Die Rote Armee Fraktion (RAF) versuchte seit 1970, mit Anschlägen gegen Symbolfiguren und Einrichtungen der Politik und Wirtschaft einen Umsturz in der BRD zu erreichen. Sie betrachtete sich als "Stadtguerilla" und ging auf radikale Teile der Studentenbewegung zurück.
Als Geburtsstunde der RAF gilt der 14. Mai 1970, an dem u.a. Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin gewaltsam Andreas Baader aus der Haft befreiten. Nach Überfällen und Anschlägen wurden sie 1972 festgenommen.
1977 tötete eine zweite RAF-Generation Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto und Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer. Kurz nach einer gescheiterten Flugzeugentführung zur Freipressung inhaftierter RAF-Mitglieder durch palästinensische Terroristen wurden Baader, Ensslin und Gründungsmitglied Jan-Carl Raspe 1977 im Gefängnis tot aufgefunden. Sie begingen Selbstmord.
Bevor es 1992 zum Gewaltverzicht der RAF kam, tötete eine dritte Generation u.a. Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Alfred Herrhausen und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder. 1993 wurden in Bad Kleinen beim misslungenen Einsatz zur Verhaftung der Terrorist Wolfgang Grams und ein Beamter getötet.
1998 erklärte die RAF offiziell ihre Auflösung. Beim "bewaffneten Kampf" starben 61 Menschen, davon 34 Opfer der RAF und 27 Mitglieder der Gruppe.