PROGRAMM DER REISE
Albin Kurti, Oppositionsbewegung 'Vetevendosje' ('Selbstbestimmung') Foto: privat
1. Tag (Samstag)
Der internationale Flughafen von Prishtina ist klein aber sicher. Also keine Angst. Die Gastfreundschaft der Bewohner Kosovos ist legendär, die Menschen sind freundlich und wahre Sprachwunder. Es gibt kaum einen Albaner, der sich nicht mit einer Fremdsprache ausdrücken kann.
Treffpunkt der Reisegruppe ist das Hotel, wo der Reiseleiter sie begrüßt. Ein kleiner Stadtrundgang ermöglicht eine erste Orientierung. Beim Abendessen im Hotel stimmt Erich Rathfelder die Gruppe auf das Programm der nächsten Tage ein.
Übernachtung in Prishtina.
2. Tag (Sonntag)
Wir bleiben in Prishtina und treffen einen Repräsentanten der EU-Mission, der uns in die Problematik des internationalen Engagements einführt. Gegen Mittag werden wir dann die legendäre Zeitung „koha ditore“ besuchen, deren Verleger Veton Surroi eine Ikone der Zivilgesellschaft im Kosovo ist.
Um einen ersten Eindruck von der Landschaft und der komplexen Geschichte des Landes zu erhalten, werden wir am Nachmittag in die serbische Enklave Gracasnica fahren und dort mit einem Aktivisten der Zivilgesellschaft sprechen.
Abends fahren wir zurück nach Prishtina. Dort Abendessen mit dem ehemaligen Premierminister des Schattenstaates in den 90er Jahren, Bujar Bukoshi. Der früher in Neu-Ulm lebende Arzt und Politiker gehört zu den profiliertesten Demokraten des Landes.
Übernachtung in Prishtina.
3. Tag (Montag)
Auf dem Weg nach Prizren, der alten Hauptstadt des Kosovo, erfahren wir Einiges über den Krieg 1998/99. Wir besuchen eine Familie im Dorf Racak, in dem im Januar 1999 ein Massaker an der albanischen Bevölkerung stattgefunden hat, das schließlich die Nato bewog, später militärisch einzugreifen. Am Mittag werden wir in Prizren ankommen und einen Stadtrundgang im historischen Zentrum unternehmen. Am Hauptplatz wird gerade die orthodoxe Kirche des berühmten Klosters renoviert, die von albanischen Extremisten 2004 niedergebrannt worden ist. Nebenan wird uns der Hauptorganisator des (Dokumentar-) Filmfestivals von Prizren in seinem Fotogeschäft empfangen.
In Prizren wird offiziell türkisch, albanisch und serbisch gesprochen, Serben allerdings sind kaum mehr anzutreffen, die meisten flohen nach dem Einrücken der Natotruppen im Sommer 1999. Dennoch ist die Sprache zu hören, denn es gibt nach wie vor viele Gorani und Bosniaken, die ethnische Serben islamischen Glaubens sind. In Prizren gibt es auch einen katholischen Bischof, denn hier in der Region sind viele Albaner Katholiken.
Am Nachmittag geht es weiter nach Albanien. Wir fahren auf der neuen Autobahn nach Tirana (2 Stunden). In der Hauptstadt Albaniens erwartet uns ein abendlicher Spaziergang im Zentrum mit dem Endpunkt Skanderbeg-Platz. Danach werden wir in einem der zahlreichen Restaurants zu Abend essen. Ein Gast wird mit uns über die Lage im Land diskutieren.
Übernachtung in Tirana.
4. Tag (Dienstag)
Am Vormittag treffen wir eine weitere interessante Persönlichkeit. Danach gibt es die Möglichkeit, die Stadt noch ein wenig selbst zu erkunden. Am Nachmittag fahren wir zurück nach Prizren. Dort erwartet uns ein kosovarischer Historiker oder Intellektueller, der über die Frage "Zwei albanische Staaten oder doch ein Groß-Albanien?" sprechen wird.
Übernachtung in Prizren.
