Nach Einführung der "WAZ"-Zentralredaktion sind die Abozahlen der Zeitungsgruppe eingebrochen. Die Wut im Haus auf Chefredakteur Ulrich Reitz wächst.von Steffen Grimberg
Als ehemaliger WAZ-Volontär und Redakteur, der noch bei den legendären Konferenzen mit Lehmann/Maruhn und BROST dabei war, frage ich mich, was der alte Herr wohl denkt, wenn er von oben sieht, wie ein selbstverliebter, dafür aber von Fachwissen sowohl in Sachen Ruhrgebiet als auch in Sachen WAZ verschonter Möchtegern-Journalist seine große Idee vor die Wand fährt. Reitz, geh schnell und nimm deine St-(Kl) ümper mit !
26.08.2009 20:29 Uhr
von Olaf L.:
Ihren Kommentar hier eingebe
Als ehemaliger Redakteur des Medienkonzerns WAZ muß ich feststellen: Hombach hat es wirklich geschafft in kurzer Zeit aus ehemaligen Qualitätsprodukten Zeitungen zu schaffen, die unter dem Niveau eines Anzeigen-Blattes sind. Schlechte Recherchen, dümmliche Interviews mit Politikern und ein verheerender Umgang mit Lesern sind die Folge. Zudem kannibalisiert der "Der Westen", das Online-Produkt, die Printausgaben. Zudem läßt die WAZ-Führung zu, dass sich auf den Kommentarseiten "Der Westen" Leser gegenseitig beleidigen, ja ganze Hetzkampagnen stattfinden können. Wer sich beschwert, den läßt die Geschäftsleitung gern am ausgestreckten Arm verhungern. Reaktion der so Geprellten: Sie bestellen die Zeitung ab. Fazit: Die Zusammenlegung der Zentralredaktionen, die Schließung der Lokalredaktionen, der desaströse Auftritt des Konzerns im Netz sind alles Gründe für einen weiteren (berechtigten) Rückgang derAbo-Zahlen. Fast schon schmerzhaft die Erfahrung, wie ein einst gut gemachte journalistische Titel Blätter wie NRZ und Westfälische Rundschau an Qualität einbüßten. Hombach kon nte schon Politik nicht; Zeitung und Medien nun aber gar nicht.
25.08.2009 08:04 Uhr
von ruhri:
Es langweilt mittlerweile sehr in NRZ und WAZ im Lokalteil gleiche Berichte mit anderen Bildern zu finden, aber es verkürzt das Zeitungslesen - leider ohne Rabatt. Die Diskrepanz zwischen einem durchaus gelungenen Mantel und den Lokalteilen fällt immer stärker auf. In Duisburg beispielsweise wirkt die lokale Redaktion momentan wie die Außenstelle der örtlichen Wahlkämpfer der SPD. Auch ein Grund für den Niedergang?
23.08.2009 19:06 Uhr
von Tobias:
Einen guten ARD-Beitrag zum Thema gibt es unter folgendem Link: http://rewashtv.wordpress.com/2009/08/23/medienkrise-die-tiefe-angst-mancher-verlage-ard-zapp-14-min/
23.08.2009 15:58 Uhr
von Hugelgupf:
Ja, die Westfalenpost ist auch nur noch ein Käseblättchen. Wenn man schon eine Zentralredaktion hat, sollte man auch besser auf Rechtschreibfehler achten können.
22.08.2009 18:56 Uhr
von Hodo Bombach:
Wie wäre es denn, wenn gerade jetzt die taz sich auf ihre Qualitäten besinnt und es nochmal mit einer NRW-Ausgabe probiert?
