Seht, wie die Gestalt dort drübenvon Philipp Isenbart
wacker uns entgegenwankt!
Unser Klaus, der alte Zecher,
hat auch gestern gut getankt.
Erst verließ ihn seine Liebste,
der Vermieter ihn vertrieb.
Nur der Kater, der von gestern,
Klausi spürts: O weh, der blieb.
Leer die Taschen, leer der Magen,
große Löcher in den Schuhn.
Langeweile gibt es reichlich,
nur die Leber hat zu tun.
Klausi muss nicht lange grübeln,
der Gedanke kommt ihm fix:
Wies bisher für ihn gelaufen?
"Bislang, großer Gott, lief nix!"
"Du da oben", lamentiert er,
"warum zog ich stets nur Nieten?
Sei kein Frosch und zeig mir hurtig:
Was hast du mir noch zu bieten?"
Fordernd blickt er in den Himmel,
vorwurfsvoll hebt er die Lider.
Wenige Sekunden später
saust auch schon die Antwort nieder.
Diese will dem Klaus nicht schmecken:
Kot am Kinn stimmt wenig heiter.
Froh ist nur die Produzentin:
Munter fliegt die Taube weiter.
"Immerhin - jetzt ist es amtlich.
Jeder soll es endlich wissen",
sagt sich Klaus, dann resümiert er:
"Kurz - die Lage ist beschissen."
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Leserkommentare
10.09.2010 10:39 | Feinfinger
Die Welt, so klar am Morgen! ...
09.09.2010 10:11 | Feinfinger
Herrliches Gedicht! Herzlichen Dank an den Poeten!
09.09.2010 10:09 | Eugen Klewermann S.J.
Ein Zeichen, ein Zeichen! ...