20. - 31. Okt. 2014 (ausgebucht)

Türkei – Zwischen Euphrat und Tigris

Reiseleiter Jürgen Gottschlich

Diyarbakir  Bild: Murat Türemis www.murattueremis.de

Diyarbakir – Berg Nemrut - Urfa – Göbekli Tepe – Mardin – Hasankeyf

Diese Rundreise im Südosten der Türkei, zwischen den Oberläufen von Euphrat und Tigris, führt zu den Anfängen menschlicher Geschichte (Ausgrabungen am Göbekli Tepe), in die Gegenwart des Kurdenkonflikts und in die Zukunft der Türkei.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: 2.380 € (DZ/HP/Flug)

VERANSTALTER: via cultus Studienreisen, Stutensee

Tel: 0721-9684 773, info@via-cultus.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Zwischen Euphrat und Tigris liegt eine der ältesten Kulturlandschaften der Menschheit. Hier, im so genannten Fruchtbaren Halbmond, hat vermutlich der Übergang von jagenden Nomaden zu sesshaften Bauern stattgefunden, hier entstanden vermutlich die ersten Tempel der Menschheit und auch die Spuren der ersten christlichen Gemeinden außerhalb Palästinas finden sich hier.

Jürgen Gottschlich, seit 1998 Korrespondent der taz in Istanbul und Autor (u.a. "Türkei. Ein Land jenseits der Klischees", Berlin 2008)

 

 

 

Und wie kaum ein anderer Teil des Landes hat das alte Obermesopotamien in den letzten dreißig Jahren das Bild der Türkei geprägt. Wohl jede zweite Nachricht aus dem Land bezog sich auf den Krieg zwischen der der türkischen Armee und der kurdischen Arbeiterpartei PKK, die lange für einen eigenen kurdischen Staat kämpfte. Rund 40.000 Tote hat dieser Bürgerkrieg gekostet und ein über weite Strecken leeres Land hinterlassen.

Teich auf dem Gelände der Halil Er-Rahman Moschee in Urfa, einer der ältesten Städte der Welt   Bild: Murat Türemis www.murattueremis.de

Seit ihr Führer Abdullah Öcalan 1999 verhaftet wurde, zog die PKK sich zunächst in den Nordirak zurück und ließ die Waffen ruhen. Die Regierungen in Ankara versäumten es lange, aus der Waffenruhe einen echten Frieden zu machen. Doch seit Anfang 2013 scheint eine wirkliche politische Lösung der Kurdenfrage realisierbar zu werden, weshalb der Bürgerkrieg der letzten Jahren derzeit ruht und in Diyarbakir auch eine gewisse Aufbruchsstimmung herrscht.

Dennoch haben wir die Reise so geplant, dass wir die sensiblen Gebiete entlang der irakischen und iranischen Grenze umgehen. Stattdessen konzentrieren wir uns tatsächlich auf das geographische Gebiet zwischen Euphrat und Tigris. Wir werden in Diyarbakir, Mardin und Urfa mit kurdischen Vertretern über ihre Forderungen und Hoffnungen reden, wir werden uns aber auch mit der Jahrtausende alten Geschichte des Landes beschäftigen und die letzten christlichen Gemeinden am Tur Abdin, dem Berg der Knechte Gottes, kennen lernen.

Neben diesen Begegnungen bietet die Reise weitere spektakuläre Höhepunkte: den morgendlichen Aufstieg zu den Götterstatuen der Kommagene Könige auf dem Berg Nemrut (‚Nemrud Dag‘), eine Besichtigung der Ausgrabungsstätte Göbekli Tepe, dem mutmaßlich ältesten Tempel der Menschheit, und den Besuch von Hasankeyf, dem Ort an der antiken Tigris-Furt, der demnächst im Illisu-Staudamm versinken soll.

Hasankeyf am Tigris.  Bild: Murat Türemis www.murattueremis.de

Denn mit zahlreichen Staudämmen will die Regierung die ehemalige Kornkammer der frühen Menschheit wieder zu neuem Leben erwecken. Das heutige Armenhaus der Türkei soll durch weitläufige Bewässerungsanlagen wieder fruchtbar gemacht werden und den Menschen Brot und Arbeit geben. Ob dieses gigantische Entwicklungsprojekt wirklich Sinn macht, wird eine weitere Frage sein, der wir auf der Reise zwischen Euphrat und Tigris nachgehen.