Das Europaparlament hat eine neue Versuchstier-Richtlinie beschlossen. Die Grünen stimmten dagegen, der Deutsche Tierschutzbund zeigte sich enttäuscht.

Primat im Zoo von Philadelphia. Bild: fPat Murray – Lizenz: CC-BY
STRASSBURG afp | In der EU soll der Schutz von Versuchtstieren verbessert werden. Darauf zielt eine Richtlinie ab, die das Europaparlament am Mittwoch verabschiedete. Die Parlamentarier stimmten einem Kompromiss zu, der im Juli nach zweijährigen Verhandlungen mit den EU-Staaten vereinbart wurde. Diese haben nun zwei Jahre Zeit, um den Text in nationales Recht umzusetzen.
Der Neuregelung zufolge sollen Tierversuche zu wissenschaftlichen Zwecken in der EU nur noch erlaubt sein, wenn es keine alternativen Testmethoden gibt. Tödliche Tierversuche sollen nur genehmigt werden, wenn die Versuchstiere mit "geringst möglichen Schmerzen, Leiden und Ängsten" getötet werden - und wenn verwertbare Ergebnisse erzielt werden können.
Gegen den Kompromiss stimmten die Grünen, welche die Schutzklausel für unzureichend halten. Einige Vertreter der Konservativen kritisierten hingegen, die neuen Bestimmungen legten der Forschung zu enge Fesseln an.
Der deutsche Tierschutzverband äußerte sich enttäuscht. Die neue Richtlinie sei zwar besser als die derzeit geltenden EU-Vorschriften aus dem Jahr 1986, sagte ein Sprecher. Sie bleibe aber hinter den Erwartungen zurück. So dürften Primaten weiterhin "nahezu ungezügelt" für Tierexperimente verwendet werden.
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