Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner rechnet bis Ende des Jahres mit 50.000 Klagen gegen den Google-Dienst "Street View". Und kritisiert die Aufklärungsarbeit nach der WLAN-Panne.

In der Kritik: Googles Street-View-Projekt. Bild: dpa
MÜNCHEN apn | Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner rechnet mit einer Flut von Klagen gegen Google wegen dessen umstrittenen "Street View"-Dienstes. "Wenn die Welle an Widersprüchen anhält, vermuten wir, dass es bis Jahresende mehr als 50.000 werden könnten", sagte die CSU-Politikerin laut einem Vorabbericht des Magazins Focus. Nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Mieter könnten klagen.
Aigner kritisierte dem Bericht zufolge die schleppende Aufklärungsarbeit von Google bei dessen Datenpanne. "Dass bei der Auslieferung der Festplatte an die zuständigen Behörden offenbar auf Zeit gespielt wird, ist nicht akzeptabel und gibt Spekulationen Raum, was tatsächlich auf der Festplatte gespeichert ist", sagte Aigner. Es sei zu befürchten, dass die Daten "längst irgendwo in den USA" lägen.
Google etwa hatte Mitte Mai zugegeben, seit 2007 private Daten aus offenen Funknetzen (WLAN) miterfasst und gespeichert zu haben. Das Unternehmen sammelte diese bei Kamerafahrten für den in Deutschland umstrittenen Dienst "Street View", für den es in zahlreichen Ländern ganze Straßenzüge fotografiert. Bei Bekanntwerden der Panne hatte Google die Fahrten in Deutschland eingestellt.
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Leserkommentare
31.05.2010 11:55 | wegweiser
Zudem sind die Streetview Aufnahmen rechtlich gesehen in drockene Tüchern den hier gilt die allgemeine Panoramafreiheit die ...
30.05.2010 18:30 | Peter Debik, time-o-rama.com
1. Frau Ministerin Aigner verwendet das Wort "Klage" und suggeriert damit Lesern, sie hätten ein Klagerecht gegen Google. A ...