Thilo Sarrazin sieht die Intelligenz der Deutschen durch Zuwanderer gefährdet. Erst im März wäre der Bundesbank-Vorstand wegen ähnlicher Äußerungen fast aus der SPD ausgeschlossen worden.

Gernegroß: Thilo Sarrazin auf einem Plakat seiner Kritiker vor dem Gebäude der Bundesbank im Oktober 2009. Bild: reuters
DARMSTADT/BERLIN dpa | Ein paar Monate war es ruhig um Thilo Sarrazin, nun sorgt der frühere Berliner Finanzsenator wieder für Zündstoff: Der 65-Jährige sieht Deutschland wegen der angeblich geringeren Bildung der Zuwanderer in Gefahr, wie er am Donnerstag bei einer Diskussion in Darmstadt ausführte. Erst vor drei Monaten hatte ihm Bundesbank-Chef Axel Weber wegen ähnlich abfälliger Bemerkungen seine Hauptzuständigkeiten in seinem Amt entzogen.
"Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer", sagte Sarrazin auf einer Unternehmer-Veranstaltung. Zuwanderer "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika" wiesen weniger Bildung auf als Migranten aus anderen Ländern, dozierte der Bundesbank-Vorstand aus Berlin und bemühte dazu umfangreiche Zahlen.
Einwanderer bekämen auch mehr Kinder als Deutsche. Es gebe daher "eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz", sagte Sarrazin. Intelligenz werde von Eltern an Kinder weitergegeben, der Erbanteil liege bei fast 80 Prozent. Einige der Zuhörer reagierten mit Schmunzeln, erkennbare Unmutsäußerungen gab es nicht. Geladen hatten die Arbeitskreise Schule-Wirtschaft der Unternehmerverbände Südhessen.
Im März hatte Sarrazin in der SPD ein Ausschlussverfahren überstanden, nachdem er sich im September 2009 in einem Interview mit der Kulturzeitschrift Lettre International an Arabern und Türken abgearbeitet hatte. Vielen von ihnen unterstellte er, leistungs- und integrationsunwillig zu sein. Er müsse niemanden anerkennen, der vom Staat lebe und diesen Staat ablehne und ständig "neue kleine Kopftuchmädchen produziert". Das gilt für 70 Prozent der türkischen und für 90 Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin.
Eine Landesschiedskommission urteilte, Sarrazin habe sich zwar "radikal und bis zum Tabubruch" geäußert, allerdings nicht rassistisch, weil er auch Deutsche kritisiert habe. "Die SPD muss solche provokanten Äußerungen aushalten", hieß es. Die Kommission stellte aber auch klar: Sarrazin müsse sich bewusst sein, "dass er durch diese Entscheidung keinen Freifahrtschein für alle künftigen Provokationen" erhalte. Dies freilich scheint ihn nicht sonderlich zu kümmern.
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Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
05.09.2010 18:04 | Frank Bauer
Warum tut sich Deutschland so schwer damit, für sich die gleiche Soveränität wie in Frankreich (Kopftuchverbot) oder die Sc ...
14.06.2010 12:26 | Is ja jut mensch...
Sarrazin Name lässt einen Stammbaum vermuten, der an der Hochwertigkeit des weitergegebenen Erbmaterials zweifeln lässt... ...
14.06.2010 09:50 | Walter Rauch
Ich meine: