Anwalt Alex Stewart hat ein Video auf Youtube gestellt, in dem er sich Kippen aus Bibel- und Koranseiten dreht und fragt, was besser brennt. Das Resultat: Der Atheist ist seinen Job los.

Die Bibel bekommt auf einer Skala von 10 sieben Punkte. Bild: screenshot/youtube
SYDNEY afp/taz | Inmitten der Kontroverse über die in den USA angedrohte Koran-Verbrennung hat ein australischer Atheist ein Video mit dem Titel "Bibel oder Koran - was brennt besser?" ins Internet gestellt, in dem er sich aus den Seiten der Bücher Kippen dreht. Seit Montag ist er deswegen seinen Job los.
In dem zwölfminütigen Video reißt Alex Stewart, der Mitglied einer atheistischen Gruppe ist, Seiten aus den beiden Büchern, dreht sich daraus große Zigaretten, die aussehen wie Joints, und raucht sie. Anschließend stellt er fest, dass die Bibel besser brenne als der Koran.
“Es ist nur ein f***ing Buch. Was soll's. Was zählt, ist der Glaube", sagt der australische Anwalt in dem Video. "Ehrlich, wenn Du Dich wegen eines Buches so aufregst, dann nimmst Du das Leben viel zu ernst."
Stewart stellte das Video am Wochenende auf das Internetportal Youtube, während zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 weltweit Empörung darüber herrschte, dass ein radikaler US-Pastor mit einer Koran-Verbrennung gedroht hatten. Das Video ist inzwischen von Youtube wieder gelöscht worden. Auf anderen Webseiten und Newsportalen ist der Clip zumindest in Ausschnitten und kommentiert aber weiterhin abrufbar.
Die Aktion blieb nicht ohne Konsequenzen für Stewart. Er verlor seinen Job an der Jurafakultät einer Universität in Queensland. Der Vizekanzler der Hochschule, Peter Coaldrake, sagte, die Universität sei über den Vorfall "sehr unglücklich und enttäuscht". Ein Strafverfahren gemäß des Anti-Diskriminierungs-Gesetzes von Queensland, wird ihm wahrscheinlich nicht drohen, da “Blasphemie” als Strafbestand gestrichen worden ist.
In den australischen Medien wurde die Entlassung Stewarts zwar kritisiert, ein Kommentator auf der Website der National Times, der sich selbst als Atheist bezeichnet, rügte Stewart jedoch für seine Ignoranz gegenüber der Wirkung, die sein Video haben könne. Angesichts der schon aufgeheizten Stimmung, würde Stewarts Clip sicherlich über die Provinzgrenzen Queenslands hinaus bekannt werden und dafür sorgen, dass andere Menschen zur Zielscheibe islamistischer Extremisten werden könnten.
Der Präsident des Dachverbands australischer Muslime, Sheik Muhammad Wahid, äußerte sich ebenfalls zu Wort: Zwar hätte Stewarts Aktion die Muslime sehr geschmerzt, allein die Universität hätte nun aber über seine Zukunft zu entscheiden". Er forderte alle Gläubigen dazu auf, die Gesetze des Landes zu achten und keine unrechtmäßigen Aktionen zu unternehmen.
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Leserkommentare
17.09.2010 09:25 | SchallUndRauch
jawoll, ja: auf dass wir hochwohlgeborenen angehörigen der zivilisierten welt auch in zukunft noch kraftvoll unsere freie m ...
16.09.2010 16:41 | René
Ich finde die im Artikel zitierte Stellungnahme, auf solche Beiträge zu verzichten, weil Extremisten extremistisch darauf r ...
16.09.2010 13:28 | _Flin_
Uehmmm... wer an einer juristischen Fakultät arbeitet, und provokante Videos von sich beim Kiffen ins Netz stellt (in Queen ...