Heute startet wieder eine Big-Brother-Staffel: vor 10 Jahren noch Skandal, regt sie 2010 kaum mehr auf. Eskalation des Formats in Großbritannien: Reality-TV mit Kriegsversehrten.von Wilfried Urbe
Anke, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Vielleicht noch etwas schärfer.
12.01.2010 05:30 Uhr
von Jack Salinger:
Wer so was mitmacht und so was anschaut, muss ein erbärmliches Defizit an eigenen Lebensmöglichkeiten haben. Wie sagte Lukas Resetarits alias Kottan so schön zum Thema Fernsehen: "Und wo lassen Sie leben?"
11.01.2010 19:38 Uhr
von epikur:
Herr Bolz hat vollkommen Recht! Es ist wirklich verdammt "mutig" von den privaten Medienkonzernen und Verlagsgruppen, den schlechten Geschmack im TV zu etablieren. Schließlich stehen diese ja unter dem "Zwang" Profit zu erwirtschaften. Die Konzerne sind wahrlich zu bemitleiden.
11.01.2010 19:22 Uhr
von rose:
Was will uns der Autor sagen?Soll das Schleichwerbung sein?Wenn interessiert eigentlich dieser Müll? Wer so was wie "Big Brother" sehen will,braucht sich von der taz nicht dazu animieren lassen.Abgesehen davon, das diese Menschen wohl kaum die taz lesen... Also "Null-Information" um von den wirklichen Problemen in dieser Gesellschaft abzulenken.Der "Gutmensch" kann sich wieder mal an Hähme und Verachtung gegenüber dem "Prekariat" laben.Vergisst allerdings,das diese nur ein Produkt der Gesellschaft sind(genauso wie der Dünkel manches "Gebildeten") Hätte sich doch der Wilfried Urbe mal mit was wichtigem beschäftigt!!!
11.01.2010 17:19 Uhr
von Besserwisserin:
Kleine Info: Chanel 4 ist seit ca. 20 Jahren nicht mehr öffentlich-rechtlich!
11.01.2010 14:36 Uhr
von anke:
Werberelevant und also Zielgruppe sind nicht die 14-49-Jährigen. Werberelevant und also Zielgruppe sind derjenigen, die sich gern was suggerieren lassen. Brecht ist ja nun auch schon ein Weilchen tot. Dass Norbert Bolz ihn aber bereits begriffen hätte, darf man wohl getrost bezweifeln. Sein "Erkenntnisprozess" jedenfalls scheint sich diesbezüglich doch arg in Grenzen zu halten.
Dass es den behaupteten fließenden Übergang zwischen Realität und Virtualität doch nicht gibt, wird im Übrigen den meisten Zielgruppe-Angehörigen schneller klar, als sie RTL II sagen können. Vermutlich setzen die Privat-TV-Typen genau deswegen auf das gute alte Volksopium des Karl Marx. Nur, dass der modernen Religion zufolge das Himmelreich samt heiligem (Un-)Geist beim (Privat-)Fernsehen angesiedelt ist. Die beiden einzigen Gebote, die einhalten muss, wer die Seligkeit erlangen will, lauten: "Du sollst so tun, als wärst du größenwahnsinnig!" und "Du sollst versuchen, mit Tratsch, Trash, Lügen und Brutalität zu unterhalten!" Leute wie Norbert Bolz übernehmen die Rolle des Gottvater. Und wer Jesus am Kreuz sterben sehen will, der greift zum Telefon und wählt die Hotline.
Tja, ich denke, Norbert Bolz hat recht, auch wenn er rein gar nichts von Brecht versteht. "Big Brother" wird nie eine Gefahr für die deutsche Gesellschaft sein. Und den Untergang des Abendlandes wird es auch nicht auslösen. "Big Brother" nämlich IST das Abendland. Zumindest ist es ein wesentlicher Teil davon.
Leserkommentare
12.01.2010 09:47 Uhr
von Michael Bolz:
Was ist schon Größenwahn?
12.01.2010 08:45 Uhr
von lila luder:
Anke, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Vielleicht noch etwas schärfer.
12.01.2010 05:30 Uhr
von Jack Salinger:
Wer so was mitmacht und so was anschaut, muss ein erbärmliches Defizit an eigenen Lebensmöglichkeiten haben. Wie sagte Lukas Resetarits alias Kottan so schön zum Thema Fernsehen: "Und wo lassen Sie leben?"
11.01.2010 19:38 Uhr
von epikur:
Herr Bolz hat vollkommen Recht! Es ist wirklich verdammt "mutig" von den privaten Medienkonzernen und Verlagsgruppen, den schlechten Geschmack im TV zu etablieren. Schließlich stehen diese ja unter dem "Zwang" Profit zu erwirtschaften. Die Konzerne sind wahrlich zu bemitleiden.
11.01.2010 19:22 Uhr
von rose:
Was will uns der Autor sagen?Soll das Schleichwerbung sein?Wenn interessiert eigentlich dieser Müll?
Wer so was wie "Big Brother" sehen will,braucht sich von der taz nicht dazu animieren lassen.Abgesehen davon, das diese Menschen wohl kaum die taz lesen...
Also "Null-Information" um von den wirklichen Problemen in dieser Gesellschaft abzulenken.Der "Gutmensch" kann sich wieder mal an Hähme und Verachtung gegenüber dem "Prekariat" laben.Vergisst allerdings,das diese nur ein Produkt der Gesellschaft sind(genauso wie der Dünkel manches "Gebildeten")
Hätte sich doch der Wilfried Urbe mal mit was wichtigem beschäftigt!!!
11.01.2010 17:19 Uhr
von Besserwisserin:
Kleine Info:
Chanel 4 ist seit ca. 20 Jahren nicht mehr öffentlich-rechtlich!
11.01.2010 14:36 Uhr
von anke:
Werberelevant und also Zielgruppe sind nicht die 14-49-Jährigen. Werberelevant und also Zielgruppe sind derjenigen, die sich gern was suggerieren lassen. Brecht ist ja nun auch schon ein Weilchen tot. Dass Norbert Bolz ihn aber bereits begriffen hätte, darf man wohl getrost bezweifeln. Sein "Erkenntnisprozess" jedenfalls scheint sich diesbezüglich doch arg in Grenzen zu halten.
Dass es den behaupteten fließenden Übergang zwischen Realität und Virtualität doch nicht gibt, wird im Übrigen den meisten Zielgruppe-Angehörigen schneller klar, als sie RTL II sagen können. Vermutlich setzen die Privat-TV-Typen genau deswegen auf das gute alte Volksopium des Karl Marx. Nur, dass der modernen Religion zufolge das Himmelreich samt heiligem (Un-)Geist beim (Privat-)Fernsehen angesiedelt ist. Die beiden einzigen Gebote, die einhalten muss, wer die Seligkeit erlangen will, lauten: "Du sollst so tun, als wärst du größenwahnsinnig!" und "Du sollst versuchen, mit Tratsch, Trash, Lügen und Brutalität zu unterhalten!" Leute wie Norbert Bolz übernehmen die Rolle des Gottvater. Und wer Jesus am Kreuz sterben sehen will, der greift zum Telefon und wählt die Hotline.
Tja, ich denke, Norbert Bolz hat recht, auch wenn er rein gar nichts von Brecht versteht. "Big Brother" wird nie eine Gefahr für die deutsche Gesellschaft sein. Und den Untergang des Abendlandes wird es auch nicht auslösen. "Big Brother" nämlich IST das Abendland. Zumindest ist es ein wesentlicher Teil davon.