsgrad machbar.
    Daher sind die Haupttechnologien in diesem Bereich (Parabolrinnen-, Turm- oder Fresnel-Kollektoranlagen)
    in Kraftwerken verschiedener Größe weiter zu fördern.

  • 29.05.2009 20:04 Uhr

    von leser:

    @michael:

    nochmal: dass die leute von desertec ihr projekt super finden, ist jetzt nicht unbedingt eine große überraschung. und dass sie in ihren werbebroschüren nur positive zitate von experten sammeln, ist ebenfalls keine sensation.

  • 29.05.2009 20:02 Uhr

    von leser:

    "@lle allzu großen Skeptiker/innen: Es kommmt (natürlich) sehr darauf an, wie das Projekt umgesetzt wird, und in welchem Rahmen, z. B. möglich wäre es im Rahmen nachhaltiger Entwicklung auch für Afrika selbst!!!"

    genau, es kommt darauf an, wie es umgesetzt wird. und genau deswegen wird über die vor- und nachteile, gefahren und hindernisse geredet. wo ist das problem?

  • 29.05.2009 15:43 Uhr

    von rainbowsailor:

    @ Mario: Fahr doch einfach mal nach Almería (in Andalusien) und schau Dir die schon laufenden Anlagen in der Wüste dort an, und bring Dein Wissen ein bisschen auf den neuesten Stand!

    @lle allzu großen Skeptiker/innen: Es kommmt (natürlich) sehr darauf an, wie das Projekt umgesetzt wird, und in welchem Rahmen, z. B. möglich wäre es im Rahmen nachhaltiger Entwicklung auch für Afrika selbst!!!

    Allgemein scheinen mir oft falsche Alternativen im Raum zu stehen "entweder Probleme in Afrika lösen oder Desertec" u.s.w. Das ist ein
    big ERROR !

    Mehr "sowohl als auch" ist gefragt!
    Und was die Kosten angeht stimme ich z. B. ungefähr dem zu, was unten, 27.05.2009 19:34 Uhr
    von Sonnenwind gesagt wurde.

    10% des BIP für sozial & ökologisch nachhaltige Entwicklungshilfe plus einen europäischen Green New Deal auszugeben wäre eines der wichtisten Dinge, die derzeit poilitisch zu tun wären. Damit würden mehrere Stechmücken mit einer Klappe geschlagen!!!! Neben einer Energierevolution könnte damit z. B. auch die Erwerbslosigkeit und Armut sehr stark reduziert werden, und zwar auch in Afrika!

  • 29.05.2009 15:38 Uhr

    von Michael:

    Das Konzept wurde von einem Netzwerk entwickelt, das zur Hälfte aus Experten aus Nord-Afrika und dem Nahen Osten besteht. Was Experten aus der Region wirklich dazu meinen (und nicht nur europäische "Afrika-Experten"), steht in einem kompletten Kapitel in diesem Buch (PDF):
    www.desertec.org/en/concept/whitebook/

    Die Zusammenfassung (auch auf deutsch) gibts hier:
    www.desertec.org/en/concept/redpaper/

  • 29.05.2009 11:56 Uhr

    von kritischer leser:

    @Horst Schiermeyer:

    genau die eurozentrische sichtweise, die auch in ihrem kommentar zu sehen ist, ist das größte problem des ganzen unterfangens.

  • 29.05.2009 07:20 Uhr

    von vic:

    Solange in Deutschland EON, RWE und Vattenfall regieren, wird sich an der gegenwärtigen Blockade erneuerbarer Energien nichts ändern.
    Und ab 2010, mit der CDU/CSU/FDP Koalition wird es die never ending Laufzeitverlängerung für AKWs geben. Bis dass der Tod uns scheidet.

  • 29.05.2009 00:48 Uhr

    von Horst Schiermeyer:

    Atom- und Kohlestrom besser als Saharastrom?

    Es ist ja erstaunlich, dass das Thema Saharasonnenstrom jetzt auch schon in der taz angekommen ist, nachdem es jahrelang als nicht-dezentral und nicht-autark ignoriert wurde. Nicht erstaunt mich, dass hier wesentlich reale und angebliche Schattenseiten aufgeführt werden.

