• 20.01.2010

5. - 13. Mai / 4. - 12. Oktober 2012

Istanbul

PROGRAMM DER REISE

Brücke über den Bosporus und neues Businesszentrun Foto:

5. - 13. Mai  / 4. - 12. Oktober 2012

Eine ausführliche Beschreibung der vier Tagestouren mit Orhan Esen (am 3.,.4.,5. und 6. Tag) finden Sie hier

1. Tag (im Mai: Samstag/ im Oktober: Donnerstag)

Flug mit der Lufthansa von Frankfurt/M. nach Istanbul. Die taz-Autorin Dilek Zaptcioglu und taz-Korrespondent Jürgen Gottschlich werden die Gruppe dort empfangen und in das Programm der kommenden Tage einführen. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels in Beyoglu lernen sich die TeilnehmerInnen und Reiseleiter kennen.

2. Tag (Sonntag/Freitag)

An diesem Tag begleitet taz-Korrespondent Jürgen Gottschlich die Gruppe zur ersten Erkundung der näheren Umgebung in Beyoglu, eine Einführung in die Geschichte und Besonderheiten Istanbuls. Danach besuchen Sie eine Bürgerinitiative in Cihangir und fahren mit der Fähre auf die asiatische Seite Istanbuls nach Kuzguncuk. Dieses ruhige Viertel am Bosporus werden Sie mit Jürgen Gottschlich und Dilek Zaptcioglu erkunden, die beide hier wohnen. Dabei besteht auch Gelegenheit, einige Ateliers von Künstlern aus Kuzguncuk zu besichtigen.

3. Tag (Montag/Samstag)

Der Stadthistoriker Orhan Esen wird die Entwicklungsdynamik Istanbuls am Beispiel von ausgesuchten Stadtvierteln erläutern. Der Einstiegstag ist den Vierteln nördlich vom Goldenen Horn gewidmet.

Hier lagen ab der Mitte des 19 Jahrhunderts die Neubaugebiete Istanbuls: Pera, Taksim-Platz, das Maçkatal und Nisantasi. Beim Durchstreifen dieser Stadträume folgen wir den Spuren der sozialen und politischen Modernisierungsgeschichte im späten Osmanischen Reich und während der republikanischen Periode.

4. Tag (Dienstag/Sonntag)

Besuch des Stadtteils Sultanahmet mit Orhan Esen; dieses historische Zentrum mit römischem Hippodrom und Hagia Sophia liegt auf der Halbinsel zwischen Marmara-Meer und Goldenem Horn. Bei diesem Spaziergang wird die stadträumliche Kontinuität im historischen Geschäftsviertel deutlich; Besichtigung des heute ziemlich verfallenen Yeni Valide Han, in dem bis vor ca. 2 Jahrzehnten an Hunderten von Webstühlen gearbeitet wurde.

5. Tag (Mittwoch/Montag)

Orhan Esen setzt seine Stadtführung rund um das historische Zentrum fort: hier entwickelten sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sogenannte „Gecekondu" - Viertel („Über-Nacht-gebaute“) der meist anatolischen Zuwanderer. An ihrer Entwicklung lassen sich die Eckdaten der Industriegeschichte Istanbuls ablesen. Und es wird ersichtlich, wie die Metropole mit ihren Armen und Migranten umgeht - beim Besuch einer  Fraueninitiative für Nachbarschaftshilfe in diesem Armenviertel am Rande von Levent.

Auf der Rückfahrt halten wir im innenstädtischen 'Slum'viertel Tarlabasi. Die Bewohner wehren sich gegen Gentrifizierung und Vertreibung, die im Namen einer Europäisierung vorangetrieben wird.

Zum Abendessen Treffen mit taz – Korrespondent Jürgen Gottschlich und anderen deutschen Journalisten, so dass Gelegenheit besteht, ausführlich über die aktuelle politische Situation des Landes zu diskutieren und die bisherigen Eindrücke einzuordnen.

