Zehntausende Facebook-Nutzer hatten am Montag angekündigt, ihr Facebook-Profil zu löschen. Bei 400 Millionen Nutzern ist das nicht erwähnenswert. Oder doch?von JANINE SCHNEIDER

Und Tschüss. Mit Facebook haben etliche User abgeschlossen. Bild: .marqs/photocase
BERLIN taz | Über 33.000 Nutzer sind am Montag dem Aufruf der Kanadier Matthew Milan und Joseph Dee auf deren Website quitfacebookday.com gefolgt und gaben an, ihren Facebook-Account löschen zu wollen. Am Dienstag waren es bereits 34.000 Einträge. Bei 400 Millionen Facebook-Nutzern weltweit sind das nicht einmal 0,01 Prozent. Was sich nach einem großen Erfolg anhört, ist demnach nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch die Aktion ist vor allem eins: Ein symbolisches Zeichen.
Denn Facebook ist in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geraten. Weitergabe von persönlichen Nutzerdaten, unübersichtliche Privatsphäre-Einstellungen, öffentlich sichtbare E-Mail-Adressen der Nutzer – die Liste der Vorwürfe ist lang, und die Nutzer sind sauer. Selbst Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner kritisierte öffentlich das weltweit größte soziale Netzwerk.
Wer nach dem offiziellen Aufruf seinen Account deaktivieren will, dem macht es Facebook nicht leicht. Wer Hilfe braucht, sich in den Einstellungen bei Facebook zurechtzufinden, findet auf ausgestiegen.com eine Anleitung und den Link zum Löschen des Accounts.
Nach den entscheidenden Klicks gibt Facebook den Usern noch eine Bedenkzeit von zwei Wochen, in denen das Profil wiederhergestellt werden kann, mit allen vorherigen Daten. Hat das Löschen aber geklappt, bleibt vielleicht wieder mehr Zeit für das wahre Leben – Freunde treffen statt anschreiben, reden statt chatten, aus der Cyberwelt in die Wirkliche.
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Leserkommentare
02.06.2010 14:23 | Gabi
Ich habe meinen Account auch gerade gelöscht!
01.06.2010 16:20 | ebere
und ich bin dem verein gerade erst beigetreten... na toll =D aber guter artikel frau schneider!