    Die BAG Energie der Grünen hat dies Thema (mit meiner Beteiligung) vor über drei Jahren sehr kontrovers diskutiert, um zum Ergebnis zu kommen, dass für eine Vollversorgung Europas mit Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) sowohl der Ausbau der dezentralen EE als auch die großräumige Vernetzung EE notwendig ist. Dazu gehört Windkraft von der Nordsee bis zur Saharaküste und vom Atlantik bis Nordrussland, von solarthermisch erzeugten Strom aus Nordafrika und Südeuropa, von Wasserkraft von Skandinavien bis zu den Alpen, begrenzt auch geothermischer und Biogas-EE. Wind weht und Sonne scheint bekanntlich nicht immer. Je großräumiger aber die Vernetzung ist, desto stärker gleichen sich die verschiedenen Wetterlagen aus, desto weniger Reservekraftwerke und teure Speicher werden benötigt.

    Ausführlich untersucht und berechnet hat diese Potentiale und die daraus entstehenden Kosten der Kasseler Wissenschaftler Gregor Czisch. Er kommt dabei zu einem Preis für so angelieferten Strom einschließlich aller Übertragungskosten von ganzen 4,5 Cent/kwh (kaum mehr als aus konventionellen Kraftwerken).
    Seine Dissertation sowie eine Reihe kürzerer Artikel und Folien, kann man herunterladen von
    http://www.transnational-renewables.org/Gregor_Czisch/veroeffentlichungen.html
    Ich hatte schon vor einigen Jahren der taz vorgeschlagen, über Czischs Arbeiten ausführlicher zu berichten. Leider vergeblich.
    Aber vielleicht komnt es ja noch ...

    Den Teilaspekt Saharastrom hat intensiv bearbeitet die "Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC)", aus der inzwischen "DESERTEC" entstanden ist
    http://www.desertec.org/

    Zentraler Bestandteil der Vernetzungsüberlegungen ist das "Supergrid", das mit Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) sehr viel geringere Verluste hat als die normale Drehstromübertragung (allerdings ist die Umwandlung des Stromes bei HGÜ sehr viel teurer als bei Drehstrom, weshalb HGÜ sich nur bei Stromtransport über größere Distanzen und bei Unterwasserkabeln lohnt). Hierzu arbeitet u.a. eine Arbeitsgruppe am Potsdamer PIK
    http://www.supersmartgrid.net/

    Je länger die Umsetzung solcher großräumigen Kooperationsprojekte verschleppt wird, desto länger werden Kohle- und Atomkraftwerke laufen. Daran haben die Energiekonzerne überwiegend immer noch starkes Interesse (obwohl auch da anscheinend schon ein gewisses Umdenken einsetzt). Ihnen in die Hand arbeiten - zwar nicht gewollt, aber objektiv gesehen - die Verfechter rein dezentraler Lösungen. So ist zwar zu erwarten, dass perspektivisch der Strom aus der PV-Anlage auf dem Dach billiger wird als der Strom aus der Steckdose (derzeit aber noch 49 Cent/kwh). Eine Vollversorgung der Städte und Industrien ist damit aber wirtschaftlich nicht möglich und folglich politisch nicht durchsetzbar.

    Die großräumige Vernetzung von EE-Strom birgt Risiken, die man genau untersuchen und lösen muss. Diese Risiken sind aber wesentlich geringer als die Risiken eines dezentral-EE und Atom- und Kohlepfades. Insofern kann ich taz-Redaktion nur nochmals bitten, sich dieses Themas sehr viel intensiver anzunehmen.

  • 28.05.2009 22:57 Uhr

    von Mario:

    @Hans Hufnagel:
    Es geht aber nicht nur um Ablagerungen, sondern darum, dass die Direktstrahlung mit Zunahme der in der Luft befindlichen Partikel stark abnimmt.
    Konzentrierende "Kraftwerke", eher gesagt Sonnenkollektoren, benötigen aber Direktstrahlung, da sie den diffusen Anteil nicht "verwerten" können.

  • 28.05.2009 21:32 Uhr

    von rainbowsailor:

    Zu meinem Kommentar 27.05.2009 21:46 Uhr:

    Das Foto wurde jetzt ausgetauscht !

  • 28.05.2009 12:59 Uhr

    von Hans Hufnagel:

    Zitat Wikipedia: "Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste oder Felswüste (Hammada), oder auch Kies- beziehungsweise Geröllwüste (Serir); die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht mit ca. 20 Prozent nur einen geringen Teil der Sahara aus."
    Kann man mit diesem ständigen Wiederholen des Staubarguments gegen Parabolrinnenkraftwerke mal aufhören! Mit Druckluft oder bloßem Senkrechtstellen der Spiegelrinnen und Selbstreinigung durch den Wind ist der trockene Staub dort leicht beseitigt. Staubtage sind viel seltener als Sonnentage, auch in der Sahara.

  • 28.05.2009 11:11 Uhr

    von Richard Basitta:

    Und was werden die Afrikaner davon haben ? Nichts, wie immer. So geht die Kolonialisierung weiter. Das superreiche Europa holt seine Energie aus Afrika. Wie verlogen. Und der ganze Afrikanische Kontinent hungert genauso wie die anderen Dritten Welt Länder. Die armen können sich keine Solarenergie leisten, nie und nimmer. Afrikanische Sonne für europäische Parties ? Holt euch eure Solarenergie woanders !

  • 28.05.2009 09:16 Uhr

    von Bleedranner:

    @emu62: Auf dem Bild ist ein Parabolrinnen- Kraftwerk. Zu erkennen an den gekrümmten Spiegeln und dem im Brennpunkt verlaufenden Rohr. Vieleicht hat es die Redaktion ja schon geändert?

  • 28.05.2009 08:57 Uhr

    von emu62:

    Warum um alles in der Welt wurde der Beitrag mit einem Bild von Photovoltaik-Modulen illustriert, wenn es in dem Beitrag um eine komplett andere Technologie, nämlich die Erzeugung von Strom durch Parabolrinnen-Kraftwerke geht.
    Das ist von der Technologie und den Kosten pro erzeugter Kilowattstunde und damit in der Rentabilität der Anlagen ein himmelweiter Unterschied.
    Etwas mehr redaktionelle Sorgfalt bitte in Zukunft!

    Link zum Thema:
    http://www.manferrostaal.com/Parabolrinnen_Technologie.1002+M52087573ab0.0.html

  • 28.05.2009 07:54 Uhr

    von FREDERICO:

    Hätte man vor dreißig Jahren „europaweit“ darauf verzichtet der Atommaffia mit Milliarden von Steuergeldern die privaten Taschen zu stopfen, könnten diese Solarsysteme schon komplett installiert sein und bräuchten bloß von Zeit zu Zeit auf den technisch neusten Stand gebracht werden.
    Aber Dank von der Atommaffia korumpierter Politiker ist nichts geschehen, derweil die Folgekosten für Zwischenlager und nicht wirklich realisierbare Endlager weiterhin gestiegen sind und letztlich auch wieder dem Steuerzahler auferlegt werden.
    Schon wieder gibt es Nörgler und Zweifler, denen rate ich ab in Rente, wir brauchen Innovation und keine Bremser.

  • 28.05.2009 05:00 Uhr

    von Hans Hufnagel:

