Für ein Treffen mit den Vorsitzenden der Atomstromkonzerne hat die Kanzlerin Zeit. Atomgegner will Merkel auf ihrem AKW-Besuch am Donnerstag aber nicht treffen. Die planen eine Demo.von NADINE MICHEL

Verstrickt ins Strom-Netz: Bei ihrem Besuch des Kernkraftwerk Emsland (Foto) will Merkel nur Atomlobbyisten treffen. Bild: dpa
BERLIN taz | Bundeskanzlerin Merkel weigert sich nach Aussage der Organisationen Campact und Ausgestrahlt bei ihrem Besuch im Atomkraftwerk Emsland an diesem Donnerstag, mit Bürgern über die umstrittene Technologie zu diskutieren. Auch den Appell "Atomkraft abschalten", den über 160.000 Menschen unterzeichnet haben, will sie nicht entgegennehmen. Dies sei mit dem engen Zeitplan begründet worden, sagte Ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay der taz. Treffen wird Merkel bei dem Termin hingegen die Vorstandsvorsitzenden der Stromkonzerne RWE und Eon.
"Auf ihrer Energiereise klüngelt Merkel ausführlich mit den Chefs der Atomkonzerne, während sie der Diskussion mit besorgten Bürgern keine Priorität einräumt", kritisierte Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact. Das zeige, dass die Regierung "Klientelpolitik für die Stromkonzerne" betreibe.
Während Merkel mit den Konzernchefs spricht, wollen Atomkraftgegner darum vor den Toren des Kraftwerkes gegen die Atompolitik der Regierung demonstrieren. Eine große Merkel-Puppe wird mit den Chefs der Stromkonzerne in Skelettkostümen um längere AKW-Laufzeiten und die Brennelementesteuer kungeln. Dahinter wird eine große "radioaktive Wolke" aus tausenden schwarz-gelben Ballons aufsteigen.
Jochen Stay erwartet, dass die Verweigerungshaltung der Kanzlerin der Anti-Atom-Bewegung weiteren Auftrieb gibt. "Wer die gesellschaftliche Stimmung so eklatant ignoriert, muss mit Widerstand rechnen", sagte er. "Die nächsten Massenproteste gegen Atomkraft sind bereits in Vorbereitung." Am 18. September soll es eine Großdemonstration in Berlin geben; im November sind Blockaden des Castor-Transports ins Wendland geplant.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
26.08.2010 02:56 | vic
Ich verstehe nicht weshalb M. die Bosse im AKW trifft. Die gehen doch im Kanzleramt ohnehin ständig ein und aus. ...
25.08.2010 22:00 | Daniel
"Wer die gesellschaftliche Stimmung so eklatant ignoriert, muss mit Widerstand rechnen". Ich gehe noch weiter und sage: Wer ...
25.08.2010 20:05 | tystie
Ist es eine Merkel wert, ihr hinterher zu laufen?