• 05.09.2008

Afrika in Berlin

Der Wedding wird schwarz

Immer mehr Menschen mit afrikanischen Wurzeln ziehen in das ehemalige Arbeiterviertel im Norden Berlins. An diesem Wochenende findet dort Berlins erstes Afrikafest statt.von Hannes Vollmuth

  • 14.08.2009 15:39 Uhr

    von R.W. Marais:

    Der Nachtigalplatz im Wedding ist nach dem deutschen Afrikaforscher Gustav Nachtigal benannt worden. Wer sich für die Umbenennung dieses Platzes stark macht, hat offensichtlich kein besonders ausgeprägtes Geschichtswissen. Im Jahre 1884 wurde Nachtigal zwar zum Reichsbeauftragten für Togo und Kamerun ernannt und damit in die deutsche Kolonialpolitik eingespannt, seine Briefe und Tagebücher zeigen jedoch, daß ihm diese Aufgabe widerstrebte. Lediglich die Hoffnung, durch eine europäische Intervention dem Sklavenhandel einen Riegel vorzuschieben, ließ ihn Bismarcks Auftrag annehmen. Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber den deutschen Kolonialerwerbungen wurde Gustav Nachtigal in der deutschen Presse zum Kolonialhelden hochstilisiert. Seine teilweise abwertenden Äußerungen - unter anderem über die Lobby der deutschen Schnapsexporteure - wurden auf offiziellen Druck hin nie veröffentlicht. In der DDR-Geschichtsschreibung wurde der Forscher unkritisch mit einem Carl Peters gleichgestellt. Angesichts der veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften Nachtigals ist jedoch zu sagen, dass er neben Heinrich Barth nicht nur als der wissenschaftlichste Afrikaforscher überhaupt, sondern auch eine der wenigen Persönlichkeiten der Forschungsgeschichte gelten darf, die den Afrikanern nicht als überhebliche, mit Rassenvorurteilen beladene Durchreisende oder als brutale Eroberer gegenüber traten.

  • 07.09.2008 19:18 Uhr

    von s.fuchs:

    Das Afrikafest finde ich eine tolle Idee. Afrikaner sind offene, humorvolle Menschen. Den Wedding werden sie daher bestimmt bereichern.

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