• 30.11.2009

Saigon - Can Tho - Hoi An - Hue - Dong Hoi - Hanoi - Halong

Vietnam jenseits von Krieg und Kadern

Die alte Kulturnation Vietnam hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich rasant entwickelt. Die Folgen sind eine Reduzierung der Armut und die Beseitigung vieler Kriegsschäden, aber auch neue ökologische und soziale Probleme. Dabei entstanden Ansätze von zivilgesellschaftlichem Engagement, die jetzt mit dem autoritären Einparteiensystem um Einfluss ringen.

Foto: ONE WORLD Reisen

Nachdem Vietnam Mitte der 1980er Jahre noch am Rand von Hungersnöten stand, leitete die KP 1986 die 'Doi Moi' genannte wirtschaftliche Erneuerungspolitik ein. Diese wirtschaftliche Liberalisierung ging wie in China zunächst ohne politische Liberalisierung einher. Weil fortan auch die Bauern selbständiger über Produktion und Preisgestaltung entscheiden durften und das Land sich dem Weltmarkt öffnete, ist Vietnam heute der jeweils zweitgrößte Exporteur von Kaffee und Reis.

1998 wurden nach Unruhen und Korruptionsfällen auch begrenzte politische Reformschritte eingeleitet. Diese beinhalten keine Demokratisierung im westlichen Sinn, sondern eine Dezentralisierung unter Einbeziehung kontrollierter zivilgesellschaftlicher Organisationen und deren Dienstleistungen. Damit soll die Effizienz und Transparenz von Regierung und Behörden sowie ihre Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert werden. Heute sind zehn Prozent der Abgeordneten in der Nationalversammlung keine KP-Mitglieder, doch gab es vor ihren Kandidaturen eine kontrollierte Vorauswahl. An konkreten Beispielen lassen wir uns die Möglichkeiten und Grenzen dieser Reformen erläutern.

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