taz Kantine, Berlin

Afrika in der Schuldenfalle?

Auf dem afrikanischen Kontinent zeigt sich die rasant wachsende Schuldenkrise des Globalen Südens besonders deutlich. Zwei Jahrzehnte nach den großen Schuldenerlassen drohen in Afrika erneut Staatsbankrotte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht bei 40 Prozent der afrikanischen Länder die Staatsschuldenkrise unmittelbar bevorstehen. Der „Schuldenreport 2018“ verweist bei 49 Staaten des benachbarten Kontinents kritisch steigende Verschuldungen.

Wie sind diese wiederkehrenden Verschuldungsentwicklungen einzuschätzen? Steuern die hochverschuldeten afrikanischen Staaten auf soziale Katastrophen zu? Wie kann diesen Entwicklungen angemessen begegnet werden? Wird der von der Bundesregierung proklamierte „Compact for Africa“ und die forcierte Mobilisierung von privaten Kapitalinvestitionen in Infrastrukturprojekte afrikanischer Länder die notwendige Trendwende erzeugen?

Als Einstieg in diesen Themenabend zeigen wir in einer Weltpremiere den Kurzfilm „The people up there“ (ca. 20min) aus Kamerun. Das junge Filmemacher*innen-Kollektiv von „Draufsicht Bamenda“ reflektiert ausgehend von der Situation in Kamerun die Verschuldungsentwicklungen Afrikas. Im Anschluss werden wir von Kristina Rehbein, Geschäftsführerin des Entschuldungsbündnisses erlassjahr.de, mehr interessante Details über die hintergründigen Strukturen der afrikanischen Schuldenkrise erfahren.

Eine kurze Analyse über die zu erwartenden Effekte des „Compact for Africa“ von Claus-Dieter König, Referent der Rosa-Luxemburg-Stiftung für Ost- und Westafrika, wird überleiten in ein offenes Gespräch über die Rolle Deutschlands und alternative politische Handlungsoptionen.

Referent*innen:

Kristina Rehbein, Geschäftsführerin erlassjahr.de

Claus-Dieter König, Referent für Ost- und Westafrika, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Zum Ausklang des Abends gibt es ein Buffet mit Suppe, Brezeln und Wein.

SODI ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die sich - unabhängig, kritisch und konfessionslos - für eine gleichberechtigte Welt einsetzt. SODI steht für Solidarität: mit Initiativen und Organisationen im Globalen Süden setzen wir uns für die Emanzipation der Menschen ein und stärken ihre aktive Teilhabe. Unsere Projektarbeit im Ausland verbinden wir mit unserer Bildungsarbeit in Deutschland und kämpfen so für einen Perspektivwechsel in der Entwicklungszusammenarbeit. Mehr Informationen zu unserer Veranstaltungsreihe „Macht & Ohnmacht“ erhalten Sie hier.

Eine Veranstaltung von SODI in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und erlassjahr.de

Bild: „The people up there!“, Draufsicht Bamenda, 2019