• 20.01.2012

70 Jahre Wannsee-Konferenz

"Beteiligte Zentralinstanzen"

Die Teilnehmer der Konferenz hatten umzusetzen, was die NS-Spitze um Hitler, Himmler und Göring zuvor beschlossen hatte. Mit dabei: "Judenreferent" Adolf Eichmann.von Klaus Hillenbrand

  • 20.01.2012 19:28 Uhr

    von Karl K :

    Allen an diesem Unterfangen Beteiligten, namentlich den  Herrn Klein und Hillenbrand meinen tiefen Dank.

    Auch wenn's mir - zu Recht - eine schlaflose Nacht eingebracht hat.

    Anyway. Kleine Anmerkung.
    Herr Hillebrand, ihre Ausführungen auf Seite 5 zu " Giftgas " und " Giftgaswagen" führen etwas auf den falschen Weg.
    Wenn ich dem, was ich darüber weiß und den Berichten eines meiner Lehrer( Name fällt mir partout nicht ein; Freud) uber Giftgaswagen trauen darf, funktionierten diese, indem mittels Schläuchen die Auspuffgase in den Innenraum während einer vorgeblichen Transportfahrt geleitet wurden.
    Weil dies zwar final war, aber nicht die erwünschte Kapazität " lieferte", suchte und fanden die Nazi-Schergen das System Giftgas mittels Zyklon-B in den Gaskammern.

    Auf die Seite 7 war ich besonders gespannt.
    Nur Klopfer und Hofmann gelang es,
    bis zu ihrem Ableben unbehelligt
    " ihren Lebensabend zu genießen".
    Her Hillenbrand, Sie haben die ein oder andere Einlassung dieses technokratischen Todesschwadron zu der Teilnahme an dieser " Konferenz" angeführt.
    Mir ist - wenn mich nicht die Erinnerung an ähnliche Akten täuscht - eine besonders bizarre im Gedächtnis geblieben.

    " Er habe zwar teilgenommen, aber als es um die wesentlichen, ihm jetzt vorgehaltenen "Verwaltungsgegenstände" gegangen sei, habe er gar nicht am Tisch in der Runde gesessen, sondern habe hinter einer Säule ( Foto-taz) gestanden, wo er nichts habe hören können.
    Frage: war das einer von den beiden oben?

    Stichwort "Lebensabend" ( was mich, sorry, immer an " Lebensborn" erinnert).
    Es war ja nicht nur die Witwe von Freissler, sondern eine Vielzahl der Nazi-Schergen, die in Ansehung des
    " G 131" ( Gesetz zur Ausführung des - unscheinbaren, aber wirkmächtigen - Art. 131 des Grundgesetzes) ihren Lebensabend mit völlig ungerechtfertigten Staatsleistungen vergoldeten.

    Klopfer ist Rechtsanwalt geworden.
    Hat auch er bei Eintritt in den Ruhestand plötzlich die " vergoldenden Eier" des $ 72 G 131 entdeckt?

    Es erinnert mich an einen 2-er-Juristen
    (NSStudentenschaft/Obersturmbannführer / Nazi-Karriere via Rasseschandegesetze ), der es nach WK II auch vorgezogen hatte RA zu werden und sodann den $ 72 G 131 entdeckte.

    Dank penibler preußischer Aktenführung konnte ich - eingedenk des großartigen Fritz Bauer - einfach die verschiedenen Akteninhalte :

    NSZeit/Entnazifizierungsausschuß/
    jetziger Vortrag

    in den Tabestand stellen.

    Die Urteilsbegründung bestand sodann lediglich aus dem Gesetzestext.
    Hat selbst ihn überzeugt: so viel zu biegende Balken, immer juristisch abgewichst wie unser Herr Wuff, gibt es einfach nicht.

    Hat ähnliches Herr Klopfer auch versucht? eventuell mit welchem Ergebnis?

  • 20.01.2012 18:47 Uhr

    von Karl K :

    Sehr geehrter Herr Hillenbrand,

    ich habe meinen Kommentar zeitlich kurz
    nach Herrn Gerstemmeir wie hier abgesandt und
    dann noch drei mal.
    Bisher erfolglos.

    Da ich nicht erkennen kann , dass mein Beitrag in irgendeiner
    Weise zu beanstanden wäre, wäre ich für eine Mitteilung
    Ihrer Gründe dankbar.

    MfG

    Karl K

  • 20.01.2012 18:03 Uhr

    von Webmarxist:

    Jede Diktatur braucht einen Beamtenappparat der ihm bedingungslos und loyal zur Seite steht. Sollte sich einer sich weigern oder gar widersprechen wird er selbst zum Opfer dieses Regimes.

    Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

  • 20.01.2012 17:44 Uhr

    von Reinhard Treudler:

    Neben Freisler war 1938 Wolfgang Hefermehl für die Umsetzung der Gesetze zur Entjudung der deutschen Wirtschaft zuständig. Hefermehl war Ehrenmitglied im GRUR-Verein. 1996 wurde von dem GRUR-Verein eine Hefermehl-Festschrift veröffentlich, an dem zahlreiche deutsche Richter mitgewirkt haben (z.B. BGH-Richter Erdmann). Der bekannte Fachbuchautor Fezer (Konstanz) war Hefermehl-Schüler (siehe erste Ausgabe Markenrecht 1996). Der GRUR-Verein und die Bundesjustizministerin Frau LS halten die Namen aller Richter aus Datenschutzgründen geheim, die GRUR-Mitglieder sind. Im Jahr 1996 war die Bundesjustziministerin LS selbst GRUR-Mitglied. Interessant ist auch, welche Medien GRUR-Mitglieder sind.

  • 20.01.2012 12:51 Uhr

    von Nadja Podbregar:

    Großes Kompliment für die Idee, das Original-Protokoll in der taz abzudrucken und zu kommentieren. Denn wie vermutlich die meisten wusste ich zwar inhaltlich grob Bescheid, kannte aber nicht den Wortlaut. Dieser gibt einen entlarvenden Einblick in die Denkweise der Beteiligten und macht das Ganze noch greifbarer. Dickes Danke dafür! Genau solche Aktionen sind es, die die taz besonders machen und weswegen ich sie abonniert habe!

  • 20.01.2012 09:28 Uhr

    von Kurt Gerstenmeir:

    Kein Wort zur zweifelhaften Herkunft der Abschrift des Protokolls, kein Wort zu all den Berufszeugen auf welchen die fragwürdige Nürnberger Siegerjustiz aufbaute.
    Man lese was der selber in Dachau gefangene Münchner Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler dazu veröffentlichte!

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