Gleich nachdem Israel "unserer Lena" beim Eurovision Song Contest in Oslo Null Punkte gab, ging im Netz die Hetze gegen "die Juden" los.von MAIK NOLTE

Einer der eher harmlosen Tweets nach dem Eurovision Song Contest Bild: screenshot twitter.com
BERLIN taz | Als israelische Soldaten am Montag den Hilfskonvoi für Gaza attackierten, lösten sie scharfe internationale Kritik und Debatten aus. Und lenkten ganz nebenbei von einem anderen Ereignis ab, dass die antisemitischen Reflexe der Deutschen auf geradezu groteske Weise vorführt.
Gleich nach dem Auftritt von Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest zeigte sich, wie knapp unter der Oberfläche eines künstlerischen Wettbewerbs der Judenhass liegt.
Samstagabend in Oslo: Nach und nach verkünden die Länder ihre Wertungen. Israel gibt Lena - ach was, gibt Deutschland! - keinen einzigen Punkt. Ein Skandal, der natürlich sofort getwittert werden muss.
Sofort geht es gegen "die Juden" - auf 140 Zeichen: "Und wir bauen den Juden ein Denkmal in Berlin" zählt noch zu den harmloseren Kurznachrichten, die der Journalist und Blogger Jörg Marx als Screenshot auf Marxblog.de veröffentlichte. "Deutschland im Siegestaumel", betitelte er seine Sammlung dort sarkastisch, was ihm seinerseits einen Antisemitismusvorwurf einbrachte.
Zwar sind besonnene Leserkommentare zu diesem Blogeintrag in der Mehrheit. Einige Bemerkungen seien aber derartig rassistisch und beleidigend gewesen, dass er sie lieber gelöscht habe, sagt Marx.
Dass die Israelis nicht nur der deutschen Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut, sondern auch 13 weiteren Künstlern, die beim Grand Prix auftraten, keine Punkte gaben, wird in der Diskussion vorsichtshalber verschiegen. Dass es für den israelischen Sänger Harel Skaat mit seinem Song "Milim" ebenfalls keine Punkte aus Deutschland gab, wird ebenfalls nicht erwähnt.
"Was wollen die überhaupt bei einem europäischen Wettbewerb?", fragten dagegen mehrere Kommentatoren in Unkenntnis der Eurovisionsstruktur - und haben auch gleich die Erklärung parat: "Juden-Extrawurst".
Natürlich fehlen in der Diskussion weder der Vergleich Holocaust/israelische Besatzungspolitik noch der übliche Hinweis auf die Meinungsfreiheit.
Übrigens: Nicole bekam bei ihrem Grand-Prix-Sieg 1982 mit "Ein bisschen Frieden" auch aus Israel Punkte - und zwar die vollen zwölf. Offenbar hatten uns "die Juden" den Holocaust doch schon mal verziehen.
Facebook hat eine Statistik mit Liedern für Verliebte veröffentlicht. Die Liste ist so aussagekräftig wie die meisten Daten aus dem sozialen Netzwerk. von Daniél Kretschmar

Egal ob in Ost-, West-, Südeuropa oder in Kaschmir – überall ist es kalt. Verdammt kalt. Für viele Menschen ist das dramatisch und sogar lebensgefährlich. Aber die Kälte bringt auch Schönes und Erfreuliches.

77.000 Deutsche reisen jährlich auf die Malediven. Gerade herrschen Turbulenzen im Inselparadies: Soldaten schlagen Polizisten und die schlagen den Präsidenten. Am Ende geht nicht die Insel, sondern der Präsident unter.

Ob Ei, Mehl, Schuh oder Torte, schon so mancher Politiker wurde in der Vergangenheit Opfer einer Zuschauerattacke. Wer hat was abbekommen?

Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
05.06.2010 09:16 | Jewish Internet Defense Force
Man müsste die ganzen Personen ausfindig machen und vor Gericht stellen. Nie wieder Judenhass! Dem Faschismus entschieden e ...
05.06.2010 02:22 | Wolfgang
Die Geister, die ich rief... ...
04.06.2010 12:07 | MontiBurns
@Joe ...