• 07.10.2009

60. Geburtstag der DDR

Happy Endzeitstimmung

Im Palast der Republik spielten am 7. Oktober 1989 Tanzkapellen zum letzten DDR-Festakt. Der Autor war mit Band dabei: Warum ich das Bild vom einsamen Honecker nie vergessen werde.von Andrej Hermlin

  • 07.10.2009 14:29 Uhr

    von klu:

    Wer das noch nicht kennt, der gebe mal in die Bildersuche seines Vertrauens „Die DDR hat's nie gegeben“ ein. Man kann kaum noch besser auf den Punkt bringen, warum der PdR weg mußte. Sich z.B. als damaliger stellvertretender Vorsitzender des Rates des Kreises Kamenz hinzustellen und über das zu schwadronieren, was nach offizieller Sprachregelung „friedliche Revolution“ zu nennen ist, geht wohl nur, wenn die Erinnerung schön abstrakt bleibt. So, als ob man nie selber etwas mit diesem Dämon zu tun hatte. Die DDR waren eben immer nur die anderen.

    In einem Dokumentarfilm über den PdR (an Einzelheiten kann ich mich leider nicht erinnern) schildert ein Haustechniker seine Erinnerungen an diese Veranstaltung, an die gespenstische Atmosphäre, die sich im hell erleuchteten Saal breitgemacht hatte. Demnach blieb Erich Honecker auch völlig unbeachtet, als er das Haus verließ. Keine Spur mehr von der Blase, die ihn bei solchen Fußwegen sonst umgab. Er ging ganz allein durch das Foyer, ohne daß irgendwer noch Notiz von ihm genommen hätte.

  • 07.10.2009 11:27 Uhr

    von Jan Grünfeld:

    Und in Mitte gibt es jetzt wieder Raumschiffgefühl ...

  • 07.10.2009 10:24 Uhr

    von Peter:

    Berührender Bericht. Ja, es war schon eine seltsame Sache, und gleichzeitig etwas gespenstisch, damals die Agonie und das Sterben des Staates DDR mitzuerleben.
    Es ist richtig, was Herr Hermlin zu Beginn seines Auftrittes von der Bühne herab sagte, allerdings war es da, im Oktober 1989 eigentlich schon zu spät. Änderungen hätten mindestens zwei, drei Jahre früher eingeleitet werden müssen.
    Die Frage ist, inwiefern die Bevölkerung, die sich schon lange vom Staat abgewandt hatte, bei einer Änderung noch mitgezogen hätte. Und außerdem hätte klar ersichtlich sein müssen, daß es nach einem Abtreten/Absetzen Honeckers einen WIRKLICHEN Neuanfang hätte geben müssen. Ich erinnere mich noch genau an meine eigene Frustration und an die Frustration der Leute in meinem Umfeld, als dann Egon Krenz die Nachfolge Honeckers antrat - da war von einem Neuanfang oder einer Änderung herzlich wenig zu spüren. Dadurch war "die Sache" dann wirklich und endgültig verloren.

Ihr Name:*

Email:*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder