PROGRAMM DER REISE
Vogelhandlung in Hanoi Foto: Rainer Böttge/Sybille Koch-Grünberg
in Kooperation mit dem Verein "Dorf der Freundschaft" e.V.
1. Tag (Samstag)
Abflug Deutschland
Am frühen Nachmittag Direktflug mit Vietnam Airlines von Frankfurt am Main nach Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt), Flugdauer ca. 11,5 Stunden.
2. Tag (Sonntag)
Ankunft in Saigon – erste Erkundung
Ankunft am Morgen in Saigon, Transfer zum Hotel im Zentrum der Stadt. Nach dem Check-in ins Hotel beginnt ein geführter Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten des „kolonialen“ Saigon wie das Hauptpostamt, die Notre Dame Kathedrale, das Opernhaus und das Rathaus.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen besuchen wir das Kriegsmuseum, das die Verbrechen Frankreichs und der USA aus offizieller vietnamesischer Perspektive zeigt. Anschließend wollen wir mit einem Museumskurator/Historiker über die Darstellung des Krieges und den Umgang damit sprechen. Begrüßungscocktail (Sundowner) beim gemeinsamen Abendessen und Einführung des Reiseleiters in das Programm.
3. Tag (Montag)
Saigon – Gespräche und Sehenswürdigkeiten
Morgens treffen wir uns mit einer in Deutschland ausgebildeten Tourismusprofessorin und diskutieren mit ihren Tourismusstudenten.
Anschließend fahren wir mit dem Bus nach Cholon, in das Chinesenviertel. Wir schlendern über den Binh Tay Markt, besuchen die Thien Hau Pagode und die Medizin-Straße. Am Nachmittag machen wir im Zentrum einen Rundgang mit einem Experten zu aktuellen Themen der Stadtentplanung und -entwicklung.
4. Tag (Dienstag)
Fahrt ins Mekongdelta/Joint Venture /Cao Dai Religion
Wir verlassen Saigon und besuchen am Stadtrand einen deutsch-vietnamesischen Betrieb/Joint Venture, wo für den Export produziert wird. Auf dem Weg ins Mekongdelta besuchen wir einen kleinen Cao-Dai-Tempel. Die Anhänger dieser synkretistischen Religion aus christlichen und konfuzianischen Elementen bilden die drittgrößte Glaubensgemeinschaft Vietnams nach Buddhismus und Katholizismus. Wir werden Vertreter dieser 1926 in Südvietnam gegründeten Religion kennen lernen. Anschließend Fahrt in das 170 Kilometer von Saigon entfernte Can Tho, der größten und wichtigsten Stadt im Mekongdelta.
5. Tag (Mittwoch)
Mekongdelta/Klimaschutzprojekt
Frühmorgens Besuch des traditionellen schwimmenden Marktes am Stadtrand, wo der Handel direkt von Boot zu Boot erfolgt. Anschließend treffen wir Mitarbeiter des Klimaschutzprojektes von WARECOD/Vietnam Rivers Network (Partnerorganisation der Rosa-Luxemburg-Stiftung) in der Nähe von Can Tho. Das Mekongdelta ist ein sehr fruchtbares, aber auch sehr empfindliches Ökosystem und die am meisten vom Klimawandel betroffene Region des Landes.
Nachmittags fahren wir nach Saigon zurück, und zwar direkt zum Flughafen. Gegen 17 Uhr Abflug nach Danang, wo wir nach einer Stunde ankommen. In einer halbstündigen Fahrt in die südlich gelegene kleine Hafenstadt Hoi An erreichen wir das Van Loi Hotel. Es ist im Cam Nam Stil erbaut, bietet einen großartigen Panoramablick und ist ideal gelegen: über eine Brücke erreicht man direkt das Stadtzentrum mit seinen bunten Märkten.
6. Tag (Donnerstag)
Historisches Hoi An / Kochkurs
Die vom Krieg unberührte Altstadt von Hoi An ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und hat den Charakter eines chinesisch-vietnamesischen Museumsdorfes. Es ist die Touristendestination Vietnams schlechthin. Die Stadt ist zwar voller Besucher, aber dennoch eine einmalige Sehenswürdigkeit, die eine Vorstellung vom Leben und Handel vergangener Zeiten gibt. Vormittags Stadterkundung zu Fuß mit Besuch traditioneller Häuser, alter chinesischer Versammlungshäuser und Pagoden und Bummel über den Markt.
Besuch bei Reaching Out Handicrafts, wo ein Freiwilliger des deutschen Programms Weltwärts arbeitet: In dieser kommerziellen Firma stellen Menschen mit Behinderungen hochwertiges Kunsthandwerk her, das nicht aus Mitleid, sondern wegen seiner Qualität gekauft wird.
Nachmittag zur freien Verfügung: Möglichkeit zum Spaziergang durch die Gassen, zum Besuch von Schneidereien oder für einen Ausflug etwa per Rad zum nahegelegenen Strand.