22.08.2009 11:01 Uhr
von Caroline:
Der gesamte WAZ-Konzern hat sich schon lange davon verabschiedet, Journalismus zu praktizieren - hier geht es nur darum, Anzeigen zu verkaufen. Der Text dazwischen ist nur lästiges Füllmaterial. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich arbeite selbst für diesen menschenverachtenden Verlag, der Redakteure verheizt und freie Mitarbeiter immer schlechter bezahlt (wie andere Tageszeitungsverlage allerdings auch). Die Schreibenden vor Ort haben gar keine Chance mehr, zu recherchieren, zu überprüfen oder gar investigativ zu arbeiten, vor allem in den Lokalredaktionen. Dort werden die Besetzungen immer weiter zusammengestrichen und Arbeitsbereiche fachlich wie geographisch erweitert, so dass kaum noch jemand weiß, was er da überhaupt macht. Die Urheberrechte der Fotografen werden mit Füßen getreten (aber dafür die Leistung auch noch enorm schlecht bezahlt), für die freien Schreibenden lohnt es kaum noch, einen Auftrag anzunehmen, so dass immer mehr "Hobbyschreiber" in die Tasten hauen. Ich könnte noch ewig so weiter erzählen....
21.08.2009 20:52 Uhr
von More:
2 Redakteure der WAZ haben angeblich nach Streit mit Reitz hingeworfen: Norbert Robers und Angela Gareis sollen gekündigt haben. Beginnt jetzt auch der Braindrain bei der WAZ?
21.08.2009 16:21 Uhr
von Christoph Schirrmacher:
Melde mich hier aus Thüringen, wo die WAZ-Gruppe quasi auch ein Monopol hat. Die Zeitungen der Gruppe überezugen nicht wirklich, dabei hätte ich ernsthaftes Interesse an einem Blatt mit einem lokalen Schwerpunkt. Man kann über Blätter wie die HNA meckern, aber sie versuchen nicht die großen deutschen Zeitungen in aufmachung oder Inhalt zu imitieren und liefern dem Leser das was er will (nämlich lokale Nachrichten) und zwar anscheinend durchaus rentabel.
21.08.2009 10:13 Uhr
von G. H. Phl:
Es rei(t)zt mich, dazu eine Lesebrief zu schreiben. Ich habe die „Westfalenpost“ abonniert und lese gelegentlich die „Westfälische Rundschau“. Beide Zeitungen habe / hatten dasselbe Erscheinungsgebiet. Früher war die „Westfalenpost“ eher CDU -nah, während die „Westfälische Rundschau“ eher SPD-orientiert erschien. Heute sind die überregionalen Nachrichten durchaus – teilweise – unterschiedlich, die regionale/örtlichen Nachrichten exakt gleich. Angesichts dieser „Gleichschaltung“ fragt sich der geneigte Leser, welcher Könner da wohl am Werk gewesen sein mag und welches Verständnis er wohl von „Meinungsvielfalt“ haben mag, die durch das nahezu Monopol der „WAZ“ – Gruppe in NRW – Ruhrpott/Sauerland ohnehin fragwürdig ist. Das Ganze hat natürlich auch etwas mit Demokratie zu tun, oder? Natürlich muß man wirtschaftlich denken. Dann schreibt man einfach einen anderen Namen auf dasselbe Produkt und schon ist es eine andere Zeitung. Toll, nicht war? Solche Übungen kennt man in vorbildlicher Weise seit einiger Zeit schon in Rußland. Vielleicht ist da noch ein rei(t)zender Posten frei, zumal da auch nicht so sehr nach dem wirtschaftlichen Erfolg gefragt wird???
21.08.2009 09:32 Uhr
von Matthias:
DANKE für diesen Artikel. Das Geschäftsgebahren der WAZ-Gruppe hat schon seit langem nichts mehr mit handwerklich gutem Journalismus zu tun. Stattdessen versucht sich der überregionale Teil am Boulevard (und scheitert selbst da kläglich), während auf lokaler Ebene Redaktionen verschiedener WAZ-Titel zusammengelegt und von einer zusammengewürfelten Not-Redaktion lieblos bestückt werden. Wer eine Zeitung produziert, die sich im Hauptteil nicht mehr vom Pro7-Videotext und im Lokalen nicht mehr vom Anzeigenblatt unterscheidet (schlimmer noch: im südlichen Sauerland liefern bereits heute die Anzeigenblätter den deutlich besseren redaktionellen Teil!), der darf sich nicht wundern, wenn die Auflagenzahlen einbrechen.
21.08.2009 08:10 Uhr
von Frank Maier:
Hallo Herr Grimberg,
ein interessanter Beitrag! Nur eins - der Iserlohner Kreisanzeiger erhält seinen Mantel von der Westfalenpost. Deshalb wird der IKZ normalerweise auch direkt mit der WP ausgewiesen. Angeblich ist in Iserlohn die Lage aber noch dramatischer.
21.08.2009 05:30 Uhr
von Jack Salinger:
Wieso steht in dem Artikel nicht eine Antwort eines Lesers, warum der sein Abo gekündigt hat? Mir als Leser geht es doch am Arsch vorbei, was die Verlagsverantwortlichen für Machtspielchen am Laufen haben. Ich will Zeitung lesen. Gabs bei den Banken auch. Ich wollte nur ein Konto und da mein Geld einzahlen und abheben. Bald muss ich die Börsenkurse und Staatsanwaltsinternas lesen, wenn ich bei Lidl einen Liter Milch kaufen will. Sind denn alle verrückt geworden?
21.08.2009 04:09 Uhr
von LeserIN:
Die Oligarchisierung , letztlich vielleicht Monopolisierung und damit Gleichschaltung der Presse ist doch schon seit einiger Zeit zu beobachten . Ähnlich wie bei der WAZ-Gruppe verhält es sich mit dem Kölner Verlag Du Mont Schauberg . Nicht nur , dass er bereits in Köln eine monopolistische Stellung hat ( BILD ist hier nämlich der einzige Konkurrent . Und der Schein-Konkurrent " Kölnische Rundschau " ist nur scheinbar unabhängig , da er im Hause DuMont drucken " darf " . ), dem Verlag gehören auch die Frankfurter Rundschau und seit Kurzem die BZ . Gedruckt wird nur , was den Verlegern politisch genehm ist , denn sie sind fester Bestandteil des sog. " Kölner Klüngels ". Und das gilt nicht nur für die Kölner Zeitung .
20.08.2009 22:36 Uhr
von Markus:
Fünf Sekunden mehr Recherche hätten nicht geschadet.
Die WAZ-Gruppe hat vom 2. Quartal 2008 zum 2. Quartal 2009 einen Rückgang der Abos i.H.v. 3,2% hinnehmen müssen und einen Rückgang des Einzelverkauf i.H.v. -14%.
Wenn jetzt im Jahresvergleich Juli ein Abo-Rückgang von "nur" 3,0% (Abos) bzw. eine Steigerung des Einzelverkaufs von über 14% zu verzeichnen ist, dann erschließt sich mir die Tonlage des Artikels nicht.
20.08.2009 22:02 Uhr
von Oil:
Es ist nicht nur der Einheitsbrei. Ich kündigte als im letzten Jahr in der "Welt" Rubrik, in der ich wichtige Informationen erwarte, ein Bericht mit Erica Berger über Präsident Sarkozys Privatleben gedruckt wurde. Mein persönlicher Schlusspunkt einer langen Reihe der Banalisierung der WAZ.
20.08.2009 21:40 Uhr
von egghat:
Und wie sehen die Zahlen bei allen Zeitungen aus? Wenigstens ein Vergleich zum Gesamtmarkt muss doch in einen solchen Artikel rein.
Und wirklich einordnen kann man die Verluste auch nicht. Das Minus von Juni auf Juli ist ja höher als das Minus gegenüber dem Vorjahr. Hat die WAZ vorher steigende Abozahlen? Als (einzige?) Zeitung Deutschlands? Kann ich mir echt nicht vorstellen, weil die WAZ auch in einer Region aktiv ist, in der die Bevölkerung schrumpft. Aber so ein Monatstief würde ich mal nicht überbewerten ...
