Kolumne von Deniz Yücel
Jaa! Jaa! Jaaaaa! Der erste Teil ist geschafft: "Deutschland hat eine Sieg-Quote von 100 Prozent, ist bereits sicher fürs Viertelfinale qualifiziert", erläutert taz-Expertin Marie-Claude Bianco (37).
Den hochverdienten Sieg über die mädchen-feindlichen Nigerinnen (erst gegen süße Guini-Girls lästern, dann über Mädchen stänkern, die Mädchen mögen, dann unsere Mädchen treten, kratzen, beißen) haben WIR mit mehr als nur einem Piccolöchen gefeiert. Haben uns in die Autokorsos eingereiht, unsere schwarz-rot-blonden Fahnen geschwenkt, lagen uns mit wildfremden Mädchen in den Armen.
Jetzt geht es weiter. Aber: Über das Spiel gegen Nigeria (West-Afrika) müssen WIR reden. Sofort!
***

DENIZ YÜCEL ist Redakteur im WM-Team der taz.
Foto: tazDenn jetzt fragen alle: Was war mit Céli-Baby (23) los? Oder muss es heißen: Was war mit Fräulein Mbabi los? Denn TRIKOTTAUSCH-Recherchen haben ergeben: Céli heißt eigentlich "Okoyino da Mbabi", ihr Vater ist aus Kamerun (auch West-Afrika!).
Wollte Fräulein Mbabi nicht gegen ihre Kusinen gewinnen? Einmal stellt sie sich ins Abseits, verhindert das tod-sichere 1:0. Dann ist nichts mehr von ihr zu sehen. Und bei ihrer Auswechslung heißt es: Frankfurt, 22.33 Uhr, die Frisur sitzt... Kein blauer Fleck, kein Fingernagel abgebrochen, keine Laufmasche – krasser Unterschied zu Melanie Behringer (25, Außenband-Dehnung!) und (fast) allen UNSERER Girls!
War sie heimlich für die Nigerinnen? Das wäre kein einmaliger Ausrutscher, das könnte sie wieder tun! Denn WIR spielen nicht nur am Dienstag (20.45 Uhr, Mädchen-Sender ZDF, Termin schon vorgemerkt) gegen die schnuckligen Franzen-Häschen. Auch im Finale (Sonntag 14. Juli, 20.45 Uhr, Nöl-Sender ARD, Termin jetzt schon vormerken!) könnten WIR auf die schicke "Equip Mademoiselle" (Französisch für: "Mädels-Mannschaft"). Dann hätten WIR dasselbe Problem. Denn TRIKOTTAUSCH-Recherchen haben ergeben: Fräulein Mbabis Mutter ist aus Frankreich! Können WIR uns ein solches Risiko erlauben?
Fräulein Mbabi! Wir lieben es, wenn Sie für uns zaubern! Und denken Sie bitte dran, dass WIR Sie immer gut behandelt haben! Sie haben bei uns (Bonn) Abitur gemacht, dürfen sogar bei uns (Koblenz) studieren. (Zwar nur Kulturwissenschaft, aber die Mädchen bei Ihnen in Afrika können von so was nicht mal träumen!)
Aber: WIR können so eine Arbeitsverweigerung nicht durchgehen lassen. Fräulein Mbabi, Sie müssen sich entscheiden: Sind Sie für UNS oder gegen UNS? WIR oder die, Schwarz oder Weiß, Teil der Mannschaft oder Teil des Problems! Dazwischen gibt es nichts!
***
Nun zum anderen, total hoffnungslosen Problem. Und das heißt Oma Prinz (33). Was die Fachpresse vor dem Spiel gesagt hat, hat jetzt – leider, leider – die ganze Welt gesehen. Die Terror-Oma ist eine Gefahr für UNS alle: Weigert sich, unsere Zauber-Hymne mitzusingen, guckt nur verbiestert in die Luft. Dann stolpert sie verwirrt über den Platz (Brille weg? Alzheimer?), steht ständig im Weg herum, macht mit sinnlosem Plumps-Rückzieher unseren Angriff kaputt!
Als Trainerin Silvia Neid (47) sie endlich rausholt (52.), zickt sie nur rum. Sogar nach Abpfiff feiert sie nicht mir unseren Girls, macht nur die Mecker-Liese. Auch später zeigt sie keine Einsicht, nur Altersstarrsinn: "Ich weiß nicht, ob es das Thema des Abends ist, dass ich die Gründe meiner Auswechslung verstehe."
Nun, WIR haben nichts gegen Omas, einige unserer liebsten Omas waren Omas! Aber diese Omas haben nie eine Weltmeisterschaft gefährdet. Deshalb fragen jetzt alle: Hat Silvia Neid die Eier, das Oma-Prinz-Problem zu lösen?
Denn klar ist: Wenn nicht, wird das Prinz-Problem zum Neid-Problem. Klar ist außerdem: Oma Grings (53.) für Oma Prinz (33) ist auch keine Lösung. Und klar ist: Jogi Löw (51), Felix Magath (57), Jupp Heynckes (66)... sie alle haben Eier. Muss am Ende so ein Kerl ran?
Kriegen WIR dann wieder Sommer-Mädchen-Zauber-Wetter?
Lob, Zuspruch und so manches kritische Wort – Das Allerbeste aus 1.868 Leserzuschriften an TRIKOTTAUSCH. von Deniz Yücel
Das Problem ist nicht neu. Außerhalb des Netzes regeln wir es jeden Tag, wenn es um Wohnungen, Architekten und Käufer geht, recht klug. von Ulrich Kühne

In seiner Kolumne begleitete Deniz Yücel die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011. Die Kolumnen erschienen zwischen dem 26. Juni und dem 18. Juli auf taz.de.
Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
12.07.2011 04:37 | Max
Lieber Deniz, ...
04.07.2011 09:41 | SchweineImWeltall
hier werden tatsächlich kommentare zensiert. was seid ihr doch für ein feiges, selbstgerechtes pack! war doch nur spaß!!!!! ...
03.07.2011 16:06 | robin c. sherwood
Was ich vorhin in meiner Begeisterung über all die Kommentare tatsächlich zu erwähnen vergessen habe: die Sache mit feisbuk ...