StudentInnen der Bir Zeit Universität / Foto: Kathrin Tintelnot


22. April - 1. Mai + 30. September - 9. Oktober 2012

Palästina / Israel (1)

In Kooperation mit 'medico international'

PROGRAMM DER REISE

1. Tag (Sonntag)

Flug von Frankfurt/Berlin nach Tel Aviv. Transfer nach Ramallah; Ankunft am späten Nachmittag, beim Abendessen im Hotel lernen sich die TeilnehmerInnen kennen und erfahren Details zum Programmablauf.

2. Tag (Montag)

Am Vormittag erkunden wir bei einem Spaziergang Ramallah, die provisorische Hauptstadt der Palästinenser, und besuchen die Musikschule Al-Khamandjati sowie das Tamer Institute für ‚Community Education‘. Mittagessen möglich im Künstlercafé Ziryab. Nachmittags fahren wir nach Bel’in, ein nahe gelegendes Dorf, dessen Bewohner sich mit gewaltfreiem Widerstand gegen die Trennungsmauer wehren, die einen Teil ihrer Felder ausgrenzt.

3. Tag (Dienstag)

Besuch von 'Riwaq‘, einer Nicht-Regierungs-organisation, die sich für den Denkmalschutz engagiert. Sie arbeitet in 80 Dörfern. Historische Bauten werden renoviert und der Gemeinde zum Aufbau eines Gemeindelebens zur Verfügung gestellt. Ziel der Organisation ist es, das Kulturerbe Palästinas zu bewahren und es für die sozio-ökonomische Entwicklung zu nutzen.

Danach fahren wir ins nördliche Westjordanland über Sabastia (römisches Amphitheater) nach Jenin. Besuch des Kultur- und Theaterprojektes „Freedom Theatre“ (ein Partnerprojekt von medico-international) im Flüchtlingslager Jenin.

Am Abend kehren wir über Nablus nach Ramallah zurück; Abendessen im Hotel mit dem Künstler und Fotografen Majdi Hadid (www.beautifulpalestine.org)

4. Tag (Mittwoch)

Vormittags fahren wir nach Bir Zeit; in der Universität treffen wir Studenten sowie Professoren und besichtigen das kleine „ethnographic museum“. das auch eine renommierte Galerie beherbergt und das Internetportal einer „Virtual Gallery“ palästinensischer Künstler betreut.

Anschließend spazieren wir durch die Altstadt von Bir Zeit, deren gesamter Ortskern von ‚Riwaq‘ restauriert wurde, und brechen zu einer gemütlichen Wanderung (ca 3 Std) durch Dörfer und Täler westlich von Bir Zeit auf – dabei entdecken wir alte Kirchen, Sufi-Heiligtümer und die Gastfreundschaft der Palästinenser.

Am späten Nachmittag fahren wir nach Ramallah ins Hotel zurück. Dort treffen wir uns mit Luke McBain,dem Vertreter von ‚medico international‘ in Israel und Palästina, der beim Abendessen unser Gast ist.

medico-Partnerorganisation Medical Relief Society / Foto: medico International

5. Tag (Donnerstag) 

Fahrt nach Jericho, zur ältesten Stadt der Welt, 260 m unter dem Meeresspiegel, und ins Jordantal. Wir besuchen das palästinensische Dorf Jiftlik nördlich von Jericho und treffen Vertreter der Landarbeiter-Gewerkschaft, einer Partnerorganisation von medico-international. Auf der Rückfahrt besuchen wir die israelische Siedlung Kfar Adumim und sprechen dort mit einer Siedlerin über ihre Sicht der Dinge.

Am späten Nachmittag erreichen wir Bethlehem bzw. Beit Sahour, wo sich die Reisegruppe auf verschiedene Gastfamilien aufteilt. Zwei Abende werden wir bei palästinensischen Familien übernachten, eine Art ‚Bed and Breakfast‘, aber auch mit Abendessen – organisiert von unserem Partner vor Ort, der „Alternativ Tourism Group“.