20.08.2009 16:56 Uhr
von Andreas:
Das mag vielleicht "das grosse Ganze" sein,im Kleinen muss man einen horrenden Qualitätsverlust konstatieren,entsetzlich flache Artikel,unglaubliche Grammatikfehler,aberwitzige Druckfehler,das rigorose Eindampfen der Lokalteile.Dieser journalistische Niedergang wird begleitet von einem kometenhaft steigendem Preisniveau,in relativ kurzer Zeit wurde der Einzelverkaufspreis über 0,80,0,90 auf nun 1,20 Euro angehoben(Westfälische Rundschau) für eine Zeitung die zunehmend strotzt von Peinlichkeiten wie haarsträubenden Rechtschreibfehlern,Artikeln auf Praktikantengehilfenniveau und dem eifrigen Annähern an den Grossbuchstabenjournalismus. Nein,ich habe mich verabschiedet,besagtes Verlagshaus befindet sich in einem gefährlichen Srtudel aus Sparwahn,Qualitätsverlust und Leservergraulung,Opel lässt grüssen.Wenn Opel zu Ende gedacht wird sehen wir sie als "Westfälische Kronenzeitung" oder "Prawda Westfalenrundschau powered by Gazprom" wieder..
Gruss aus Dortmund
20.08.2009 16:39 Uhr
von bernd nachtigall:
Wie immer:
Es gibt zwei Wege mehr Profit zu machen: Einnahmen steigern und/oder Ausgaben senken.
Um die Einnahmen zu steigern müssen u. U. innovative Ideen gesucht und umgesetzt werden; Es muss Überzeugungsarbeit geleistet, Risikobereitschaft und Mut gezeigt werden. Wohlgemerkt von den Managern! Es müssen Mitarbeiter überzeugt und motiviert und ggf. neue eingestellt werden.
Um die Ausgaben zu senken braucht es nur eine Liste aller Ausgaben und einen Stift. Diese Liste liefern dem Manager eilfertig gepimpte Buchhalter aka. 'Contoller' oder noch schlimmer Wirtschaftwissenschaftler (nicht zu verwechseln mit Volkswirtschaftlern!) Der Stift ist noch einfacher zu bekommen. Damit streicht man einfach irgendwelche dieser Ausgaben. Schon lässt die Summer unter dem Strich die Investoren (== die Menschen die ausschließlich an Rendite interessiert sind) nicht mehr ganz so verzweifelt aus der Wäsche gucken.
Wenn der Manager so zwei- oder dreimal die Erträge maximiert hat, ist das was vom Unternehmen übrig bleibt nur noch ein Schatten seiner selbst und wird vom Kunden entsprechend behandelt.
Dann kann das Unternehmen liquidiert werden. Schuld ist die allgemeine wirtschaftliche Lage, traurig aber da kann man nichts machen ...
20.08.2009 15:51 Uhr
von Gockeline:
Der Schrecken ist groß,doch in Stuttgart+ Ulm läuft es schon länger so.Nun trifft es die anderen genauso.Die Zeitungen sind schon lange in der Krise ,wollten es aber nicht wahr haben. Eine Flut von Zeitungen überschüttete das Land. Nun werden sie wieder gebündelt.Sie nennen es Einheitsbrei,das ist falsch.Man muß die Realität sehen,dass heute nicht mehr so viele Blätter überleben können.Die unter " dreißig " lesen gar keine Zeitung mehr,die Alten auch nicht mehr. Der Rest ist ONLINE oder TV.
20.08.2009 15:44 Uhr
von Erwin Lindemann:
Früher war ich auch mal ein Leser der WAZ. Damals galt die Zeitung auch noch als "Links". Seit der Selbstabschaffung der SPD und vor allem seit Reitz hat aber die WAZ die andere Zeitung hier, die RP, rechts überholt. Und zwar mit großem Abstand. Nahezu täglich gibt es unfaire und persönliche Hetzartikel gegen Oscar Lafontaine (den man natürlich nicht mögen muss) zu lesen, mit sachlicher Berichterstattung hat das nichts mehr zu tun. Das kostet halt gerade im Ruhrgebiet, wo die Linke auf 10% kommt, und die Mehrheit noch immer SPD wählt, schlecht an.
Übrigens ist ja auch bei der taz in den letzten Monaten ein starker Rechtsruck festzustellen. Will man so mehr Anzeigenkunden locken? Könnte aber auf Kosten der Leser gehen, die dann abwandern...
