Artikel
Mladic weiß von nichts. Der frühere General der bosnischen Serben gibt sich bei seinem ersten AUftritt in Den Haag provokant. Von den Anklagepunkten will er noch nie gehört haben, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien "monströs". Artikel von Tobias Müller in der taz vom 4.6.2011.
Raus aus Dayton - aber wie? Mit dem Abkommen von Dayton endete der Bürgerkrieg in Bosnien. Dohc um das Land aus seiner Agonie zu reißen, braucht es einen neuen Anlauf. Artikel von Erich Rathfelder in der taz vom 22.11.2010.
In Foca regiert die Toleranz. Während des Krieges gab es in Foca Vergewaltigungslager in Turnhallen, es wurde gefoltert. Focas heutiger Bürgermeister will die Region voranbringen und das geteilte Land einen. Artikel von Erich Rathfelder in der taz vom 30.9.2010.
Die Kriegsenklave Zepa wird Ökoprojekt. In der Nähe von Srebrenica bauen die Menschen in der ehemaligen Enklave Zepa an einer neuen Zukunft. Mit Bioprojekten. Artikel von Erich Rathfelder in der taz vom 12.7.2010.
Vermittlerin zwischen europäischer und islamischer Wissenskultur. Artikel von Stefan Schreiner auf qantara.de vom 9.7.2009 über die Islamisch-theologische Fakultät in Sarajevo.
Bürger in Bosnien begehren auf: Mangels Vertrauen in die Politik organisieren sich immer mehr Menschen in Bürgerinitiativen, um ihre Rechte durchzusetzen. Oft geht es auch darum, die Nationalisten in ihre Schranken zu weisen. Artikel von Erich Rathfelder in der taz vom 18.6.2008
Eli Tauber über die jüdische Gemeinde in Sarajevo. Während der Belagerung Sarajevos konnten jüdische Bürger die Stadt verlassen. Sie verhalfen auch vielen Muslimen zur Flucht. Ein Besuch bei der jüdischen Gemeinde 15 Jahre später. im Artikel "Karadzic' Erbe lastet auf Sarajevo" von Erich Rathfelder in der taz vom 1.8.2008.
Islamisten gegen Zivilgesellschaft in Sarajevo: In Bosniens Hauptstadt prügelten auch islamistische Extremisten auf Personen aus der Zivilgesellschaft ein, die eine von Lesben und Schwulen angekündigte Veranstaltung in der Kunstakademie besuchten. Muslime geraten in den Sog des Fundamentalismus; noch setzt sich die Zivilgesellschaft zur Wehr. Artikel von Erich Rathfelder in der taz vom 30.9.2008.
Bakira Hasecic - die Unversöhnliche; Porträt der Leiterin des Vereins "Frauen als Kriegsopfer" von Erich Rathfelder in der taz vom 25.7.2008. Die Muslima Bakira Hasecic erlebte 1992 das Massaker an Muslimen, die in Visegrad von einer Brücke in die Drina geworfen wurden. Sie und ihre minderjährigen Töchter wurden von serbischen Männern vergewaltigt und gefoltert. Nachdem sie drei ihrer Peiniger auf der Straße wiedererkannt hat, gründet sie mit anderen den Verein. Sie ermutigen Folter- und Vergewaltigungsopfer, über ihr Schicksal zu sprechen, sammeln Beweise und ermitteln den Aufenthaltsort der Täter. Die serbisch-bosnischen Behörden behindern diese Arbeit. Dennoch erreicht der Verein, dass das UN-Tribunal in Den Haag in die Anklageschrift gegen Milan Lukic, den Schlächter von Visegrad, die Vergewaltigungen aufnimmt.
Abgründe hinter renovierten Fassaden in Ostbosnien, ein Artikel von Martin Woker aus „Neue Zürcher Zeitung“ vom 11.7. 2008; Das Städtchen Visegrad in Ostbosnien erhofft sich Aufschwung von der zum Unesco-Weltkulturerbe erklärten und vom Nobelpreisträger Ivo Andric beschriebenen Brücke über die Drina. Doch die schweren Verbrechen des jüngsten Kriegs lasten auf dem Ort.
Bücher
Erich Rathfelder, Schnittpunkt Sarajevo, Berlin 2006, 2. Aufl. 2008, (Leseprobe hier) Hans-Schiler-Verlag, www.schiler.de, 18 Euro (Ulrich Fischer: "Ein faszinierendes Buch! Ich habe es gelesen wie einen Roman. Erich Rathfelder beschreibt die Dichte und Komplexität der jüngsten Geschichte von Bosnien und Herzegowina nicht nur außerordentlich kenntnisreich, sondern auch mit offensichtlicher Zuneigung und sehr viel persönlichem Engagement.") Ein Interview mit Erich Rathfelder zum Buch und zur Geschichte des Landes im Deutschlandradio Kultur vom 15. Juni 2006: hier
Erich Rathfelder, Carl Bethke (Hg), Bosnien im Fokus - die zweite politische Herausforderung des Christian Schwarz-Schilling, 2010, Hans-Schiler-Verlag, www.schiler.de, 18 Euro. Aus unterschiedlichen Perspektiven reflektieren 22 Autoren und Gesprächspartner das Wirken von Christian Schwarz-Schilling in Bosnien und Herzegowina und die Entwicklungen und Veränderungsprozesse des Landes.
Lettre International Heft 31: HOMMAGE À SARAJEVO (1995); mit Beiträgen von Marko Vesovic, Noel Malcom, Jean-Pierre Faye, Predrag Matvejevic, Jan Stage, Vlado Mrkic, Nenad Velickovic, Velibor Colic, Abdulah Sidran, Marusa Krese, Michael Ignatieff, Dubravko Lovrenovic, Jean Baudrillard, Dzevad Karahasan, Andreas Zumach, Juan Goytisolo, Susan Sontag und vielen anderen (www.lettre.de)
Internet
Die englische Website des Filmfestival von Sarajevo, das 2011 vom 22. - 30. Juli stattfindet, also am Ende des ersten taz-Reisetermins.
Zur Rolle der Religionen in Südosteuropa - Konfliktpotenzial & Brückenfunktion. Dietrich Schlegel berichtet über eine Konferenz der Südosteuropa-Gesellschaft vom Juni 2007 in der Evangelischen Akademie Tutzing; der vollständige Bericht steht als pdf-Datei zur Verfügung. Berichtet wird darin u.a. über die Vorträge von: Ludwig Steindorff: „Religion und Nationswerdung – Das Beispiel der Bosniaken (Muslime), Kroaten und Serben in Bosnien-Herzegowina“. Das Neben-, Mit- und Gegeneinander dieser drei communities bestimmt durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart das Schicksal des Staates Bosnien und Herzegowina; und über den Vortrag von Mato Zovkic (der kroatische Geistliche ist Generalvikar der Erzdiözese Sarajevo): „Religionsgemeinschaften zwischen dem individuellen Recht und der ethnisch-religiösen Identität in Bosnien und Herzegowina“; ein Plädoyer für ein friedliches Miteinander der religiösen Gemeinschaften bei gegenseitiger Anerkennung ihrer Verschiedenartigkeit und Identität.
Die „European Stability Initiative“ (ESI, www.esiweb.org) analysiert seit 1999 die Entwicklung in Südosteuropa. Dort finden Sie einen Überblick über alle Bosnien-Berichte, auch in deutscher Sprache.
Das Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) berichtet in englischer Sprache über die gesamte Balkan-Region, natürlich auch über Bosnien-Herzegowina: www.birn.eu.com
Reiseführer
Ein ungewöhnlicher, mit viel Liebe zusammengestellter Reiseführer: Touristicki Handbuch – Für die Reise nach Bosnien und Hercegovina; Bestellung über Internet (44,90 Euro plus 3,50 Euro Versandkosten): www.turisticki-buero.com; Kontakt mit dem Herausgeber: Nedžad Mrkulic' Tel. 0163 – 471 2107