Mehr als 60.000 interne Mails der rechtsextremen NPD lassen tief in die interne Kommunikation der Partei blicken. Eine Auswahl der Dokumente veröffentlicht die taz an dieser Stelle.

Die meisten Mails wurden zwischen März 2010 und Januar 2011 verschickt. Bild: benedikt deicke / photocase.com
BERLIN taz | Einige der über 60.000 Mails aus dem Innenleben der NPD veröffentlicht die taz an dieser Stelle zu dokumentarischen Zwecken. Die taz und Experten außerhalb der taz haben die Mails sowohl technisch als auch inhaltlich geprüft. Weder Plausibilitätsgesichtspunkte noch der Inhalt begründen Zweifel an deren Echtheit. Die NPD wollte auf unsere Anfrage zur Echtheit und zum Inhalt der Mails am Freitag keine Stellungnahme abgeben. Sie kündigte rechtliche Schritte gegen die taz an.
Der taz ist es in ihrem journalistischen und politischen Selbstverständnis ein Anliegen, diese Zeugnisse der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten. Gleichzeitig lehnen wir eine umfassende Veröffentlichung redaktionell unbearbeiteter Dokumente ab. Zu sensibel sind die Briefwechsel und Dokumente, die der taz vorliegen, zu viele Daten NPD-ferner Menschen sind darin enthalten. So enthalten die Mails umfassende Datensätze etwa von Journalisten oder Privatpersonen, die der Partei nicht nahestehen. In jedem Einzelfall ist der berechtigte Persönlichkeitsschutz selbstverständlich gegen das berechtigte Öffentlichkeitsinteresse an den Strukturen und Machenschaften der NPD abzuwägen.
Sechs Redakteure haben deshalb in den vergangenen Tagen die Datensätze gesichtet und qualitativ ausgewertet. Nach dieser Sichtung haben wir uns entschlossen, einen kleinen, redaktionell bearbeiteten Teil der Mails zu Dokumentationszwecken zu veröffentlichen. Diese E-Mails geben einen dokumentarischen Einblick in die interne Kommunikation der Partei, die wir unter anderem in unserer Berichterstattung aufgreifen: Sie zeigen, wie hinter den Kulissen unverhohlen rassistisch von "Negern", "Bimbos" und einer "Horde 'wiederwärtig' aussehender Ausländer" geredet wird.
Dabei ist uns eine sorgfältige redaktionelle Bearbeitung der Dokumente wichtig. Es versteht sich von selbst, dass wir in inhaltlicher Hinsicht keinerlei Veränderungen oder Verfälschungen vorgenommen haben. Im Hinblick auf den Inhalt der Mails haben wir jene Stellen unkenntlich gemacht, die in den privaten Bereich Einzelner fallen oder Rückschlüsse auf Personen zulassen, die nicht zweifelsfrei im Zusammenhang mit der NPD stehen. Wo es erforderlich war, wurden Stellen - unabhängig von ihrer Länge - durch "xxx" anonymisiert.
Die Auswahl der geleakten E-Mails finden Sie hier in der Übersicht.
In der Dokumentation der Mails tauchen jene Funktionäre mit Vollnamen auf, die unter offizieller Mailadresse der Partei oder rechtsextremer Verbände kommunizieren und damit Mandatsträger oder Parteifunktionäre sind. Auch die Namen der Personen, die in ihrer Funktion öffentlich in Erscheinung treten oder in ihrem rechten Engagement bekannt sind, haben wir nicht unkenntlich gemacht. Persönliche Daten von Adressaten oder Empfängern, die über private Wege kommunizieren oder in ihrer Funktion nicht eindeutig für die NPD in Erscheinung treten, haben wir dagegen unkenntlich gemacht
Autoren: Martin Kaul, Konrad Litschko, Lalon Sander, Wolf Schmidt, Andreas Speit, Paul Wrusch
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Die Auswahl der geleakten E-Mails finden Sie hier in der Übersicht.
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Leserkommentare
19.02.2011 22:45 | jonas k.
Vielen Dank an die taz für die Aufarbeitung und Veröffentlichung der Dokumente. Ich ziehe aus der Lektüre folgende Schlüsse ...
19.02.2011 13:18 | coolray
seltsam das hier bezweifelt wird das die ganzen Mails und alles was darüber veröffentlicht wird echt ist.. ...
17.02.2011 13:59 | HamburgerX
Die Presse stürzt sich auf die NPD. Aber die hat daran Mitschuld, denn sie hat sich nie von Extremisten distanziert, sonder ...