Leserkommentare
28.08.2009 23:03 Uhr
von Ex Redakteur:
Als ehemaliger WAZ-Volontär und Redakteur, der noch bei den legendären Konferenzen mit Lehmann/Maruhn und BROST dabei war, frage ich mich, was der alte Herr wohl denkt, wenn er von oben sieht, wie ein selbstverliebter, dafür aber von Fachwissen sowohl in Sachen Ruhrgebiet als auch in Sachen WAZ verschonter Möchtegern-Journalist seine große Idee vor die Wand fährt. Reitz, geh schnell und nimm deine St-(Kl) ümper mit !
26.08.2009 20:29 Uhr
von Olaf L.:
Ihren Kommentar hier eingebe
Als ehemaliger Redakteur des Medienkonzerns WAZ muß ich feststellen: Hombach hat es wirklich geschafft in kurzer Zeit aus ehemaligen Qualitätsprodukten Zeitungen zu schaffen, die unter dem Niveau eines Anzeigen-Blattes sind. Schlechte Recherchen, dümmliche Interviews mit Politikern und ein verheerender Umgang mit Lesern sind die Folge. Zudem kannibalisiert der "Der Westen", das Online-Produkt, die Printausgaben. Zudem läßt die WAZ-Führung zu, dass sich auf den Kommentarseiten "Der Westen" Leser gegenseitig beleidigen, ja ganze Hetzkampagnen stattfinden können. Wer sich beschwert, den läßt die Geschäftsleitung gern am ausgestreckten Arm verhungern. Reaktion der so Geprellten: Sie bestellen die Zeitung ab. Fazit: Die Zusammenlegung der Zentralredaktionen, die Schließung der Lokalredaktionen, der desaströse Auftritt des Konzerns im Netz sind alles Gründe für einen weiteren (berechtigten) Rückgang derAbo-Zahlen. Fast schon schmerzhaft die Erfahrung, wie ein einst gut gemachte journalistische Titel Blätter wie NRZ und Westfälische Rundschau an Qualität einbüßten. Hombach kon nte schon Politik nicht; Zeitung und Medien nun aber gar nicht.
25.08.2009 08:04 Uhr
von ruhri:
Es langweilt mittlerweile sehr in NRZ und WAZ im Lokalteil gleiche Berichte mit anderen Bildern zu finden, aber es verkürzt das Zeitungslesen - leider ohne Rabatt. Die Diskrepanz zwischen einem durchaus gelungenen Mantel und den Lokalteilen fällt immer stärker auf. In Duisburg beispielsweise wirkt die lokale Redaktion momentan wie die Außenstelle der örtlichen Wahlkämpfer der SPD. Auch ein Grund für den Niedergang?
23.08.2009 19:06 Uhr
von Tobias:
Einen guten ARD-Beitrag zum Thema gibt es unter folgendem Link: http://rewashtv.wordpress.com/2009/08/23/medienkrise-die-tiefe-angst-mancher-verlage-ard-zapp-14-min/
23.08.2009 15:58 Uhr
von Hugelgupf:
Ja, die Westfalenpost ist auch nur noch ein Käseblättchen. Wenn man schon eine Zentralredaktion hat, sollte man auch besser auf Rechtschreibfehler achten können.
22.08.2009 18:56 Uhr
von Hodo Bombach:
Wie wäre es denn, wenn gerade jetzt die taz sich auf ihre Qualitäten besinnt und es nochmal mit einer NRW-Ausgabe probiert?
