Reisen in die Zivilgesellschaft: Nicaragua/El-Salvador

  • 27.01.2010

9. - 23. Oktober 2010

Nicaragua / El-Salvador

PROGRAMM DER REISE

Granada Foto:

1. Tag (Samstag)

Am späten Nachmittag kommen wir nach einem Flug über Madrid und Guatemala in San Salvador an und können uns an einem populären Aussichtspunkt über der Stadt mit der nationalen Gastronomie bekannt machen. Danach führt Ralf Leonhard in die Geschichte der Personen und Projekte ein, die in den nächsten Tagen besucht werden.

2. Tag (Sonntag)

Die zweiwöchige Reise beginnt in San Salvador, einer Stadt, die nach dem Erdbeben von 1986 größtenteils wiederaufgebaut werden musste. Dort besuchen wir das Museo de la Palabra y la Imagen (MUPI), Museum von Wort und Bild. Es wurde vom ehemaligen Chef des Guerillasenders „Radio Venceremos“, Carlos Consalvi, alias Santiago, gegründet und beschäftigt sich mit der Erforschung und der Verbreitung salvadorianischer Geschichte und Kultur. Am Nachmittag treffen wir uns mit einem Vertreter/einer Vertreterin der FMLN. Abendessen mit open end ist möglich im Café La Ventana, das von einem Deutschen betrieben wird, der seinerzeit für die Guerillamedien arbeitete und im Lande geblieben ist.

3. Tag (Montag)

Der dritte Tag führt uns zum Naturpark Cerro Verde, gegenüber vom Vulkan Izalco im Westen des Landes, einem beliebten Ausflugsziel. Durch die fruchtbarste Region des Landes fahren wir dann die Küstenstraße entlang und besuchen eine Genossenschaft der Agrarreform. Der Tag klingt am Strand aus, wo nicht nur die kräftigen Wellen des Pazifiks zu einem Bad im Meer einladen, sondern auch würzige Meeresfrüchtesuppen oder gebratene Fische warten.

4. Tag (Dienstag)

Am nächsten Tag geht es nach Chalatenango. Das war in den 1980er Jahren eine der Hochburgen der FMLN. Hier besuchen wir das Dorf Guarjila, das von zurückgekehrten Vertriebenen besiedelt wurde. Wir erfahren im Gespräch mit Kriegsveteranen einiges über die jüngere Geschichte und über die kommunale Struktur und den Wiederaufbau nach dem Krieg.

5. Tag (Mittwoch)

Am fünften Tag fahren wir nach San Salvador zurück und nehmen dort einen bequemen Überlandbus, der uns über die Panamerikana, die zentrale Straßenverbindung zwischen Nord- und Südamerika, nach Managua bringt. Die Fahrt dauert etwa 10 Stunden : über San Miguel, dann ein kurzes Stück durch Honduras und über die Bergregion von Esteli ins Tiefland von Managua. Dort freuen wir uns auf das Hotel, in dem auch zu Abend gegessen werden kann.

6. Tag (Donnerstag)

In Managua, einer Stadt, die durch das Erdbeben von 1972 völlig zerstört wurde und keine echten Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, treffen wir Vertreter von medico international, die einen Überblick über 30 Jahre Entwicklungsarbeit unter wechselnden Rahmenbedingungen geben können. Dann gibt es einen Termin mit der organisierten Zivilgesellschaft, die weder unter den Liberalen, noch unter der neuen Ortega-Regierung ein leichtes Leben hatte. Am Abend fahren wir ins 35 km entfernte Granada weiter.

7.– 8. Tag (Freitag - Samstag)

Granada, die ehemalige Hauptstadt am Ufer des Nicaraguasees, war immer ein Bollwerk der Konservativen. Sie hat die am besten erhaltene koloniale Altstadt des Landes. In Granada erholen wir uns von der langen Busfahrt und bleiben bis Sonntagmorgen. Da haben wir auch Zeit, die Casa de los Tres Mundos, das Haus der drei Welten, zu besuchen: ein Kulturzentrum mitten am kolonialen Hauptplatz von Granada, das vom Schauspieler Dietmar Schönherr restauriert und eingerichtet wurde.

Der Nicaraguasee oder Cocibolka ist das größte Binnengewässer zwischen der oberamerikanischen Seenplatte und dem Titicaca-See im peruanisch-bolivianischen Hochland. Von Granada aus kann man mit einem Boot einige der Hunderten Inselchen (Isletas) besuchen, die entlang des Westufers verstreut liegen. Badezeug nicht vergessen. Das Wasser ist weich und warm.

9. Tag (Sonntag)

Fahrt zur Karibikküste Nicaraguas, die eine ganz eigene Welt darstellt. Wir stimmen uns durch eine Fahrt auf dem Land- und Wasserweg langsam ein. Über die Straße geht es von Granada nach El Rama, wo das Schiff wartet, das den Río Escondido flussabwärts fährt. An der Mündung liegt die Atlantikmetropole Bluefields.

10. Tag (Montag)

Straßen gibt es am Atlantik kaum. Mit dem Boot besuchen wir Laguna de Perlas, eine beschauliche Gemeinde, die von indianisch stämmigen Miskitos sowie von Creolen, Nachkommen afrikanischer Sklaven, bewohnt wird. Hier wurde eine vorbildliche Schule für die Kinder aus armen Familien aufgebaut. Wir werden in der Schule empfangen und erfahren auch viel über zweisprachige Erziehung und die Geschichte der Region. Abends fahren wir nach Bluefields zurück.

11. Tag (Dienstag)

An der Atlantikuniversität URACAN werden wir von der Rektorin oder Vizerektorin empfangen und bekommen einen Überblick über die speziellen akademischen Angebote für die Atlantikküste. Zu Mittag fliegen wir zurück nach Managua und fahren mit dem Minibus in die Berge von Matagalpa. Die Nacht verbringen wir im romantischen Berghotel Selva Negra, das von deutschen Einwanderern im 19. Jahrhundert gegründet wurde und heute auch eine Öko-Fram hat. (warm anziehen! Die Nächte sind hier kalt)

12. Tag (Mittwoch)

Wir besuchen die Öko-Farm der Selva Negra. Die Bergregion Matagalpas ist das wichtigste Kaffee-Anbaugebiet Nicaraguas. Eine Kaffee-Kooperative, die auch FairTrade Kaffee vermarktet, ist das nächste Ziel. Bei einem Kaffeebauern sehen wir, wie vor Ort gearbeitet wird. Abends erholen wir uns im Berghotel Selva Negra.

13. Tag (Donnerstag)

Wir fahren in die Ebene zurück, Richtung Chinandega, zum Besuch der Kooperative El Tanque, einem medico-Partner. Hier wurden Opfer der Schlammlawine des Vulkans Casitas neu angesiedelt; sie haben eine aktive Kooperative entwickelt. Auf der Rückfahrt nach Managua machen wir eine kleine Rast am Strand von Poneloya (bei León) oder wir nehmen uns noch Zeit für einen Spaziergang durch das alte Zentrum von Managua. Nach dem Abendessen in Managua besteht Gelegenheit, die Eindrücke und Erfahrungen der Reise gemeinsam zu besprechen.

14. Tag (Freitag)

Der Rückflug nach Deutschland beginnt in Managua um 10.35 Uhr; er führt über Miami und erreicht Madrid am nächsten Morgen.

15. Tag (Samstag)

Nach ca. 14 Stunden reiner Flugzeit erreichen wir gegen Mittag die verschiedenen deutschen Zielflughäfen.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

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