Abends Einblicke in die vietnamesische Kochkunst bei einem privaten Kochkurs durch ein deutsch-vietnamesisches Ehepaar.
7. Tag (Freitag)
UNESCO-Weltkulturerbe My Son und Fahrt nach Hué
Vormittags Besuch der Cham-Ruinen von My Son, einem UNESCO-Weltkulturerbe 50 Kilometer südwestlich von Hoi An. In einem üppig-grünen Tal gelegen war die Tempelstadt My Son zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert Hauptstadt und kulturelles Zentrum der Cham. Heute zeugen rund 70 Tempelruinen von dieser Hochkultur. Nachmittags etwa dreistündige Fahrt gen Norden über den Wolkenpass nach Hué. Dort Besuch der Zitadelle mit der alten Kaiserstadt und der Verbotenen Purpurnen Stadt, einer Festung innerhalb der Festung: die vietnamesische Kopie des Pekinger Vorbilds. Übernachtung in Hué. 8. Tag (Samstag) Gespräch mit Ex-Bürgermeister / Dorfentwicklungsprojekt
8. Tag (Samstag)
Gespräch mit Ex-Bürgermeister / Dorfentwicklungsprojekt
Treffen mit Le Van Anh, dem ehemaligen Bürgermeister von Hué und heutigem Vorsitzenden der Union der Freundschaftsgesellschaften Hués. Zusammen mit ihm Besuch der Siedlung Lim in der Region südlich des 17. Breitengrades, einem Hauptschauplatz des Krieges. Das Projekt zur Kampfmittelräumung und anschließenden Ansiedlung und Entwicklung eines Dorfes wird vom Berliner Solidaritätsdienst International (SODI) gefördert. Le Van Anh wird berichten von der internationalen Zusammenarbeit beim Aufbau und Fragen beantworten: von der Partizipation der 60 beteiligten Familien über die Organisierung der Landverteilung bis hin zur nachhaltigen Landwirtschaft.
Gegen 15 Uhr Abfahrt entlang der Küste nach Norden Richtung Dong Hoi. Wir fahren zu einem idyllisch gelegenen Ökotourismus Projekt in der Nähe des Phong Nha-Ke Bang Nationalparks, ca. 35 Kilometer nordwestlich von Dong Hoi. Dort Übernachtung bei einer Bauernfamilie im „Homestay Rustic Chay Lap“ in der Gemeinde Phuc Trach. Hier gibt es keine Einzel- und Doppelzimmer, sondern alle schlafen in zwei großen Räumen. Die Unterbringung ist einfach, aber sehr sauber, geschmackvoll und ordentlich und gibt einen authentischen Eindruck vom Landleben.
9. Tag (Sonntag)
Phong Nha-Ke Bang Nationalpark
Wanderung und Bootsfahrt durch einen Teil des bis an die Grenze zu Laos reichenden Phong Nha-Ke Bang Nationalparks. Diese UNESCO-Weltnaturerbestätte am ehemaligen Ho-Chi-Minh-Pfad ist u.a. wegen einer großen Grotte berühmt. Der wunderschöne und von westlichen Touristen bisher erst wenig besuchte Park bildet das Kernstück des letzten geschlossenen Waldgebiets Zentralvietnams und ist für seine bizarren Kalkfelsen und -höhlen sowie für seine ungeheure Artenvielfalt bekannt. Wir wandern durch den Wald zum Nationalpark-Zentrum, wo wir in ein Boot steigen, das uns zu einer der Grotten bringt. Nach der Erkundung dieser Wunderwelt bringt uns das Boot zurück nach Chay Lap. Ein deutscher Entwicklungsexperte berichtet uns vom Fortschritt beim Aufbau des Nationalparks. Wir übernachten eine zweite Nacht bei der Bauernfamilie im Homestay.
10. Tag (Montag)
Besuch von Community Projekt / Zugfahrt nach Norden
Besuch des Quang Binh Community Development Center in Dong Hoi. Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (vorm. DED) unterstützt und soll in einem von der Zentralregierung ermunterten und kontrollierten Ansatz auf Gemeindeebene benachteiligte Bevölkerungsgruppen in der Fähigkeit zur kommunalen Selbstorganisation stärken und damit zur Armutsbekämpfung in Selbsthilfe befähigen. Gespräche mit Projektteilnehmern und Besuch eines Gemeindeprojektes. Gegen 18 Uhr besteigen wir in Dong Hoi den „Wiedervereinigungszug“ und fahren im Schlafwagen nach Hanoi.