22.08.2009 11:01 Uhr
von Caroline:
Der gesamte WAZ-Konzern hat sich schon lange davon verabschiedet, Journalismus zu praktizieren - hier geht es nur darum, Anzeigen zu verkaufen. Der Text dazwischen ist nur lästiges Füllmaterial. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich arbeite selbst für diesen menschenverachtenden Verlag, der Redakteure verheizt und freie Mitarbeiter immer schlechter bezahlt (wie andere Tageszeitungsverlage allerdings auch). Die Schreibenden vor Ort haben gar keine Chance mehr, zu recherchieren, zu überprüfen oder gar investigativ zu arbeiten, vor allem in den Lokalredaktionen. Dort werden die Besetzungen immer weiter zusammengestrichen und Arbeitsbereiche fachlich wie geographisch erweitert, so dass kaum noch jemand weiß, was er da überhaupt macht. Die Urheberrechte der Fotografen werden mit Füßen getreten (aber dafür die Leistung auch noch enorm schlecht bezahlt), für die freien Schreibenden lohnt es kaum noch, einen Auftrag anzunehmen, so dass immer mehr "Hobbyschreiber" in die Tasten hauen. Ich könnte noch ewig so weiter erzählen....
21.08.2009 20:52 Uhr
von More:
2 Redakteure der WAZ haben angeblich nach Streit mit Reitz hingeworfen: Norbert Robers und Angela Gareis sollen gekündigt haben.
Beginnt jetzt auch der Braindrain bei der WAZ?
21.08.2009 16:21 Uhr
von Christoph Schirrmacher:
Melde mich hier aus Thüringen, wo die WAZ-Gruppe quasi auch ein Monopol hat. Die Zeitungen der Gruppe überezugen nicht wirklich, dabei hätte ich ernsthaftes Interesse an einem Blatt mit einem lokalen Schwerpunkt. Man kann über Blätter wie die HNA meckern, aber sie versuchen nicht die großen deutschen Zeitungen in aufmachung oder Inhalt zu imitieren und liefern dem Leser das was er will (nämlich lokale Nachrichten) und zwar anscheinend durchaus rentabel.
21.08.2009 10:13 Uhr
von G. H. Phl:
Es rei(t)zt mich, dazu eine Lesebrief zu schreiben. Ich habe die „Westfalenpost“ abonniert und lese gelegentlich die „Westfälische Rundschau“. Beide Zeitungen habe / hatten dasselbe Erscheinungsgebiet. Früher war die „Westfalenpost“ eher CDU -nah, während die „Westfälische Rundschau“ eher SPD-orientiert erschien.
Heute sind die überregionalen Nachrichten durchaus – teilweise – unterschiedlich, die regionale/örtlichen Nachrichten exakt gleich.
Angesichts dieser „Gleichschaltung“ fragt sich der geneigte Leser, welcher Könner da wohl am Werk gewesen sein mag und welches Verständnis er wohl von „Meinungsvielfalt“ haben mag, die durch das nahezu Monopol der „WAZ“ – Gruppe in NRW – Ruhrpott/Sauerland ohnehin fragwürdig ist.
Das Ganze hat natürlich auch etwas mit Demokratie zu tun, oder? Natürlich muß man wirtschaftlich denken. Dann schreibt man einfach einen anderen Namen auf dasselbe Produkt und schon ist es eine andere Zeitung. Toll, nicht war?
Solche Übungen kennt man in vorbildlicher Weise seit einiger Zeit schon in Rußland. Vielleicht ist da noch ein rei(t)zender Posten frei, zumal da auch nicht so sehr nach dem wirtschaftlichen Erfolg gefragt wird???
21.08.2009 09:32 Uhr
von Matthias:
DANKE für diesen Artikel. Das Geschäftsgebahren der WAZ-Gruppe hat schon seit langem nichts mehr mit handwerklich gutem Journalismus zu tun. Stattdessen versucht sich der überregionale Teil am Boulevard (und scheitert selbst da kläglich), während auf lokaler Ebene Redaktionen verschiedener WAZ-Titel zusammengelegt und von einer zusammengewürfelten Not-Redaktion lieblos bestückt werden. Wer eine Zeitung produziert, die sich im Hauptteil nicht mehr vom Pro7-Videotext und im Lokalen nicht mehr vom Anzeigenblatt unterscheidet (schlimmer noch: im südlichen Sauerland liefern bereits heute die Anzeigenblätter den deutlich besseren redaktionellen Teil!), der darf sich nicht wundern, wenn die Auflagenzahlen einbrechen.
