13.-21. April (nur noch Warteliste)/ 18.-27. Okt. 2019

Libanon

Reiseleiter Jannis Hagmann (April) bzw. Thomas Hartmann (Okt.)

Römische Tempelruinen in Baalbek in der Bekaa-Ebene. Bild: Franziska Ziegler

Beirut – Byblos – Bscharré – Baalbek – Beiteddin – Chouf-Gebirge

Eine Reise ins Land der Zedern und Ausgrabungen, bei der Sie einen  Staat kennen lernen, der auf konfessionellem Proporz beruht - mit vielen Problemen und Besonderheiten, auch für die Zivilgesellschaft. Zudem stellen aktuell rund 1,5 Mio syrische Flüchtlinge eine große Herausforderung dar, auch dies ein Thema der Reise.

PROGRAMM April

PROGRAMM Oktober

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: April (9 Tage) ab 1.890 € (DZ/HP/Flug) / Preis für Okt., 10 Tage, hier bis Ende 2018

 

VERANSTALTER: Alsharq-Reise, Berlin, Tel: 0151-2068 9781, info@alsharq-reise.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden, hier online: Warteliste April 2019; Anmeldung Okt. 2019

Im Libanon erleben Sie den Nahen Osten auf engstem Raum: er hat eine siebentausendjährige Zivilisations- geschichte, von den Phöniziern über die Römer bis zu den Osmanen und in den letzten Jahrhunderten auch italienische und französische Einflüsse. Der Libanon war immer - wie auch andere Länder in der Region - eine Drehscheibe für Völker, Religionen und Kulturen. Ihre Spuren werden Sie bei der Reise vielfach wiederfinden.

Jannis Hagmann, taz-Nahost-Redakteur, Islamwissenschaftler

Thomas Hartmann, Projekt-Leiter "taz- Reisen in die Zivil- gesellschaft", ehem. taz-Nahostredakteur

Der Libanon bietet aber auch Einzigartiges: landschaftlich das 3000 Meter hohe Libanongebirge mit seinen berühmten Zedern in Sichtweite zum Mittelmeer, und politisch einen Staat, der auf konfessionellem Proporz beruht, sowie eine Gesellschaft, die nach konfessionellen Linien fragmentiert ist.

18 anerkannte Konfessionen (darunter verschiedene christliche, vor allem die Maroniten, aber mehrheitlich Sunniten und Schiiten sowie Drusen) haben nicht nur ihren festen Proporz bei der Besetzung des Parlaments und der wichtigen Regierungsposten, sondern bilden auch die Keimzellen des Lebensalltags für die rund 6 Mio Libanesen - sowie die rund 1.5 Mio syrischen Flüchtlinge, die in den letzten Jahren dazugekommen sind und dabei das Verhältnis zwischen den Konfessionen verändert haben zugunsten sunnitischer Muslime.

Bei der Reise werden Sie mehrfach die Folgen und Probleme der Konfessionalisierung in Politik und Gesellschaft kennen lernen – und die zivilgesellschaftlichen Kräfte, die sich dagegen stemmen, genauso wie gegen patriarchalische Sitten und Strukturen.

In der Geschichte war und ist diese Konfessionalisierung immer wieder spannungsreich und kann von Fundamentalisten aller Couleur bedroht werden, lässt aber auch Freiräume. Und da konfessionelle Zugehörigkeit wichtig ist für den Zugang zu Macht und Reichtum, liegt in dieser konfessionellen Verfasstheit eine Quelle ständiger gesellschaftlicher Dynamik.

Im Beiteddin-Palast Bild: Franziska Ziegler

Mehere Tage werden Sie Beirut erleben, sicher die am stärksten westlich geprägte Hauptstadt der arabischen Welt mit einer breiten ethnischen und konfessionellen Vielfalt, auch für arabische Besucher ein attraktives Ziel.

Im Großraum Beirut leben rund 3 Mio Menschen, rund die Hälfte der Einwohner des Libanon. Die Zahl schwankt schon deswegen, weil über 15 Millionen Libanesen – teilweise seit dem 19. Jahrhundert – im Ausland leben, in den USA und Frankreich, auch in Westafrika und vor allem in Lateinamerika (in Brasilien gibt es heute mehr „Libanesen“ als im Libanon). Sie unterhalten durch Familienbande und Geschäftsbeziehungen häufig engen Kontakt zum Heimatland. Für viele Familien gibt es die Möglichkeit eines Art doppelten Wohnsitzes: in Kriegszeiten leben sie eher im Ausland, in prosperierenden Perioden eher im Libanon.

Infolge des Krieges in Syrien sind in den letzten Jahren rund 1,5 Mio Flüchtlinge ins Land gekommen, was das Land mit 6 Mio Einwohnern eigentlich überfordert. Bei der Reise besuchen wir u.a. Schulprojekte für syrische Flüchtlingskinder in der Bekaa-Ebene, die auch aus Deutschland unterstützt werden: von dem Verein "Schams" (Sonne), der von dem syrisch-deutschen Schriftsteller Rafik Schami ins Leben gerufen wurde.