• 15.06.2009

Abschiebung von politischen Flüchtlingen

Ein Dasein in der Warteschleife

Das Ehepaar Ates floh vor der PKK und Folter aus der Türkei nach Deutschland. Doch hier sollen sie nicht bleiben - obwohl sie beide unter psychischen Krankheiten leiden.von Anke Lübbert

  • 24.06.2009 10:53 Uhr

    von anna:

    @aso:
    Bei Asylbewerbern geht es aber doch überhaupt nicht daraum, ob diese der deutschen Gesellschaft als Arbeitskräfte nützlich sein können.

    Das Asylrecht ist ein humanitäre Regelung, die Menschen schützt, die in ihrer Heimat bedroht sind.
    Und Menschen abzuschieben, die Folter und Vergewaltigung durch türkische Staatskräfte erlebt haben und bei denen die Angst davor, in die Türkei zurückzumüssen, das bestehende Trauma wieder verschärft, zeugt einfach nur von Zynismus und Menschenverachtung.

    Dass in der Türkei immer noch gefoltert wird, ist auch bekannt (siehe ai-Bericht).

  • 19.06.2009 10:49 Uhr

    von aso:

    @ Michael Klein:
    Da sind sie scheinbar nicht auf dem aktuellen Stand. Die Einführung des Punktesystems wurde bisher in D verpennt. Dies führte dazu, daß:
    „...Die Zuwanderer in Deutschland verfügen dagegen sogar über niedrigere Bildungsabschlüsse als ihre Landsleute daheim...“:
    http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/150218/
    Die Familie Ates ist nicht unerwünscht, sondern erfüllt ganz einfach nicht die Voraussetzungen für den Asylantrag.

  • 16.06.2009 20:13 Uhr

    von Michael Klein:

    @aso!
    "Was den Umgang mit Migrannten und Flüchtlingen aus Lybien angeht, scheint sie den Wünschen der Mehrheitsbevölkerung entsprechebn!"
    Mit diesen Worten haben Sie leider recht, wobei man sagen muss, dass die Volkseele, ob nun deutsch, östereichisch, italienisch usw. alles andere als gesund ist, im Gegenteil! Schon in der WEimarer Republik war die Errichtung von Abschiebegefängnissen und Internierungslagern von jüdischen Migrannten aus Polen und Russland ganz im Sinne des überwiegenden Anteiles der Deutschen Bevölkerung! Leider ist das Volk nicht daran interessiert aus der Geschichte zu lernen und die Konsequenzen zu ziehen!

    Das Punktesystem von dem Sie sprechen, existiert auch schon lange bei uns! Erwünscht sind nur Migrannten, die unsrem Lande Profit und Geld bringen, die anderen wie hier die Familie Ates ist unerwünscht und hat gefälligst zu verschwinden! Deutschland rückt immer mehr nach rechts, und die Grenze zwischen rechtskonservativ und rechtsradikal sind sehr dünn und fließend!

  • 16.06.2009 10:04 Uhr

    von aso:

    @ Michael Klein:
    Ich sagte doch: wenn in der Türkei solche Zustände herrschen (die aber gegen die EU-Aufnahmekriterien sprächen), dann wären alle Kurden asylberechtigt und müßten nach D geholt werden.
    Sozialleistungen sind im Vergleich zum im Heimatland zu erzielendem Verdienst so hoch, daß die Motivation für Geld noch zu arbeiten entsprechend gering sein dürfte.
    Daß man gerne arbeiten würde, muß man schon allein sagen, um keine Leistungssperren zu erhalten. Der Wahrheitsgehalt solcher Aussagen ist kaum überprüfbar.
    Hinzu kommt in der Regel mangelnde Ausbildung. In solchen Fällen spricht man von Einwanderung ins Sozialsystem, was in dieser Form nur in D möglich ist, da andere Länder längst ein Punktesystem eingeführt haben.
    Bei dem Punktesystem handelt es sich aus Ihrer Sicht sicher schon um Menschenrechtsverletzungen, also besser Grenzen auf für alle gell?
    Mit der Politik unter Berlusconi muß man nicht in allen Fällen konform gehen.
    Was den Umgang mit Migranten und Flüchtlingen aus Lybien angeht, so scheint sie den Wünschen der Mehrheitsbevölkerung zu entsprechen.

  • 15.06.2009 20:23 Uhr

    von Michael Klein:

    @aso!
    Was sollen Ihre zynischen Bemerkungen "Wenn man von Sozialleistungen hier leben kann und wieder eine Abschiebung droht, wen würde das nicht krank machen?" Wollen Sie den betreffenden Personen daraus einen Vorwurf machen? Die meisten Migrannten würden gerne arbeiten, aber sie erhalten von der Ausländerbehörde keine Arbeitserlaubnis, also sind sie mehr oder weniger gezwungen Transferleistungen zu beziehen! Manche arbeiten nebenbei schwarz, und da handelt es sich um Arbeiten, für die sich unsere sauberen Deutschen zu schade sind, ich selbst würde es im Übrigen auch nicht tun! Und was hat das ganze mit dem EU-Beitritt der Türkei zu tun? Dieser Fall zeigt doch nur zu deutlich, dass Menschenrechtsverletzungen auch bei uns stattfinden, und dieser Fall ist nur die Spitze des Eisberges! Wenn man es so sieht, dann gehört auch Italien nicht in die EU, denn was für eine rassistische und faschistoide Politik unter Berlusconi betrieben wird ist, um es harmlos auszudrücken ekelerregend!

  • 15.06.2009 15:52 Uhr

    von aso:

    „...Amnesty International meldet in einem aktuellen Länderbericht für die Türkei "Folterungen und andere Misshandlungen sowie exzessive Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte"...:

    Wie ist es dann möglich, daß bei solchen Zuständen sich Linke und Grüne so vehement für den EU-Beitritt der Türkei stark machen?
    Haben die die Phantasie, daß das (und einiges andere) aufhört, sobald die Türkei in der EU ist?
    Da sich die Kurden nicht der PKK entziehen können, da sie sonst als Verräter gelten, und alle Kurden von türkischer Folter bedroht sind, gibt es nur die logische Schlußfolgerung: D muß alle türkischen Kurden aus gegebenen Asylgründen aufnehmen.
    Und wenn man hier von Sozialleistungen leben kann, und dann wieder eine Abschiebung droht: Wen würde das nicht krank machen?
    Natürlich sind Medikamente und Therapie auch in der Türkei vorhanden. Aufgrund des kulturellen und islamischen Backgrounds sollten dort auch weniger kommunikative Mißverständnisse auftreten.

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