6. Tag (Freitag)

Wir schauen uns Bethlehem an: beim Rundgang durch die Altstadt besuchen natürlich die Geburtskirche, aber auch ein Projekt, das eine Anlaufstelle für traumatisierte Menschen entwickelt; optional können wir die unabhängige Nachrichten-Agentur ‚Palestinian News Network’ (PNN) besuchen und etwas über die Situation der über 40 lokalen Radio- und Fernsehsender in der Westbank und Gaza erfahren.

Mit unserem Bus fahren wir zu einigen besonders markanten Stellen der hier teilweise noch im Bau befindlichen neuen Trennungsmauer, werden Graffitis von Banksy entdecken und fassungslos Claire Anastas‘ Haus besuchen, das an drei Seiten von der Mauer eingekreist ist. Abends Rückkehr nach Beit Sahour zu den Gastfamilien.

7. Tag (Samstag)

Beim Besuch der deutschen Schule „Talitha Kumi“ im benachbarten Beit Jala sprechen wir mit dem Direktor und besuchen ein Zentrum für Umwelterziehung, dessen Leiter uns einen Einblick in die Umweltprobleme der Westbank gibt.

Mittags Fahrt nach Hebron; Besuch der Altstadt, deren Bewohner seit Jahren mit militanten israelischen Siedlern konfrontiert sind. Wir treffen Mitarbeiter des‚Hebron Rehabilitation Committee‘, das sich für den Erhalt des traditionellen Stadtkerns einsetzt, können beim Gang durch den Altstadt-Souk im Laden einer Frauenkooperative traditionelle Stickereien bewundern und besuchen Abrahams Grab (al-Haram al-Ibrahimi) – an der einen Seite eine Moschee, an der anderen eine Synagoge, dazwischen Panzerglas.

Am späten Nachmittag fahren wir dann nach Jerusalem; hier wohnen wir im wunderschönen "Jerusalem-Hotel", einem alten Natursteinhaus in der Nähe des Damaskus-Tors. Abendessen mit der taz-Korrespondentin Susanne Knaul.

8. Tag (Sonntag)

Vormittags durchstreifen wir die geschäftige Altstadt von Jerusalem und lernen, uns im Gewirr der Gassen zu orientieren. Für Interessenten besteht auch die Möglichkeit, die Gedenkstätte Jad Vashem zu besuchen.

Nachmittags unternehmen wir eine Jerusalem-Tour mit dem israelischen ‚Comittee Against House Demolitions‘ (ICAHD); Thema: die ungleiche Entwicklung von „Groß-Jerusalem“ für Palästinenser und jüdische Israelis und wir erfahren die Logik hinter dem Verlauf der Mauer.

9. Tag (Montag)

Besichtigung der berühmtesten Bauwerke in der Jerusalemer Altstadt: Felsendom und Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg, die Klagemauer und die Grabeskirche – unter sachkundiger Führung durch Pfarrerin Ulrike Wohlrab vom ev.-luth. Begegnungszentrum.

Den letzten Nachmittag nutzen wir, individuell oder in kleinen Gruppen durch die Altstadt von Jerusalem zu schlendern, etwa die international renommierte Al-Ma’man-Galerie am New Gate zu besuchen, in den Geschäften des Souk zu stöbern, in Elias Fotostudio Jerusalem-Fotos aus den 1930er Jahren zu bestaunen oder einfach im Österreichischen Hospiz zu relaxen.

10. Tag (Dienstag)

Am Vormittag heißt es, von Jerusalem Abschied zu nehmen. Mittags Fahrt zum Flughafen und Abflug von Tel Aviv nach Frankfurt/M, Ankunft ca. 20 Uhr. 

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

Stand: 4. Dezember 2011

Preise und Leistungen dieser Reise sowie Literatur zum Einlesen

 

Besonders günstige Aufenthalte in der Westbank sind im Rahmen der "Oliven-Kampagne" möglich, die von unserer Agentur ATG zwei Mal jährlich organisiert werden: bei dem meist 10-tägigen Programm werden im Frühjahr junge Olivenbäume gepflanzt und im Herbst helfen die TeilnehmerInnen bei der Olivenernte. Die Kosten vor Ort (also ohne Flug) belaufen sich auf rund 500 €. 2012 findet die Kampagne zur Olivenernte vom 13. bis 22. Oktober statt.

Die Mauer in Abu Dish (Jerusalem) / Foto Johannes Weber