Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) legt Zeitplan für die Sanierung vor - doch beim Koalitionspartner SPD gibt es Vorbehalte. Auch mit dem Bezirk liegt Wolf im Clinchvon STEFAN ALBERTI

Das Raumschiff ICC in Charlottenburg Bild: ap
Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) will das Internationale Congress Centrum (ICC) spätestens ab 2013 für zwei Jahre schließen und sanieren. Ein Konzept dazu soll demnächst dem Senat vorliegen. Vom Koalitionspartner kommt bereits Widerspruch. "Zwei Jahre Schließung sind viel zu lang", sagte der SPD-Abgeordnete Jörg Stroedter, "höchstens ein Jahr ist vertretbar". Strittig bleibt auch der Abriss der Deutschlandhalle. An ihrer Stelle soll eine Mehrzweckhalle das ICC während der Sanierung ersetzen. Laut Wolf ist ein Widerspruch des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gegen den Abriss ungültig. "Das ist Quatsch", sagte Stadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) der taz .
Die Zukunft des ICC ist seit Jahren umstritten. Nach langen Diskussionen hatte sich der rot-rote Senat im Mai 2008 für eine Sanierung und gegen einen Abriss des stadtbildprägenden Gebäudes entschieden. 2009 regte der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum an, aus Kostengründen nochmals über einen Abriss nachzudenken, stieß damit aber auf Widerspruch.
Die Sanierung sollte zuerst bei laufendem Betrieb stattfinden. Wegen der Asbestbelastung des Gebäudes wuchsen Zweifel, ob das machbar ist. Im Juni sprach sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dafür aus, dass ICC vorübergehend dicht zu machen. Eine solche Schließung über zwei Jahre ist laut Senator Wolf ohne gravierende Einbrüche bei den Kongress-Buchungen möglich.
Wirtschafts- und Stadtentwicklungspolitiker in Wowereits SPD-Fraktion halten hingegen am alten Modell fest. "Die Bauexperten sagen uns, dass man bei laufendem Betrieb sanieren kann, wenn man es wirklich will", sagte der Abgeordnete Daniel Bucholz der taz. Er befürchtet hinter dem geplanten Ersatzbau eine Strategie, das ICC dauerhaft zu ersetzen. Das will auch sein Kollege Stroedter verhindern, der in der SPD-Fraktion den Arbeitskreis Wirtschaft und Technologie leitet: "Wir brauchen nur eine Ersatzhalle für die Sanierung, kein neues Kongresszentrum."
Zurückhaltend äußerte sich die SPD-geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu Wolfs Vorstellungen. "Wir erwarten mit Spannung die Vorlage", sagte der Sprecher der Verwaltung, Mathias Gille.
Ob die geplante Ersatzhalle an der Stelle der denkmalgeschützten, aber wegen Baufälligkeit geschlossenen Deutschlandhalle entstehen kann, ist weiter fraglich. Der Senat hatte den Abriss der zuletzt als Eishockey-Spielfläche genutzten Halle ebenfalls schon 2008 beschlossen. Der Bezirk aber - geführt von einer SPD-Bürgermeisterin - verweigerte im Mai dieses Jahres dafür die Genehmigung.
Für Wolf ist diese Ablehnung unwirksam: Sie sei nicht im Einvernehmen mit der Landesdenkmalbehörde zustande gekommen, was nach seinen Worten notwendig gewesen wäre. Bezirksstadtrat Groehler verweist hingegen auf die Rechtsgrundlage, das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz. Dort kommt im Paragraphen 67, wo es Zuständigkeiten und Widersprüchen geht, die Denkmalbehörde tatsächlich nicht vor.
Nach Darstellung von Gröhler hat sein Parteifreund Peter Schwenkow, CDU-Abgeordnete und renommierter Event-Unternehmer, vergangene Woche an den Regierenden Bürgermeister geschrieben und angeboten, die Deutschlandhalle als Veranstaltungsort zu übernehmen. Damit entfällt für Gröhler das Argument des Senats, eine leere Halle koste nur Geld und müsse abgerissen werden: "Sie ist in viel besserem Zustand, als alle Dienstellen des Senats glauben machen wollen."
Plötzlich teilt auch der Senat die Forderung des Volksbegehrens, den S-Bahn-Vertrag zu veröffentlichen. Eine Fassung steht schon im Netz - allerdings teils geschwärzt. von Stefan Alberti

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
03.09.2010 14:58 | Gerhard
Nicht schließen – abreißen! Was für den Palast der Republik galt, sollte für alle Architekturverbrechen der 1970er-Jahre ge ...
02.09.2010 21:43 | yah bluez
wie kann ein so junges gebäude asbest verseucht sein?