21.08.2009 08:10 Uhr
von Frank Maier:
Hallo Herr Grimberg,
ein interessanter Beitrag! Nur eins - der Iserlohner Kreisanzeiger erhält seinen Mantel von der Westfalenpost. Deshalb wird der IKZ normalerweise auch direkt mit der WP ausgewiesen. Angeblich ist in Iserlohn die Lage aber noch dramatischer.
21.08.2009 05:30 Uhr
von Jack Salinger:
Wieso steht in dem Artikel nicht eine Antwort eines Lesers, warum der sein Abo gekündigt hat? Mir als Leser geht es doch am Arsch vorbei, was die Verlagsverantwortlichen für Machtspielchen am Laufen haben. Ich will Zeitung lesen. Gabs bei den Banken auch. Ich wollte nur ein Konto und da mein Geld einzahlen und abheben. Bald muss ich die Börsenkurse und Staatsanwaltsinternas lesen, wenn ich bei Lidl einen Liter Milch kaufen will. Sind denn alle verrückt geworden?
21.08.2009 04:09 Uhr
von LeserIN:
Die Oligarchisierung , letztlich vielleicht Monopolisierung und damit Gleichschaltung der Presse ist doch schon seit einiger Zeit zu beobachten . Ähnlich wie bei der WAZ-Gruppe verhält es sich mit dem Kölner Verlag Du Mont Schauberg . Nicht nur , dass er bereits in Köln eine monopolistische Stellung hat ( BILD ist hier nämlich der einzige Konkurrent . Und der Schein-Konkurrent " Kölnische Rundschau " ist nur scheinbar unabhängig , da er im Hause DuMont drucken " darf " . ), dem Verlag gehören auch die Frankfurter Rundschau und seit Kurzem die BZ . Gedruckt wird nur , was den Verlegern politisch genehm ist , denn sie sind fester Bestandteil des sog. " Kölner Klüngels ". Und das gilt nicht nur für die Kölner Zeitung .
20.08.2009 22:36 Uhr
von Markus:
Fünf Sekunden mehr Recherche hätten nicht geschadet.
Die WAZ-Gruppe hat vom 2. Quartal 2008 zum 2. Quartal 2009 einen Rückgang der Abos i.H.v. 3,2% hinnehmen müssen und einen Rückgang des Einzelverkauf i.H.v. -14%.
Wenn jetzt im Jahresvergleich Juli ein Abo-Rückgang von "nur" 3,0% (Abos) bzw. eine Steigerung des Einzelverkaufs von über 14% zu verzeichnen ist, dann erschließt sich mir die Tonlage des Artikels nicht.
20.08.2009 22:02 Uhr
von Oil:
Es ist nicht nur der Einheitsbrei.
Ich kündigte als im letzten Jahr in der "Welt" Rubrik, in der ich wichtige Informationen erwarte, ein Bericht mit Erica Berger über Präsident Sarkozys Privatleben gedruckt wurde.
Mein persönlicher Schlusspunkt einer langen Reihe der Banalisierung der WAZ.
20.08.2009 21:40 Uhr
von egghat:
Und wie sehen die Zahlen bei allen Zeitungen aus? Wenigstens ein Vergleich zum Gesamtmarkt muss doch in einen solchen Artikel rein.
Und wirklich einordnen kann man die Verluste auch nicht. Das Minus von Juni auf Juli ist ja höher als das Minus gegenüber dem Vorjahr. Hat die WAZ vorher steigende Abozahlen? Als (einzige?) Zeitung Deutschlands? Kann ich mir echt nicht vorstellen, weil die WAZ auch in einer Region aktiv ist, in der die Bevölkerung schrumpft.
Aber so ein Monatstief würde ich mal nicht überbewerten ...
