18. - 24. August 2019

Sachsen/Erzgebirge

Reiseleitung: Michael Müller

Das Industriemuseum in Chemnitz Bild: wiki commons

Freiberg –  Annaberg-Buchh. – Chemnitz  – Pirna – Dresden

Sachsen ist das wirtschaftlich erfolgreichste der sogenannten neuen Bundesländer. Es hat die geringste Pro-Kopf-Verschuldung, eine Arbeitslosenquote, die fast auf Westniveau liegt und Industrieansiedlungen, die ihres gleichen suchen. Semperoper, Frauenkirche, Meissner Porzellan sind Begriffe, die weltweit bekannt sind. Doch über all dem liegt ein Schatten: das Bundesland ist auch für PEGIDA, AfD und NSU bekannt.

Orte wie Freital, Clausnitz, Heidenau und seit September 2018 auch Chemnitz wurden zu Synonymen für Gewalt gegen Flüchtlinge. Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem die AfD bei den Bundestagswahlen 2017 stärkste Partei wurde. Mit dieser Reise begeben wir uns auf Spurensuche in die sächsische Provinz.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN  

 

PREIS: ab 990 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER: Reise-Zeichen, Göttingen, Tel: 0551 - 3893 2596, susanne.hoppe@reise-zeichen.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Wir besuchen Initiativen, die sich für Toleranz und Weltoffenheit einsetzen und die den Geist der friedlichen Revolution weitertragen. Gleichzeitig sehen wir einiges vom kulturellen Erbe und von den landschaftlichen Schönheiten des Erzgebirges und der Sächsischen Schweiz.

Michael Müller, Mitglied der taz-Genossenschaft, lebt in Dresden

Es wird daher um verschiedene Aspekte gehen: Um Sachsen als historische Kulturlandschaft. Um die spezifische Situation Ostdeutschlands nach dem Zerfall der DDR und den damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen. Und natürlich auch um die politische Situation heute und die starke Präsenz rechter Gruppierungen. Sie werden aber auch erleben, dass es zahlreiche Menschen gibt, die sich in Projekten, Vereinen und Initiativen gegen diesen rechten Trend stellen. Auch sie sind mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement ein Teil von Sachsen.

Sachsen wird gegenwärtig vor allem mit Dresden und Leipzig verbunden, doch es gab Zeiten in der Geschichte dieses Landes, als andere Städte eine gewichtige Rolle spielten. Dazu zählen die Bergstadt Freiberg und die Industriestadt Chemnitz, beide eng verbunden mit der Montanregion Erzgebirge.

Die Reise beginnt in der Stadt Freiberg, die in ihren Mauern Altertum und Moderne vereint. Vor über 800 Jahren wurde hier Silber gefunden und damit die Grundlage für den opulenten Lebensstils am Hofe August des Starken geschaffen. Dem Niedergang des Bergbaus in den 1970er Jahren folgte nur 20 Jahre später mit dem Ende der DDR ein weiterer Strukturwandel. Zudem sah sich die Region mit einer katastrophalen Umweltsituation konfrontiert. Wie diese Herausforderungen gemeistert wurden, werden Vertreter der Kommune und Umweltaktivisten beantworten.

Mariengasse in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) Bild: Wiki-Commons

Chemnitz – einst ob seiner industriellen Stärke als Manchester Deutschlands bezeichnet - hatte ebenfalls mit den beschriebenen Problemen zu kämpfen. Zusätzlich wurde das Zentrum der Stadt 1945 durch Bombardierung weitgehend zerstört. Wenig bekannt ist, dass mit dem Stadtteil Kaßberg eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel existiert. Eine einheimische Architektin wird durch das Viertel führen und auf die Entwicklung in den letzten 25 Jahren eingehen. Im Anschluss treffen wir Akteure der Zivilgesellschaft, die über den Kampf mit den zunehmenden Rechtstendenzen in der Stadt berichten.

Die dritte Station wird die Kleinstadt Pirna vor den Toren Dresdens sein. Eine Stadtführung wird durch die idyllische Innenstadt führen. Sie lernen aber auch die Gedenkstätte Sonnenstein kennen. In der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt ermordeten die Nazis 1940/41 knapp 14.000 kranke und behinderte Menschen.

Um die Schönheit der Umgebung zu zeigen, sind zwei Ausflüge bzw. Wanderungen in das Erzgebirge und in die Sächsische Schweiz geplant.

Der Abschluss der Reise wird in Dresden sein. Wir besuchen nach einem kleinen Stadtrundgang das „Aha-Café“. Dieses Café war das Resultat einer entwicklungspolitischen Initiative, die bereits in der DDR existierte. Die Geschäftsführerin berichtet über diese Zusammen-hänge und die aktuelle politische Situation in Dresden.

Im Elbsandsteingebirge Bild: Archiv