11. Tag (Dienstag)
Hanoi / Gender-Erfahrungen
Ankunft gegen 5 Uhr morgens in Hanoi. Nach dem Frühstück erkunden wir bei einer Stadtführung mit dem deutschen Journalisten und Kulturmittler Christian Oster von HanoiKultour zu Fuß die quirlige und einzigartige Altstadt sowie die angrenzende ‚Ville Francaise‘. Besuch des Literaturtempels, der ersten Universität Vietnams aus dem 11. Jahrhundert. Hier kann man sich auch etwas von der Hektik der Großstadt erholen. Das monumentale Ho Chi-Minh-Mausoleum sehen wir uns von außen an.
Am späten Nachmittag treffen wir Madame Thuy oder ihre Stellvertreterin vom Center for Women and Development der Frauenunion. Madame Thuy hat Vietnams bisher einzige zwei Frauenhäuser gegründet und wird von ihren Erfahrungen berichten.
12. Tag (Mittwoch)
Besuch „Dorf der Freundschaft“ / Internationale Kooperation
Wir besuchen vor den Toren Hanois das „Dorf der Freundschaft“, ein internationales Versöhnungsprojekt zur Rehabilitierung von Opfern des im Krieg versprühten dioxinhaltigen Entlaubungsmittels Agent Orange. Das Dorf wurde von einem in Deutschland lebenden und inzwischen an Krebs verstorbenen US-Veteranen initiiert und betreut auch Kinder, die heute in dritter Generation Opfer der erbgutschädigenden Chemikalie sind. Wir hören die Erfahrungsberichte vietnamesischer Veteranen und informieren uns über die juristischen Versuche, vor US-Gerichten eine Entschädigung vietnamesischer Agent-Orange-Opfer zu erreichen.
Am späten Nachmittag Treffen mit der Union der Freundschaftsgesellschaften (VUFO), unter deren Dach die Zusammenarbeit zwischen ausländischen und vietnamesischen Organisationen kanalisiert wird. Wir lassen uns die offizielle Rolle von so genannten Nichtregierungsorganisationen innerhalb des Einparteiensystems erklären und wie sie zur Effizienzsteigerung des sozialistischen Systems beitragen sollen.
Wer möchte kann am Abend eine Vorstellung des Wasserpuppentheaters besuchen (optional).
13. Tag (Donnerstag)
Bootsfahrt in der Halongbucht
Ausflug zur Halong Bucht: Früh morgens brechen wir mit dem Bus nach Halong auf, wo wir knapp vier Stunden später ein dschunkenartiges Schiff für die Fahrt in die Halong-Bucht mit ihren rund 3.000, meist steil aus dem Meer herausragenden Kalksteininseln besteigen. Die Bucht zählt bereits seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir schippern gemächlich durch die zauberhaften Felsinseln, genießen an Bord ein Meeresfrüchte-Lunch und halten für eine Badepause an. In einer schönen Bucht übernachten wir an Bord in geräumigen 2er Kabinen (Einzelkabinen nur begrenzt verfügbar).
14. Tag (Freitag)
Schwimmendes Dorf und Analyse in Hanoi
Während des Frühstücks an Bord geht es langsam zurück nach Halong. Unterwegs besuchen wir noch das schwimmende Dorf Van Gia. Wir verlassen gegen Mittag das Boot und fahren mit dem Bus nach Hanoi zurück. Am späten Nachmittag treffen wir den Leiter des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung, der mit uns seine Einblicke und Analysen von der Entwicklung des Landes teilt. Beim letzten gemeinsamen Abendessen in der Altstadt besteht die Möglichkeit, Erfahrungen und Erlebnisse der Reise gemeinsam zu besprechen.
15. Tag (Samstag)
Freizeit und Abschied
Die restliche Zeit zur freien Verfügung bietet noch einmal Gelegenheit, auf Märkten oder in Andenkenläden zu stöbern, Galerien oder Tempel zu besuchen oder sich mit einer Rikscha durch die schmalen Gassen des Old Quarter fahren zu lassen, wo uns in jeder Straße ein anderes Universum erwartet. Abends Transfer zum Fughafen. Abflug nach Deutschland.
16. Tag (Sonntag)
Morgens Ankunft in Frankfurt am Main.
Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: Dez.2011
Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.
Preise und Leistungen dieser Reise sowie Literatur zum Einlesen
Termin:
12. - 27. Januar 2013
Kooperationspartner dieser Reise: Dorf der Freundschaft e.V. www.dorfderfreundschaft.de
Preis:
2.970 € (DZ/Flug/HP plus 4 x Mittagessen)
EZ-Zuschlag: 360 €
Flug von/bis Frankfurt/M; Bahnzubringer von allen Städten Deutschlands 40 € bei der Buchung
Teilnehmer mindestens 11, maximal 15 Personen
Veranstalter:
ONE WORLD Reisen mit Sinnen, Dortmund,
Tel 0231-589 79 20
info@reisenmitsinnen.de, www.reisenmitsinnen.de
Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden
zu allen taz-Reisen in die Zivilgesellschaft
Thomas Hartmann/Gaby Coldewey
tazreisen@taz.de
Tel: (030) 25902-117
Mobile: 0178- 84 78 905