    Vielen Dank für diesen Artikel und dieses Thema!
    Leider finde ich das Bild und den Einstieg über "photoelektrischen Strom" etwas irreführend. Solarthermie in Kombination mit der Energiespeicherung über Salzschmelze, der Möglichkeit bei Bedarf Erdgas zu verwenden und mit der Abwärme Meerwasser zu entsalzen ist mit der Energieerzeugung aus Solarzellen nicht zu vergleichen.
    Die 174 Milliarden weltweit insbesondere in den Ausbau von Leitungen ist ebenfalls unklar. Europaweite HGÜ-Leitungen sind an sich sinnvoll, um Übertragungsverluste jetzt schon stattfindender Fernübertragungen zu minimieren, um die Wasserkraft Skandinaviens einzubinden, die Erträge der Offshorewindparks zu verteilen, usw.
    Eine erste 4x3GW-Seeleitung von Tunesien über Korsika, die sich am Ende nach Südfrankreich und Norditalien aufsplittet, kostet weit weniger, als derzeit für den Erhalt von Banken aufgewendet wird, oder als die Nabucco-Gaspipeline. Steht die Leitung, bauen Privatinvestoren die Kraftwerke, da durch die Erträge der Trinkwasserproduktion die Kosten konkurrenzfähig sind. Ersetzt werden Kohlekraftwerke. Ich sehe keinen Grund einen Konflikt dieser zusätzlichen Möglichkeit zu konstruieren etwa mit der dezentrale Stromerzeugung mit Blockheizkraftwerken.
    Man sollte hier nicht mit weltweiten Zahlen arbeiten. Die USA hat in ihren eigenen Wüsten nahe liegende, leichter durchsetzbare und einfachere Möglichkeiten. Sie wird uns hier eher überholen. Ähnlich Indien oder Australien. Wichtig sind die Kosten für Europa und welche Länder wie davon profitieren. Hier sehe ich große Chancen.

  • 28.05.2009 01:25 Uhr

    von Gerhard Deml:

    174 Milliarden Euro in 40 Jahren für so einen Schmarrn wie den Weltenergiebedarf aus nachhaltiger Quelle???
    Hat sich mal einer überlegt, wieviele Landesbanken, Investmentfonds oder andere innovative Finanzjongleure man damit allein in den nächsten 12 Monaten retten könnte. Die Welt-25%-Rendite-Produktion liegt am Boden, was sage ich, in Trümmern, aber für solche Phantastereien wie regenerative Energien hat man ja die Kohle.
    174 Milliarden!!! Bremen oder Sachsen-Anhalt können sich keine eigene Landesbanken mit dringend benötigten Niederlassung in Singapur, Hongkong und Johannesburg mehr leisten, aber diese weltfremden Spinner wollen mit anderer Banken Staatsgeldern allen Ernstes eine Konkurrenz zur bewährten Energieerzeugung aus Kohle, Kernkraft und Steckdose hochzüchten.
    Und demnächst bauen wir dann wohl auch noch Straßenbahnen statt SUVs, oder?
    Umweltphantasten, die werden die Weltwirtschaft noch in eine unvorstellbare Krise stürzen mit ihren unhaltbaren Forderungen.

  • 27.05.2009 23:55 Uhr

    von Klaus von Prümmer:

    1985 hatte ich zufällig Gelegenheit, den Raketenpionier Hermann Oberth (damals 96) zu interviewen. Er rechnete mir vor, wie viel Sonnenergie mit riesigen Sonnensegeln in der Erdumlaufbahn gesammelt und gebündelt und in Wüstenregionen wie Saudi-Arabien projiziert werden könnte. Auch zur erforderlichen Präzision für die Steuerung des Energiestrahls und die erforderlichen Sicherheitsabstände zu menschlichen Ansiedlungen hatte er genaue Berechnungen.
    Für den Energietransport nach Europa rechnete Oberth nicht mit besonderen Aufwendungen: Er wollte die Energie nutzen, um Meerwasser zu entsalzen und dann in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten. Der Wasserstoff lasse sich m Prinzip in denselben Pipelines transportieren, die nach dem Erschöpfen der Ölquellen frei würden.
    Als Nicht-Naturwissenschaftler war ich bei meinem Bericht für die FAZ natürlich nicht in der Lage, Oberths physikalische Berechnungen adäquat darzustellen. Anfragen bei entsprechend vorgebildeten Kollegen waren ernüchternd: Oberth sei immer ein Spinner gewesen. Für mich ist er allerdings der eigentliche Vater der Raumfahrt: Sein Buch „Die Rakete zu den Planetenräumen“ (1923 wurde ebenso belacht und ist doch heute die Grundlage für die Weltraumtechnik.

  • 27.05.2009 23:45 Uhr

    von Sinon:

    So schön diese Pläne auch klingen, selbst wenn man das Geld dafür aufbrächte, wird der Plan in seiner vollen Schönheit niemals in die Tat umgesetzt werden, denn die EU wird einen Teufel tun, ihre gesammte Energieversorgung von Staaten wie Algerien, Marokko oder gar Libyen bereitstellen zu lassen. Für die dortigen Länder ist Solarenergie hingegen eine hervorragende Perspektive, wenn in absehbarer Zeit das Öl versiegt.

  • 27.05.2009 22:42 Uhr

    von Quaak:

    ... und dann gingen in "Stuttgart, Berlin, Tokio oder New York" die Lichter aus, weil wieder einmal ein Sandsturm über die Sonnenkollektoren fegte…
    Messina & Reimer schreiben: "Technisch sei diese Vision "absolut machbar"". Technisch ist bewiesenermaßen auch viel Mist machbar. Mittlerweile füllen die wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema ganze Schränke: Mittel-/Nordeuropa braucht keinen Strom aus der Sahara! Anstatt sich schon wieder in Abhängigkeit energieliefernder Staaten zu begeben sollten wir weiter daran arbeiten, hier den richtigen Strommix zu installieren. (Das ist bewiesen möglich, und gerade schon im Ausbau, siehe boomende Wirtschaftszweige)
    Das Projekt "Strom aus der Sahara" ist ein wieder so ein Hirngespinst technokratischer Utopiefanatiker. (Es gab auch schon die super Idee, Sonnenstrahlen im Weltall zu bündeln, diese Strahlen auf die Erde zu lenken um sie dann dort einzusammeln…) Was anscheinend bei vielen noch nicht richtig angekommen ist: Stromversorgung sollte in Zukunft im Interesse aller regional und dezentral organisiert werden. Die Zeit der großen Kraftwerkszentralen wird langsam aber sicher vergehen. Warum braucht man immer Wahnsinnsprojekte und übersieht das Naheliegende?
    Warum hält man an diesen verkrusteten Strukturen im Bereich der Energieversorgung fest? (Stichpunkte: Großkonzerne, zentrale Stromversorgung, hohe Investitionskosten, hoher Strompreis) Mangel an „Visionen“ würde ich Anbetracht dieses Berichts diesen „Visionären“ nicht vorwerden. Es ist wohl viel eher die Möglichkeit, diese alten Strukturen bequem beizubehalten.
    Investiert die Abermilliarden in die energetische Sanierung von Altbauten, baut das EEG aus, fördert die eigenständige und unabhängige Stromversorgung auf kommunaler Ebene und treibt die Forschung in Sachen Solar, Windkraft, Erdwärme und Wasserkraft weiter voran.

  • 27.05.2009 21:46 Uhr

    von rainbowsailor:

    Wird ja allerhöchste Zeit.

    Was übrigens die kurz erwähnte Position von Greenpeace dazu angeht, geht es meines Wissens nicht darum, den Ausbau regenerativer Stromerzeugung (plus Sonnen- und Erdwärmenutzung) in Europa zu bremsen, sondern Solarstrom aus dem Sonnengürtel zusätzlich zu gewinnen.

    Es besteht aber ein gewisses Risiko, dass es von verschiedenen Leuten (auch Politikern etc.) zur Ausbremsung heimischer EE missbraucht wird. Insofern sind die Bedenken von Hermann Scheer und anderen nicht aus der Luft gegriffen. Auch die Probleme mit neuer Abhängigkeit von Staaten, die noch viel weniger demokratisch sind, als die der EU beispielsweise (die sich ja auch noch so manches Demokratiedefizit haben - d. h. Menschenrechte zu respektieren, auch von Flüchtlingen oder von den Menschen, die in anderen Kontinenten "unsere" Waren herstellen und dafür oft auch die Rohstoffe abbauen etc. oft unter groben Verstößen gegen ILO Normen, extreme Repressionen gegen Gewerkschafter (inklusive Mord) u.s.w.).

    Auch ist mir unsympathisch, dass grundsätzlich wenig in Frage gestellt wird, ob nun die Milliardäre, die bisher von fossilen Rohstoffen reich geworden sind, das in Zukunft durch EE werden, statt diese extremen - letztlich undemokratischen - Machtkonzentrationen (die extremer Reichtum ist) in Frage zu stellen (wofür man ja keineswegs ein unkritischer Marx- oder Leinin- Anhänger, oder DDR-Nostalgiker und dergleichen sein muss).

    P.S: Für (Noch-)Nicht-Insider: Das Foto zeigt keinen Ausschnitt eines Parabolrinnenkraftwerkes, sondern Photovoltaikanlagen.

  • 27.05.2009 20:56 Uhr

    von V.Bauder:

    Die Solarplan - Initiative ist Perfekt, braucht aber Weltweite -Unterstützung.

    Als Europäer war begeistert von der Idee eine Mittelmeer Union zu gründen.
    Das Mittelmeer hat in der Vergangenheit, aber auch in der Zukunft eine globale politische, wirtschaftliche, kulturelle Bedeutung für die Menschheit.
    Bin Überzeugt dass die Mittelmeer Union kann nur dann erfolgreich existieren, wenn die Vertreter der Europäischen Union, Arabische Liga und Afrikanische Union mit an bot sind.

    Mitglieder der Mittelmeer Union :
    Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Malta, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, die Türkei, Zypern, Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko, und Gesandte der Europäischen Union. Arabische Liga und Afrikanische Union.

    Als Grundlage – Die UN. Den Sitz - Tunesien.

  • 27.05.2009 20:49 Uhr

    von V.Bauder:

    Die Solarplan - Initiative ist Perfekt, braucht aber Weltweite -Unterstützung.

    Als Europäer war begeistert von der Idee eine Mittelmeer Union zu gründen.
    Das Mittelmeer hat in der Vergangenheit, aber auch in der Zukunft eine globale politische, wirtschaftliche, kulturelle Bedeutung für die Menschheit.
    Bin Überzeugt dass die Mittelmeer Union kann nur dann erfolgreich existieren, wenn die Vertreter der Europäischen Union, Arabische Liga und Afrikanische Union mit an bot sind.

    Mitglieder der Mittelmeer Union :
    Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Malta, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, die Türkei, Zypern, Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko, und Gesandte der Europäischen Union. Arabische Liga und Afrikanische Union.

    Als Grundlage – Die UN. Den Sitz - Tunesien.

  • 27.05.2009 20:17 Uhr

    von Thomas Ungold:

    "...müssten demnach bis zum Jahr 2050 174 Milliarden Euro investiert werden...könne aber 2050 ein Viertel des weltweiten Strombedarfs aus solarthermischen Kraftwerken gewonnen werden"

    Es kostet 174 Milliarden Euro für ein Viertel? Also 696 Milliarden für die ganze Welt? Hallo, das sind doch lächerliche Summen im Vergleich was Nationen fürs Ballern und Bomben ausgeben. 650 Milliarden hat die USA alleine 2008 offiziell ausgegeben. Worauf bitte warten wir noch laßt uns das bauen! Herr lass es Einsicht regnen!

  • 27.05.2009 19:55 Uhr

    von eike:

    lasst uns fuenfmal bayern nehmen, dann reicht das auch noch fuer die leuchtreklame, ...

  • 27.05.2009 19:54 Uhr

    von M. Bertz:

    Fassen wir mal zusammen:

    - Nordafrika als Stromlieferant sei abendteuerlich...
    aha. Was ist dann Nahost als Öllieferant? Oder Russland als Gaslieferant? So im Politischen meine ich.

    - Sonne sei umsonst, aber die Umwandlung teuer...
    aha. Und ist Uran billiger als umsonst oder muß man das nicht umwandeln, zB im Kernkraftwerk? Kommt also Uran aus der Steckdose?

    Abendteuerlich finde ich persönlich vielmehr die Argumentation von politisch Verantwortlichen. Ich denke eher, daß das Problem ist, daß der Strom viel zu billig würde, so daß kein Energiekonzern mehr dran verdient. Ansonsten kann ich mir den laxen Umgang mit der Zukunft aller Menschenkinder nicht erklären.

