Kommentar von ULRIKE HERRMANN
Wen kümmerts? Belgien scheint vor der Spaltung zu stehen - und keiner regt sich auf. Völlig gelassen nehmen Flamen und Wallonen zur Kenntnis, dass die flämischen Separatisten bei den Wahlen am Sonntag einen Erdrutschsieg verbuchen konnten. Es stört auch niemanden, dass mit einer neuen Regierung - wenn überhaupt - frühestens in einigen Monaten zu rechnen ist. Ähnlich ungerührt reagierten auch die Finanzmärkte. Die Kurse für belgische Staatsanleihen blieben am Montag fast unverändert, obwohl ein neuer Regierungschef bisher nicht in Sicht ist.
Die Gelassenheit der Finanzmärkte und der Belgier ist durchaus angebracht, denn das Land funktioniert auch ohne stabile Regierung. Die Einheit garantiert der König - und ansonsten ist der Föderalismus längst so weit gediehen, dass Wallonen und Flamen meist separat agieren können. Zudem haben die Belgier gezeigt, dass sie selbst schwerste Finanzkrisen bewältigen, obwohl sie seit Jahren weitgehend führungslos sind: Punktuell bilden sich im nationalen Parlament dann pragmatische Allianzen, um die nötigen Gesetze durchzuwinken.

Ulrike Herrmann ist finanzpolitische Redakteurin der taz. Foto: taz
Die jetzige Wahl stellt dennoch eine Zäsur dar, weil die Fronten nun ganz eindeutig sind. Die Flamen entschieden sich mehrheitlich für konservative Separatisten, während die Wallonen vor allem die Sozialisten wählten, die ein einheitliches Belgien wollen.
Diese sehr klaren Fronten könnten sogar eine Hilfe sein, um nach Jahren der Staatskrise doch noch zu einem Kompromiss zu finden. Von ihren Wählern wird beiden Parteien zugetraut, die Interessen ihrer Klientel maximal zu wahren - weswegen Zugeständnisse auch nicht als Schwäche ausgelegt würden, sondern als die Grenze des Verhandelbaren. Der Wahlausgang sieht wie eine Spaltung aus. Aber vielleicht ist Belgien auf dem Weg zu einem neuen Konsens.
Der Refrain, die Griechen seien Schuld, erlaubt es, Griechenland neue Zugeständnisse abzuverlangen. Auch wird die Schuldfrage geklärt, falls das Land pleite geht. von Eric Bonse
Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
15.06.2010 21:58 | Waage
@Freidenker ...
15.06.2010 20:29 | Nadine
@HAns ...
15.06.2010 12:59 | Hans
@Nadine Maier/Brüssel ...