20. April - 2. Mai + 12. - 24. Oktober 2014

Marokko (Süd)

Reiseleiter Thomas Hartmann

Im Dadès-Tal am Südhang des Hohen Atlas  Bild: Kathrin Bär

Marrakesch - Hoher Atlas - Tamellalt (Dadès-Tal) - Zagora - Tazenakht

Auf dieser Reise durch die beeindruckende Landschaft Südmarokkos lernen Sie Menschen kennen, die sich in verschiedenen Initiativen und Projekten im Umkreis des Netzwerks „Synergie Civique“ engagieren. Die Fahrt von Marrakesch über den Hohen Atlas in die Oasenstädte im Tal der Drâa führt Sie unter anderem zu einer Kooperative von Teppichweberinnen, zu Umweltschützern in der Oasenstadt Zagora und zu einem Frauenzentrum in Marrakesch.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: 1.985 Euro (DZ/HP/Flug)

VERANSTALTER:

Franke & Leinker, www.marokkoerleben.de

Tel. 040 - 43 19 07 52, info@marokkoerleben.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden

Diese Reise findet bereits seit 2008 statt, inzwischen um einen Tag verlängert und mit der Möglichkeit, bei einer Kameltour in Begleitung von Nouaji-Nomaden eine Nacht in der Wüste zu erleben.

Thomas Hartmann, früher taz-Nahost-Redakteur; seit 2008 entwickelt er die "Reisen in die Zivilgesellschaft"

Öffnung Richtung Demokratie seit 1994

Die Entwicklung Marokkos ist ein Sonderfall in der arabisch-islamischen Welt. Mitte der 1990er Jahre leitete die Freilassung der politischen Gefangenen und die Aufarbeitung der „bleiernen Zeit“ staatlicher Repressionen einen umfassenden Prozess gesellschaftlicher Öffnung ein.

Überall in Marokko entstanden Initiativen und Gruppen, die sich für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen sowie für soziale und politische Belange engagieren, insbesondere Frauen- und Menschrechtsgruppen. Sie bewirkten eine breite Demokratisierung der Gesellschaft.

Mohammed, der Musiker von Assaka, spielt nach dem Abendessen bei Familie Raji  Bild: Gernot Gast

Einer der wichtigsten Erfolge war die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen, die nach einer breiten Kampagne von Frauengruppen durchgesetzt wurde. 2004 verabschiedete das Parlament die Reform des Familienrechts. Die Bedeutung dieser Änderungen werden Sie beim Besuch eines Frauenzentrums in Marrakesch kennen lernen.

Damit sind die vielfältigen sozialen und ökonomischen Probleme nicht beseitigt. Die neue Pressefreiheit muss immer wieder verteidigt und die neuen Rechte der Frauen müssen im Alltag durchgesetzt werden, aber es entstand ein in der arabischen Welt beispielsloses Spektrum zivilgesellschaftlichen Engagements mit Hunderten von Initiativen, Gruppen und Projekten. Und seit Februar 2011 hat auch in Marokko der „Arabische Frühling“ Fuß gefasst und diese Entwicklung weiter dynamisiert. Auf der Reise werden wir auch Personen treffen, die sich aktiv an der neuen Bewegung beteiligen. (dazu: Königliche Reformen von Marc Dugge)

Treffen mit Teppichweberinnen in Tazenakht   Bild: Günther Ermlich

Ein Beispiel: das Netzwerk „Synergie Civique“

Das Netzwerk „Synergie Civique“ hat die Autorin und Frauenrechtlerin Fatima Mernissi bereits Ende der 1990er Jahre geknüpft. Es bemüht sich um eine Verbindung zwischen engagierten Gruppen und Personen aus der Region um Rabat und Casablanca, wo zivilgesellschaftliche Aktivitäten stärker und früher entwickelt waren, mit Gruppen und Initiativen in den ländlichen Regionen Südmarokkos. Ein Ausgangspunkt waren dabei Kontakte, die Fatima Mernissi bei früheren Recherchen über die Lebensbedingungen von Teppichweberinnen erhalten hatte.

Seit 1997 fanden 12 überregionale Treffen – sogenannte „caravanes civiques“ – von Akteurinnen und Akteuren verschiedener lokaler Projekte und Gruppen in Marrakesch, Zagora und in Casablanca statt. Sie dienten der internen Vernetzung genauso wie der öffentlichen Präsentation der verschiedenen Anliegen der Beteiligten; gemeinsame Projekte wurden entwickelt und neue Gruppen in das Netzwerk integriert – wie der Verein ADEDRA („Association de Developpement de la Vallée du Dra"), der eine nachhaltige und partizipative Entwicklung in den Oasen im Drâa-Tal um Zagora eingeleitet hat, um die Spirale von Unterentwicklung und Auswanderung zu stoppen.

Eine taz-Reisegruppe auf Wüstentour in Begleitung von Nouaji-Nomaden  Bild: Gernot Gast

Auf unserer Reise durch die beeindruckende Landschaft des Hohen Atlas und die Flussoasen des Drâa-Tals werden wir Personen aus diesem Netzwerk kennen lernen. Sie werden uns mit Stolz die beeindruckende Schönheit ihrer Region zeigen, von ihren Initiativen und Projekten berichten, Dinge erläutern, die vor allem Fremde fragen, etwa was der Islam für sie bedeutet oder mit welchen Schwierigkeiten Frauen konkret zu kämpfen haben – und uns dabei einen Einblick in das Alltagsleben in Marokko geben, eines islamischen Landes, das in Deutschland nur sehr klischeehaft wahrgenommen wird.