PROGRAMM DER REISE
Grabmal des Dichters Hafiz in Schiras Foto: Michael Schulte
1. Tag (Samstag)
Mit Iran-Air fliegen wir Mittags von Frankfurt/Main nach Teheran; vor der Ankunft am Abend werden alle Frauen im Flugzeug ein Kopftuch anlegen. Vom Flughafen aus fahren wir zum Hotel.
2. Tag (Sonntag)
Heute erkunden wir Teheran, die moderne Millionen-Metropole Irans an den Hängen des Elburs-Gebirges. Wir besuchen den labyrinthartigen Basar am Vormittag und das Nationalmuseum, das eine erste Einführung in die Jahrtausende alte Kulturgeschichte Persiens bietet, am Nachmittag. Danach trefen wir eine iranische Schauspielerin und besuchen, wenn möglich, mit ihr eine Theateraufführung.
3. Tag (Montag)
Am Vormittag treffen wir Daniel Bernbeck, den Geschäftsführer der Iranisch-deutschen Industrie- und Handelskammer, der zugleich Vorsitzender des Gemeindekirchenrats der ev. Gemeinde deutscher Sprache in Teheran ist.
Nachmittags besuchen wir die Kulturzeitschrift „Me'mar“, die sich mit Design und Architektur beschäftigt.
4. Tag (Dienstag)
Am Morgen fahren wir von Teheran nach Kaschan am Rande der großen Salzwüste Dasht-e Kavir. Dort werden wir gegen Mittag eine Stadtbesichtigung machen. Der Legende nach sollen die heiligen drei Könige von hier aus nach Bethlehem aufgebrochen sein. Kaschan ist berühmt für seine Teppiche, Samtgewebe, glasierte Keramik und besonders für seine Kacheln, die im Persischen kashi (aus Kaschan stammend) heißen.
Nachmittags fahren wir in das abgelegene Bergdorf Abyaneh, indem sich viele dörfliche Traditionen noch erhalten haben. Es ist in Iran bekannt dafür, dass seine Bewohner erst relativ spät zum Islam bekehrt wurden. Alte Bräuche haben sich hier länger erhalten als anderswo. Viele Frauen tragen im Dorf keinen dunklen Tschador, sondern einen hellen, geblümten Umhang.
Das Hotel der Familie Ostadali ist im lokalen Stil mit rötlich schimmerndem Lehm verputzt und liegt direkt am Ortsrand mit Blick auf die Wohnhäuser, die übereinander an den Hang gebaut sind. Zum Ausklang des Tages gibt es weit und breit keinen schöneren Platz als die Terrasse des Hotels.
5. Tag (Mittwoch)
Morgens geht es weiter nach Yasd. Auf der Fahrt am Rand der Wüste über Ardestan und Na’in fahren wir an mehreren ehemaligen Karawansereien vorbei und sehen die alten Moscheen von Ardestan und Na´in, die zu den ältesten Sakralbauten Irans zählen. In Yasd werden wir auch übernachten.
6. Tag (Donnerstag)
Yasd ist eine typische Wüstenstadt, eine alte Handelsstadt an den großen Karawanenstraßen und das Zentrum der zoroastrischen Religion, deren Geheimnisse wir beim Besuch des Feuertempels und der ehemaligen Begräbnisstätten („Türme des Schweigens“) ergründen. Wir treffen einen Vertreter der zoroastrischen Gemeinde. Dann bummeln wir durch von Lehmhäusern gesäumte Altstadtgassen (UNESCO-Kulturdenkmal), besuchen die wegen der Hitze unterirdisch angelegten Textilwerkstätten der Brokat- und Seidenherstellung, und gelangen schließlich zur eleganten Freitagsmoschee.
7. Tag (Freitag)
Wir verlassen Yasd und fahren über Abarkuh direkt nach Persepolis. Unterwegs blicken wir inmitten der achämenidischen Palastruinen von Pasargadae weit in die Vergangenheit zurück und besichtigen das berühmte Grabmal von Kyros dem Großen (UNESCO-Kulturdenkmal). Abends Ankunft im Hotel Apadana am Rande der Terasse von Persepolis.