    Seltsam, daß Banken Ihre Exorbitanten Schulden erlassen werden, mit neuen Staatsschulden bei den Banken natürlich, andererseits meckert man bei "ein paar" Milliarden für die Energiesicherheit, die unsere Kinder so "ruhig und heiter" sein lassen könnte. Immerhin wäre der Rohstoff umsonst. Kohle gibts nur für Kohle. Uran erstrecht. Und keiner kann mir erzählen, daß alle AKWs + Kohlekraftwerke in Deutschland billiger wären als solch ein Parabolkraftwerk. Zumal sich niemand über die Kosten für Demontage, Endlagerung und Verwaltung von strahlenden verbrauchten Energieträgern für die nächsten 10.000 Jahre gedanken machen müßte oder die Schäden durch CO2 Emissionen. Allerdings tun das die Verantwortlichen schon heute nicht. Insofern haben sie mit ihren "Kostenbedenken" vielleicht recht: Strahlen würde nur die Sonne und zwar ewig. Aber umsonst.

  • 27.05.2009 19:34 Uhr

    von Sonnenwind:

    Wenn man bedenkt, dass der reiche Westen in den letzten 8 Jahren mehr als eine Billion Euro für seine Kolonialkriege (unter dem Vorwand angeblicher Terrorismusbekämpfung und Demokratisierungsmotive) im Nahen- und Mittleren Osten ausgegeben hat, nur um den Zugriff auf die Ölquellen Arabiens für den ölgierigen Westen zu sichern, dann sind 200 Milliarden Euro gestreckt auf 20 Jahre doch Peanuts.
    Das schüttelt doch allein Herr Steinbrück pro Monat gerne mal aus, wenn es darum geht stinkreichen Investoren die Vermögen zu erhalten (siehe HypoReal Estate).

    Da wäre das Geld sicherer angelegt als in teuren langjährigen Abnutzungskriegen gegen Guerillas.

    Dann wäre der Westen weniger abhängig von diesen Weltgegenden und die scheinheilig-verlogene Hybris des Westens, angeblich Menschenrechte und Demokratie bringen zu wollen, wäre nicht mehr notwendig.
    Also ran an den Speck!
    Der Westen könnte endlich glaubwürdig werden!

  • 27.05.2009 19:06 Uhr

    von Nichtidentisches:

    Wer putzt die Dinger denn jeden Tag? In der Sahara gibts eine Menge Staub...

  • 27.05.2009 18:59 Uhr

    von Simon Lissner:

    Schade, dass Sarah und Nick hinsichtlich der 174 Mrd. Investitionssumme in den kommenden 40 Jahren nicht nachgerechnet zu haben scheinen und das Märchen von der nur schwer zu stemmenden Summe "schlucken". Das sind 4,35 Mrd im Jahr von heute an. Nun ja. Die "Abwrackprämie" deckt schon mehr als ein Jahr. Die europäischen "Konjunkturpakete" eben mal in Windeseile verabschiedet, decken bereits einen gut Teil einer solchen Investition insgesamt. So betrachtet sähe das alles, nötigen politischen Willen vorausgesetzt, also gar nicht so "dramatisch" aus. Es wird Zeit, dass das Kürzel "PKW" eine Umdefinition erfährt. Und das Scheer so tut, als würde irgendwer afrikanische PKW gegen "heimische Solarenergie" ausspielen, nun, dass scheint mir typisch "sozialdemokratisch". Für Afrika könnte ein solches Projekt ein Fortschrittsmotor erster Güte sein und die Menschheit insgesamt ein Stück weg vom klimatischen Abgrund (in jeder, also auch politischer Hinsicht!) bewegen.

  • 27.05.2009 18:28 Uhr

    von Hans-Henning Schulz:

    Was für eine Vision...
    ...unsere Energie aus Mammutkraftwerken in den sogenannten Entwicklungsländern. Statt im nationalem Wachstumswahn fossil erpressbar zu sein, eine interkontinentale gleichberechtigte Kooperation und Entwicklung auf Augenhöhe, ...
    Der Traum für nachhaltige Entwicklung ohne Wachstums-Neurose, Wohlstand für alle kann wieder neu geträumt werden!
    Was sind schon 200 Mrd auf 20 Jahre, wir reden z.Z. über das 10 fache innerhalb eines Jahres im Rahmen einer (noch kleinen) Krise der alten Weltordnung...
    Den Regenerativen zuhause täte es auch gut über mehr Akzeptanz und schnellerer Technologieentwicklung, und natürlich, um langfristig nicht Saharasolar erpressbar zu sein....

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