20.08.2009 16:56 Uhr
von Andreas:
Das mag vielleicht "das grosse Ganze" sein,im Kleinen muss man einen horrenden Qualitätsverlust konstatieren,entsetzlich flache Artikel,unglaubliche Grammatikfehler,aberwitzige Druckfehler,das rigorose Eindampfen der Lokalteile.Dieser journalistische Niedergang wird begleitet von einem kometenhaft steigendem Preisniveau,in relativ kurzer Zeit wurde der Einzelverkaufspreis über 0,80,0,90 auf nun 1,20 Euro angehoben(Westfälische Rundschau) für eine Zeitung die zunehmend strotzt von Peinlichkeiten wie haarsträubenden Rechtschreibfehlern,Artikeln auf Praktikantengehilfenniveau und dem eifrigen Annähern an den Grossbuchstabenjournalismus.
Nein,ich habe mich verabschiedet,besagtes Verlagshaus befindet sich in einem gefährlichen Srtudel aus Sparwahn,Qualitätsverlust und Leservergraulung,Opel lässt grüssen.Wenn Opel zu Ende gedacht wird sehen wir sie als "Westfälische Kronenzeitung" oder "Prawda Westfalenrundschau powered by Gazprom" wieder..
Gruss aus Dortmund
20.08.2009 16:39 Uhr
von bernd nachtigall:
Wie immer:
Es gibt zwei Wege mehr Profit zu machen: Einnahmen steigern und/oder Ausgaben senken.
Um die Einnahmen zu steigern müssen u. U. innovative Ideen gesucht und umgesetzt werden; Es muss Überzeugungsarbeit geleistet, Risikobereitschaft und Mut gezeigt werden. Wohlgemerkt von den Managern! Es müssen Mitarbeiter überzeugt und motiviert und ggf. neue eingestellt werden.
Um die Ausgaben zu senken braucht es nur eine Liste aller Ausgaben und einen Stift. Diese Liste liefern dem Manager eilfertig gepimpte Buchhalter aka. 'Contoller' oder noch schlimmer Wirtschaftwissenschaftler (nicht zu verwechseln mit Volkswirtschaftlern!) Der Stift ist noch einfacher zu bekommen. Damit streicht man einfach irgendwelche dieser Ausgaben. Schon lässt die Summer unter dem Strich die Investoren (== die Menschen die ausschließlich an Rendite interessiert sind) nicht mehr ganz so verzweifelt aus der Wäsche gucken.
Wenn der Manager so zwei- oder dreimal die Erträge maximiert hat, ist das was vom Unternehmen übrig bleibt nur noch ein Schatten seiner selbst und wird vom Kunden entsprechend behandelt.
Dann kann das Unternehmen liquidiert werden. Schuld ist die allgemeine wirtschaftliche Lage, traurig aber da kann man nichts machen ...
20.08.2009 15:51 Uhr
von Gockeline:
Der Schrecken ist groß,doch in Stuttgart+ Ulm läuft es schon länger so.Nun trifft es die anderen genauso.Die Zeitungen sind schon lange in der Krise ,wollten es aber nicht wahr haben.
Eine Flut von Zeitungen überschüttete das Land.
Nun werden sie wieder gebündelt.Sie nennen es Einheitsbrei,das ist falsch.Man muß die Realität sehen,dass heute nicht mehr so viele Blätter überleben können.Die unter " dreißig " lesen gar keine Zeitung mehr,die Alten auch nicht mehr.
Der Rest ist ONLINE oder TV.
20.08.2009 15:44 Uhr
von Erwin Lindemann:
Früher war ich auch mal ein Leser der WAZ. Damals galt die Zeitung auch noch als "Links". Seit der Selbstabschaffung der SPD und vor allem seit Reitz hat aber die WAZ die andere Zeitung hier, die RP, rechts überholt. Und zwar mit großem Abstand. Nahezu täglich gibt es unfaire und persönliche Hetzartikel gegen Oscar Lafontaine (den man natürlich nicht mögen muss) zu lesen, mit sachlicher Berichterstattung hat das nichts mehr zu tun. Das kostet halt gerade im Ruhrgebiet, wo die Linke auf 10% kommt, und die Mehrheit noch immer SPD wählt, schlecht an.
Übrigens ist ja auch bei der taz in den letzten Monaten ein starker Rechtsruck festzustellen. Will man so mehr Anzeigenkunden locken? Könnte aber auf Kosten der Leser gehen, die dann abwandern...