• 30.06.2008

Kairo von unten: Zivilgesellschaft und Fair Trade

Kairo bietet mehr als Pyramiden. Sie erhalten Einblicke in das soziale und kulturelle Leben dieser größten arabischen Metropole, die sich seit dem Arabischen Frühling 2011 ständig neu erfindet. Den aktuellen Stand werden Sie bei Treffen mit AnhängerInnen der neuen Demokratiebewegung erfahren. Für einen Tag verlassen Sie Kairo und fahren durch die Wüste in die Oase El-Fayoum, besuchen Fair-Trade-Kooperativen und übernachten in einer Öko-Lodge. (weiter)

Ibn Tulun Moschee in Kairo Foto: Sönke Meyer-Lohmann

Kairo ist die größte arabische Metropole, eine Stadt, die niemals ruht. Der beste Ort, um einen Einblick in das Leben und die Mechanismen einer arabisch-muslimischen Gesellschaft zu erhalten und den arabischen Aufbruch vor Ort zu erleben.

In Kairo wird Geschichte erlebbar: die Al-Azhar, die älteste Universität der arabischen Welt und Hort islamischer Gelehrsamkeit, ist nicht weit vom Tahrir-Platz entfernt, wo sich die neue Generation trifft. In der pulsierenden Hauptstadt im Nil-Delta sind die wachsenden Gegensätze Ägypten schon immer deutlich spürbar. Kairo wird geprägt durch die Spannungen zwischen verschiedenen Einflüssen der globalen Ökonomie, ländlicher Verwurzelung und religiöser Werte, zwischen lähmender Armut und exzessivem Reichtum. Jetzt wirbelt der Arabische Frühling  alles durcheinander.

In den letzten Jahren hatten sich sporadisch immer wieder zivilgesellschaftliche Initiativen gegen das verkrustete Mubarak-Regime gebildet, z.B. Menschen, die sagten: „Es reicht!“ ("Kifaya"). Eine neue Qualität haben solche Initiativen schließlich durch die Facebook-Mobilisierung und die Besetzung des Tahrir-Platzes erhalten.

Seit dem Sturz von Mubarak lebt die Stadt in einem ständigen Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Die aktuelle Situation werden Sie bei dieser Reise erleben. Magdi Gohary, der taz-Reiseleiter, hat seine Eindrücke aus dem ersten halben Jahr des Aufbruchs in Ägypten unter der Überschrift "Das Brot, die Würde und wir" zusammengefasst (als PDF herunterzuladen).

Bei dieser Reise treffen Sie Menschen, die sich gegen Ungerechtigkeit auflehnen und für ein ökologisches Gleichgewicht engagieren. Sie  besuchen verschiedene Fair-Trade-Kooperativen (Handelspartner von Feluka-Trading, dem Kooperationspartner dieser Reise) und erfahren, welche Hoffnungen ägyptische Frauen mit einem fairen Handel verbinden. Sie lernen die Organisatoren eines ökosozialen Entwicklungs-Projekts in der Kairoer Müll-Stadt kennen und Journalisten, die sich aus einer säkularen Perspektive heraus mit muslimischen Gruppen auseinandersetzen. 

Insgesamt werden Sie ein breites Spektrum sozialen Engagements erleben, das unterschiedlich motiviert ist. Sie haben die Gelegenheit mit Aktivisten und Multiplikatoren über Gegenwart und Zukunft Ägyptens auf dem Gebiete der Politik, der Sozial-Ökonomie und der Kultur zu diskutieren.

Oase El-Fayoum

Von der Hektik der Metropole Kairo erholen Sie sich bei einem Ausflug in die nahe gelegene Oase El-Fayoum. Sie erleben das ländliche Ägypten. Ein fünfzig Meter unter Meeresniveau liegender großer See prägt das Leben der anderthalb Millionen Einwohner der Oase, die vor allem Landwirtschaft betreiben. Archäologen sind der Ansicht, hier sei der früheste nachweisbare Ort des Ackerbaus zu lokalisieren.

Neben dem Anbau von Feigen, Datteln und Oliven ist El-Fayoum besonders berühmt für seine reichhaltige Küche („Fayoum“ dient in der Umgangssprache als Synonym für „köstlich“). In der Oase gibt es mehrere Produktions-Kooperativen, die von der NGO "Fair Trade Egypt" unterstützt werden. 

Zum Programm dieser Reise

Anschlussreise individuell möglich

Der Veranstalter Exodus-Reisen wird Ihnen bei Interesse gerne eine individuelle Anschlussreise nach diesem Kairo-Aufenthalt zusammenstellen: sei es ein Badeurlaub am Roten Meer, eine Nilschiffsreise nach Luxor oder eine Fahrt zu den Oasen in der ägyptischen Wüste.

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