6. Tag (Donnerstag/Dienstag)

Dieser Tag mit Orhan Esen ist den neuesten Entwicklungen der boomenden Metropole Istanbul gewidmet: sie sind am nördlichen und östlichen Rande der Stadt hinter dem äußeren, zweiten Autobahnring gut zu beobachten.

Die Tour beginnt auf der europäischen Seite in Levent, mit seinen Banken-Hochhäusern derzeit das Wirtschaftszentrum Istanbuls. Weiter geht es nach Göktürk, einer wahren Boomtown im Walde, dessen Ortsbild durch die 'Gated Communities' der 1990er-2000er Jahre geprägt ist.

Auf der asiatischen Seite fahren wir durch ein Stadtviertel, das sich in den letzten 20 Jahren aus ein paar Bauernhöfen entwickelt hat, nach Çekmeköy, einer Mischung aus wilden Siedlungen und Investorenparadies. In Dudullu sehen wir, wie ein verschlafenes Dorf mitten im Wasserschutzgebiet zu einem Industriemoloch mit 350 000 Arbeitsplätzen verplant werden kann.

Über Atasehir, die erste Mega-Satellitenstadt, einst um ein Autobahnkreuz gebaut und seit kurzem ein eigenständger Stadtbezirk, fahren wir zur Bagdad Strasse: der historischen Prachtstrasse auf der asiatischen Seite, viele Kilometer am Marmara-Meer entlang. Hier endet die Tour. Der Abend steht zur freien Verfügung und kann z. B. in einem der Fischlokale im Hafen von Kadiköy bei einer Raki-Meze-Tafel ausklingen. Die Fähren zurück über den Bosporus fahren bis kurz vor Mitternacht.

7. Tag (Freitag/Mittwoch)

Heute übernimmt wieder taz-Korrespondent Jürgen Gottschlich.  Auf dem Programm steht ein längerer Stadtspaziergang durch die historischen griechischen und jüdischen Viertel am Goldenen Horn. Dabei lernen wir das griechisch-orthodoxe Patriarchat kennen und besichtigen die Chora-Kirche mit der größten Sammlung byzantinischer Mosaiken. Anschließend finden ein Treffen statt mit Vertretern einer Bürgerinitiative, die sich dagegen wehrt, dass die Uferfront dieser ältesten Stadtteile Istanbuls durch eine Luxusprojekt verbaut wird und das Stadtviertel damit praktisch aufgeteilt würde.

8. Tag (Samstag/Donnerstag)

Am letzten Tag fahren Sie zum Ausklang mit einem Schiff auf dem Bosporus bis zum Schwarzen Meer, vorbei an Burgen, Dörfern, ‘Yali’ genannten Villen am Ufer sowie imperialen Palästen – eine wahre Augenweide. Gelegenheit zur Mittagpause ist im Dorf Anadolukavagi, von dessen Burgruine aus ein herrlicher Blick auf die neue Skyline Istanbuls bis hin zur Bosporusmündung im Schwarzen Meer besteht.

Neben der Besichtigung der Schokoladenseite Istanbuls wird die Bosporusfahrt auch die Gelegenheit bieten, einige der größten Verkehrsprojekte der Stadt kennen zu lernen. Wir werden den zukünftigen S-Bahn Tunnel unter dem Bosporus überqueren und von der Endhaltestelle des Schiffes aus einen Blick auf das Gelände der dritten geplanten Brücke über den Bosporus zu werfen. Den Abend wird die Reisegruppe mit einem gemeinsamen Essen in einem Fischlokal am Bosporus beschließen.

9. Tag (Sonntag/Freitag)

Nach dem Frühstück hat die Gruppe noch einmal Gelegenheit, bei einem Treffen mit Jürgern Gottschlich und Dilek Zaptcioglu die Erfahrungen der Reise zu besprechen. Danach heißt es von Istanbul Abschied zu nehmen. Die TeilnehmerInnen fliegen mit der Lufthansa  zurück nach Frankfurt/M. - oder setzten individuell ihrer Reise in der Türkei fort.

Stand: 18.12.November 2011

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!
HIER!