5. Tag (Mittwoch)
Bei der Fahrt nach Gjakova und Pec (Peje) können wir das Panorama der albanischen Alpen genießen. In Gjakova besuchen wir das Frauenzentrum von medica mondiale e.V., das von Monika Hauser (alternativer Nobelpreis) gegründet wurde. In Pec ist der Besuch des berühmten Klosters ein Muss und sehr eindrücklich.
Mittags treffen wir dort den Menschenrechtsaktivisten sowie den Unternehmer Sali Kastrati, einen Selfmademan, Goldhändler und Gründer des Thomas Mann Instituts für deutsche Sprache, der vor dem Krieg ein multiethnisches Kommunikationszentrum aufgebaut hat.
Am Nachmittag fahren wir durch eine herrliche Landschaft in das Zentrum des albanischen Widerstandes während der serbischen Herrschaft, nach Drenica, nach Skenderaj ins Herzland der UCK und zum Anwesen der legendären Jashari Familie. Rund 50 Mitglieder der Familie wurden im März 1998 von serbischen Soldaten getötet. Beim Abendessen in Prishtina werden wir einen Vertreter der kosovo-albanischen Oppositionsbewegung „Selbstbestimmung“ sowie eine Vertreterin der Frauenbewegung treffen, die ein wichtiger Teil der Zivilgesellschaft in der Stadt sind.
Übernachtung in Prishtina.
6. Tag (Donnerstag)
Am Donnerstag fahren wir nach Mitrovica, in die zwischen Albaner und Serben geteilte Stadt. Vormittags besuchen wir das Denkmal Gazimesdan für die Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo pole) von 1389.
In Mitrovica sprechen wir mit Vertretern der albanischen Stadtverwaltung sowie einem Vertreter der Eulex-Mission über die aktuelle Lage. Dann geht es über die legendäre Brücke in den serbischen Nordteil der Stadt, wo wir an der Universität von einem der Professoren empfangen werden, der uns die Lage aus serbischer Sicht schildern wird. Ein Stadtrundgang wird uns auch zu Vertretern der Roma und zur bosnischen Mahala führen, einer von Albanern und Roma bewohnten Enklave im Nordteil der Stadt. Abends fahren wir zurück nach Prishtina, wo wir auch zu Abend essen.
Übernachtung in Prishtina.
7. Tag (Freitag)
Der Freitag gehört wieder Prishtina. Auch hier gibt es eine Universität und 30 000 Studenten, von denen jedes Jahr Tausende in eine ungewisse Zukunft entlassen werden. Was kann die Zukunft des Landes sein? Dieses Thema steht auch bei einem Treffen mit einer Nichtregierungs-Organisation im Vordergrund, die Politik-Analyse und Beratung anbietet. Danach freie Zeit. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant Tiffany (hier hatte die Führung des albanischen Schattenstaates 1989-1999 ihren Sitz) gibt es letzte Gelegenheit, Eindrücke von der Reise zu besprechen.
Übernachtung in Prishtina.
8. Tag (Samstag)
Nach einem ausführlichen Frühstück verabschieden sich der Reiseleiter und die Teilnehmer der Gruppe.
Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 12.12.2011
Preise und Leistungen dieser Reise sowie Literatur zum Einlesen
Termin:
4. - 11. August 2012
Preis:
ab / bis Prishtina: 1.430 € (DZ/HP)
EZ-Zuschlag: 220 €
Reisegruppe mindestens 10, max. 15 Personen
Direktflüge gibt es u.a. von Berlin, Stuttgart und Hannover mit German Wings und von Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf mit Air Berlin. Preise ca. 250 - 500 Euro. Häufig sind Flüge mit einer Zwischenlandung günstiger; bitte erkundigen Sie sich beim Reiseveranstalter.
Veranstalter:
StattReisen Berlin, Tel: 030-458 039 47; studienreisen@stattreisenberlin.de
Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden
Bericht von der Kosovo-Reise im Juli 2009
zu allen taz-Reisen in die Zivilgesellschaft
Thomas Hartmann/Gaby Coldewey
tazreisen@taz.de
Tel: (030) 25902-117
Mobile: 0178- 84 78 905