8. Tag (Samstag)
Am Morgen besichtigen wir einen Schauplatz der Weltgeschichte: Majestätische Säulenhallen und kunstvolle Reliefs zeugen noch heute von Prunk und Pracht der einstigen Königsstadt Persepolis (UNESCO-Kulturdenkmal). In Persepolis werden wir mit einem Mitarbeiter der Parseh and Pasargadae Research Foundation über das Spannungsfeld „Historische Stätten – Ökologie – wirtschaftliche Entwicklung“ sprechen. Wir lassen uns in die Welt der Großkönige entführen und besuchen anschließend die Achämeniden-Gräber in Naghsch-e Rostam und die sassanidischen Felsreliefs in Naghsch-e Radschab. Mittags geht es nach Schiras. (ca. 50 km)
9. Tag (Sonntag)
Schiras ist die elegante unter Irans Städten, die Stadt verströmt eine Leichtigkeit des Lebens, die ein wenig an Italien denken lässt. Fröhlich verspielt sind auch die rosigen Kacheln der Moscheen und Madresen mit ihren Vogel-, Tier- und Blumenmotiven. Vormittags besuchen wir die 1773 gebaute Wakil-Moschee, gehen durch den Basar zur Nasir-ol-molk-Moschee.
Es liegt wohl an Orten dem dem Orangengarten Bagh-e Naramdschestan, das man Iran das Land der Rosen und Nachtigallen nennt. Schiras ist berühmt wegen seiner paradiesischen Gärten und als Heimat der weltbekannten Poeten Hafis und Sa‘adi. Ihre Grabdenkmäler liegen in schönen Parks, zu denen ganz Iran pilgert – Junge und Alte, Städter oder Provinzler. Und alle kennen Hafis-Gedichte auswendig.
Auch wir werden einige Gedichte der Dichter hören. Nach dem Abendessen spazieren wir zum Mausoleum Schah-e Tscheragh. Nach Geschlecht getrennt, treten wir ein und können vor dem Sarkophag des Sseyed Mir Ahmad etwas von der iranischen Volksfrömmigkeit aufnehmen.Treffen mit Vertretern verschiedener NGO’s sowie Besuch im Atelier einer Schiraser Künstlerin.
10. Tag (Montag)
Morgens brechen wir auf der alten Handels- und Heerstraße, die heute aber zumeist vierspurig ausgebaut ist, nach Norden auf.
Unterwegs haben wir Zeit, interessante Orte wie Schahresa oder alte Karawansereien entlang der Straße zu besichtigen.
Am späten Nachmittag treffen wir in Isfahan ein und beziehen unser Hotel, direkt an der berühmten „Straße der vier Gärten“ gelegen.
11. Tag (Dienstag)
„Esfahan, Nesfeh Dschahan“– Isfahan, die halbe Welt, So bezeichnet der Volksmund die Stadt wegen ihrer unzähligen und beeindruckenden Prunkbauten. Eine märchenhafte Kulisse mit türkisblauen Kuppeln, imposanten Palästen, Moscheen und Mausoleen. Auf unserem Stadtrundgang werden wir von der Terrasse des Ali-Ghapu-Palastes den Blick über einen der schönsten Plätze der Welt schweifen lassen: den Meidan-e Imam (UNESCO-Kulturdenkmal) mit seinen mächtigen Moscheen und Arkaden, dann besuchen wir den berühmten Basar von Isfahan und später ein Zur-khaneh, wörtlich "Krafthaus", eine Kultstätte, die sich viel mehr als nur einem traditionellen Sport widmet.
12. Tag (Mittwoch)
Wir bleiben in Isfahan und besuchen vormittags die Vank-Kathedrale und das Museum der armenischen Christen. Anschließend führt uns der Architektur-Dozent Morteza Bekhrady durch ein Altstadtviertel, in dem er in einem Projekt für Denkmalschutz mitarbeitet. Der Nachmittag steht z.B. für einen Einkaufsbummel in einem der schönsten Basare des Landes, berühmt u.a. für seine Teppiche, Gewürze und Silber-, Messing- und Textilhandwerk zur freien Verfügung. Abends treffen wir uns mit Fazlollah Mostafavi, Arzt und Dichter beim Abendessen zu einem Gespräch über das „Phänomen Hafis“.
