Mick Jagger schickte ihm den Song "Street Fighting Man" 1968 und schrieb "Für dich", sagt Ex-Studentenführer Tariq Ali. Heute untersucht er, was von 1968 bleibt. Ein Rückblick VON TARIQ ALI
Ein taz.de-Dossier von 2008 anlässlich des 40. Jahrestages.
Das Jahr 1968 steht für einen immensen gesellschaftlichen Wandel – weltweit. Doch der damalige Traum von einer sozialistischen Revolution blieb im wirklichen Leben auf eine Revolte beschränkt. Vielleicht auch, weil die Hoffnungen der Studenten, die "Proletarier" für ihren Traum vom Sozialismus zu gewinnnen, nicht in Erfüllung ging, nur ein Aufstand ohne Lärm.
Der sich jedoch in kulturell bis heute auswirkt: Zumindest mehr Sex, Selbst und Rock'n Roll sind übrig geblieben. Ob 1968 nun mehr Gutes oder Schlechtes mit sich brachte, darüber diskutieren Historiker Götz Aly und Publizistin Katharina Rutschky - in einem Streitgespräch von Massenmörder Mao und bis zur Erfindung von Kinderläden.
Die Kulturrevolution hatte aber schließlich auch Spaß gemacht, wie sich Mathias Bröckers erinnert: Das war Leben! Und auch Uschi Obermaier musste mal zum Friseur - ein Gespräch mit Udo Walz, der sich damals an den Haaren der Zeitgeist-Ikone zu schaffen machte. Noch mehr in Mode als Uschi Obermaier war damals nur Theodor W. Adorno.
Doch manche seiner Jünger blieben bei der Rezeption nur an der Obefläche - es reichte aber für den intellektuellen Plausch beim Friseur. Aber während 1968 Nonkonformismus noch so richtig Spaß gemacht hat, ist es heute richtig schwierig geworden, sich modisch von der Masse abzuheben - und ziemlich ätzend noch dazu.
Leserkommentare
25.04.2008 22:17 Uhr:
von Emily Link:
Interessanter Artikel, wäre schön, wenn er auch auf englisch zugänglich wäre!!! Auch als generelle Anregung: das Original im Internet zugänglich zumachen dürfte eigentlich keinen sonderlichen Aufwand bedeuten.
19.04.2008 18:53 Uhr:
von nebelgeist:
"Wenn es den Vietnamesen gelang, das mächtigste Land der Welt zu schlagen,..." Es war kein Krieg "USA gegen Vietnam". Die USA haben gemeinsam mit dem "kapitalistischen" Süden gegen das "kommunistische" Nordvietnam gekämpft.
19.04.2008 15:37 Uhr:
von bernhard wagner:
Ein guter Artikel mit guten Hintergrundinfos, aber im Infofeld zur Biographie von Tariq Ali findet sich ein Fehler, der in der neueren Geschichtsschreibung ständig zu finden ist, nämlich Gruppierungen, die sich als marxistisch verstanden und sich auch explizit so genannt haben, sich zugleich vom Stalinismus distanziert haben, als "trotzkistisch" zu bezeichnen. Jenseits von Stalin und Trotzki gab und gibt es aber noch eine ganze Menge an Alternativen. Das gilt für die damalige International Marxist Group (IMG) ebenso wie z.B. die POUM in Spanien (1936 ff).
19.04.2008 07:42 Uhr:
von W. Reyez:
Wer Englisch kann ist klar im Vorteil - hier der Text. Und der hat aber auch gar nix mit T. Ali zu tun: Street Fighting Man (M. Jagger/K. Richards) Ev'rywhere I hear the sound of marching, charging feet, boy 'Cause summer's here and the time is right for fighting in the street, boy Well then what can a poor boy do Except to sing for a rock 'n' roll band 'Cause in sleepy London town There's just no place for a street fighting man No! Hey! Think the time is right for a palace revolution 'Cauce where I live the game to play is compromise solution Well then what can a poor boy do Except to sing for a rock 'n' roll band 'Cause in sleepy London town There's no place for a street fighting man No! Get down Hey! Said my name is called disturbance I'll shout and scream, I'll kill the king, I'll rail at all his servants Well, what can a poor boy do Except to sing for a rock 'n' roll band 'Cause in sleepy London town There's no place for a street fighting man No Get down