Die Ableser Christian Schmeling und seine Frau Ivonne haben viel gesehen: Drogen auf dem Couchtisch, Dildos im Bad, Wohnungen von Promis - aber auch viel Armut und Einsamkeit.

In der DDR tauschte Henry Voss illegal Schallplatten. Nach der Wende eröffnete er einen Plattenladen in Prenzlauer Berg. Zuhause hört er kaum noch Musik.

Ihr Büro ist noch kahl, die Wände sind blassgelb gestrichen. Kleinigkeiten, über die Ulrike Trautwein lacht. Überhaupt ist die neue Generalsuperintendentin eine personalisierte Charmeoffensive der evangelischen Kirche.

Mit Anfang 30 war Mehmet Daimagüler ein Shootingstar: Mitglied des FDP-Bundesvorstands und einer Gruppe junger türkischstämmiger Politiker, zu der auch der heutige Grünen-Chef Cem Özdemir gehörte. Heute, mit Anfang 40, rechnet er mit seiner Vergangenheit ab.

Der Pirat hat früher ein veganes Biocafé betrieben, jetzt sitzt er im Abgeordnetenhaus - zwischen geliehenen Möbeln: Vieles ist noch ein Provisorium bei den Neu-Parlamentariern.

Trifft man zwei Märchenerzählerinnen, muss man viel Zeit mitbringen. Bei Tee und Ingwerkeksen liefern sich Nina Korn und Tochter Katja Popow einen Erzählwettstreit.

Seit September sitzt Martin Zierold für die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte. Er ist Deutschlands erster gehörloser Parlamentarier.

Der Historiker Robert Traba auf der Suche nach den Gemeinsamkeiten in der Geschichte von Deutschen und Polen. So entstand das Megaprojekt "Deutsch-polnische Erinnerungsorte".

Ruth Hohmann war die erste Jazzsängerin der DDR - und lange die einzige. Gerade hat die 80-Jährige fünfzigstes Bühnenjubiläum gefeiert. von Thomas Winkler

Eigentlich kam Kostas Papanastasiou nach Berlin, um Architekt zu werden. Stattdessen wurde er Wirt und Schauspieler. Mit einer "Hommage an Berlin" feiert er am kommenden Sonntag seine 55 Berliner Jahre.

Der Sound der Südstaaten wurde ihr in die Wiege gelegt. Laura Bean kommt aus einer großen Musikerfamilie im US-Bundesstaat Kentucky. Seit 2007 macht sie Straßenmusik in Berlin.

Niemand hat zuletzt mehr Demonstrationen angemeldet als Dirk Stegemann. Von Rechten wird er zum Feindbild Nummer eins stilisiert.

Ingo Georgi produziert mit seinem eigenen Unternehmen Musikvideos für die Größen der Branche. Das typische Berlin gibt es seiner Meinung nach nicht: "Berlin ist eine Baukastenstadt"

Erika und Ulrich Gregor sind seit über 50 Jahren ein Paar. Die beiden Kino- und Programmmacher gehen auch heute noch auf fast jedes Filmfestival.

Die Autorin Astrid Rosenfeld wollte eigentlich Schauspielerin werden. Stattdessen schrieb sie "Adams Erbe". Ein Roman über den Holocaust, mit dem die 34-Jährige zur gefeierten Autorin wurde. Ein Gespräch über Erfolg und Scheitern, das Schreiben und Rosenfelds Interesse für den Holocaust. von Nina Apin

Zwischen Selbstherrlichkeit und Melancholie hat Thees Uhlmann das Image des großmäuligen Anti-Stars kultiviert. Auf seinem ersten Soloalbum begibt sich der Tomte-Frontmann auf Heimatsuche. In Berlin, sagt er, ist er nie richtig angekommen.

Benedikt kommt nach Berlin und wird im Olympiastadion gefeiert. Andernorts bildet sich Protest - bunt, nachdenklich, nackt und mit klaren Botschaften.

Papst Benedikt XVI. kommt nach Berlin - und polarisiert. Für die taz haben sich der überzeugte Katholik Christoph Lehmann und der ebenso überzeugte Religionskritiker Philipp Möller gestritten: über Toleranz und Moral, über Staat und Kirche, über den einen Gott und das Fliegende Spaghettimonster.

Eigentlich wollte sie Reisebusfahrerin werden, doch seit 2005 kämpft Anke Overbeck im Jobcenter Kreuzberg für die Gleichberechtigung Arbeitsmarkt. Von Benachteiligungen kann die 56-Jährige als Blinde selbst ein Lied singen.

Seit seiner Eröffnung vor zehn Jahren hat sich das Jüdische Museum zum Besuchermagneten entwickelt. Programmdirektorin Cilly Kugelmann betont, dass man kein Holocaust-Museum sei.

Berlins Bürgermeister hält die Debatte über Gentrifizierung für fatal. Und er geht davon aus, dass die Grünen bei Koalitionsgeprächen in zentralen Punkten klein beigeben werden.

330.000 Euro wurden ihm geboten, damit er seine Metallwerkstatt im Tacheles verlässt. Doch Hüseyin Arda will um keinen Preis aufgeben.

Berlins "Supersenator" für Jugend, Familie, Bildung, Wissenschaft und Forschung geht. Die taz zieht mit Jürgen Zöllner die Bilanz einer nicht ereignisarmen Amtszeit.

Andreas "Zecke" Neuendorf ist Herthas Publikumsliebling. Im vergangenen Winter lief er im Olympiastadion auf, um das Team nach drei Niederlagen aufzurichten. Eigentlich soll er in der Nachwuchsmannschaft U23 Talente führen.

Stephanie Bart fährt Menschen mit der Rikscha durch Berlin. Dabei kann die Ethnologin prima Stadt und Leute beobachten - und darüber Kurzgeschichten schreiben.

Menschen, die einen Arm oder ein Bein verloren haben, sind auf Spezialisten wie ihn angewiesen: Uli Maier baut Prothesen. Patienten aus aller Welt sind seine Kunden.

Remzi Kaplan ist Berlins bekanntester Dönerproduzent. Die Schule hat ihn nicht interessiert, gearbeitet hat er fast immer. Mit 17 wurde er verheiratet. Heute ist er 50 und sagt, er habe alles hinter sich.

Ohne Erik Spiekermann sähe Berlin anders aus. Die Busse wären nicht gelb, das Berlin-Logo kein Brandenburger Tor aus blau-roten Balken. Er sagt: Berlin braucht weniger Kampagnen und mehr Wegeleitsystem.

Kurz vor dem Interviewtermin ist Wolfgang Fleischbein ein Bienenschwarm entflogen. Jetzt hängt eine Traube aus tausenden Tieren im Apfelbaum des Nachbarn und Fleischbein muss sie einfangen. Im weißen Overall, mit Imkerhut und einer Pfeife, aus der Kräuterrauch strömt, steigt er auf die Leiter, in der Hand eine Holzkiste. Ein Schütteln am Ast, und auf einmal summt die ganze Umgebung.

Mit gebrauchten Möbeln und Waffeln haben Andrea Dahmen und Christoph Munier vor neun Jahren angefangen. Heute verdienen sie das meiste Geld mit Blusen und Mänteln - in acht deutschen Städten.

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

LE MONDE diplomatique
LE MONDE diplomatique ist die größte Monatszeitung für internationale Politik. Sie erscheint weltweit in 61 Ausgaben – und liegt am 2. Freitag im Monat der tageszeitung bei.