13. Tag (Donnerstag)
Wir fahren heute weiter entlang der Salzwüste und erreichen die heilige Stadt Ghom. Die Stadt ist aufgrund ihres bedeutenden schiitischen Heiligtums nach Maschhad wichtigster Pilgerort im Iran. Zudem befindet sich hier die zentrale Ausbildungsstätte für die schiitische Geistlichkeit. (Die Besichtigung der heiligen Stätte ist für Nichtmuslime nur von außen möglich.) Wir können einem Geistlichen in Ghom Fragen über das Leben, die Gesellschaft und die Religion im Iran stellen. Nach dem Gespräch setzen wir unsere Reise Richtung Teheran fort.
14. Tag (Freitag)
Den letzten Tag nutzen wir für einen Ausflug in den Norden Teherans, nach Darband. Auf einer Höhe von etwa 1700 m sind ehemalige Dörfer inzwischen in die Großstadt integriert, ohne ihren dörflichen Charme verloren zu haben. Wegen der kühlen und sauberen Luft oberhalb der Smogglocke Teherans, ist Darband ein beliebtes Ausflugsziel. In einem Gartenrestaurant treffen wir iranische Germanisten, die uns von ihrer Arbeit an der Universität berichten können.
Auch das übermäßig prunkvolle Saadabad-Palastmuseum, die ehemalige Sommerresidenz des letzten Shahs, und zu Museen umfunktionierte Paläste liegen in Darband und können besichtigt werden.
Nachmittags besteht für Unermüdliche die Möglichkeit, den Golestan-Palast, die Residenz der Ghadscharen aus der Zeit vor der Pahlawi-Dynastie im Herzen Teherans, zu besichtigen.
Beim Abschiedsessen haben wir Gelegenheit, uns über die Erlebnisse bei der Reise auszutauschen.
15. Tag (Samstag)
Schon früh morgens werden wir zum Flughafen fahren. Iran Air fliegt gegen 9:00 Uhr nach Frankfurt, wo wir nach etwa 5 Stunden Flug ankommen (Ortszeit Frankfurt: 11:00 Uhr); individuelle Weiterfahrt der Reiseteilnehmer mit der Bahn in ihre Heimatorte.
Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.
Stand: 7. Dezember 2011
Preise und Leistungen dieser Reise sowie Literatur zum Einlesen.
Termine:
6. - 20. Oktober 2012 (Buchung bis 20. August)
Bitte beachten Sie: Frauen müssen im Iran in der Öffentlichkeit (d.h. außerhalb ihrer Wohnung) eine Kopfbedeckung tragen, das gilt auch für Ausländerinnen.
Preis:
2.390 € (DZ / HP / inkl. Flug), 15 Tage
EZ-Zuschlag: 290 €
Flug ab Frankfurt/Main; Bahn-Zubringer von allen Städten Deutschlands für max. 20 Euro
Reisegruppe: mindestens 10, max. 16 Personen
Veranstalter:
Orient Express, Göttingen, Tel: 0551 - 486652,
H.Niemann@orientexpressonline.de
Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden
Reisebericht von Beate Seel, Teilnehmerin der Reise im Oktober 2009
Hier kommen Sie direkt zu den Infos über die andere taz-Iran-Reise (nach Tabriz und Qazwin)
Das Programm der Reise muss den zuständigen iranischen Behörden vor der Reise vorgelegt werden. Es ist nicht möglich, weitere spontane Kontakte zu anderen Personen, auch nicht zu privaten Bekannten, während der Reise aufzunehmen. Auch eigenständige Aktivitäten außerhalb des festgelegten Gruppenprogramms sind leider nicht möglich. Reisende mit journalistischem Hintergrund können an der Reise teilnehmen, sollten dies jedoch in ihrer Berufsbezeichnung angeben. Journalistische Aktivitäten oder anschließende Berichterstattung sind aber nur möglich, wenn ein Journalistenvisum ausgestellt wurde.
Thomas Hartmann/Gaby Coldewey
Tel: (030) 25902-117
Mobile: 0178- 84 78 905