Bushido, Sido und Tic Tac Toe: Deutscher Rap und Hip Hop ist hart – und hat seine Wurzeln bei Thomas Gottschalk, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte.von JÜRN KRUSE

„Ich sag Bamschubidua, suck it to me, babe I need you by my side!“ Bild: screenshot youtube
1980 setzten sich die drei Radio- und Fernsehmoderatoren Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer zusammen und schufen ein Werk für die Ewigkeit. Mit unverschämt griffigen Reimen coverten sie den ersten weltweit kommerziell erfolgreichen Hip-Hop-Song „Rapper's Delight“ von der Sugar Hill Gang.
Innovativ war dabei nicht nur die Titeladaption „Rapper's Deutsch“, sondern auch der Bandname: GLS United. Die Nachnamen der drei Rap-Peioniere standen dafür Pate. Laufenberg, der 1970 die Radiosendung „Pop Shop“ des Südwestfunks mitbegründet hatte, rappte sich schmissig durch die 60er-Jahre: „Es gab a hipp, a hipp, a hippie hippie shake, das waren die Swinging Blue Jeans und ha ha don't ha ha, Casey Jones sang pretty things“. Ein lässig-polyglotter Wechsel vom Englischen ins Deutsche und zurück: ein Markenzeichen von GLS United, genauso wie die unreinen Reime – zumindest für diesen ersten und letzten Song. Dazu das Ins-Mikrofon-Mümmeln: Laufenberg übersprang bereits mit seiner Einführungsstrophe eine beachtliche Hip-Hop-Höhe, die aber Sexauer (von Laufenberg im Lied liebevoll „Manfred Sexy“ genannt) mit Leichtigkeit zu nehmen wusste.
Der ehemalige „Beat Club“- und „Musikladen“-Moderator setzt zur Landung in den 50ern an und disste Frank Laufenberg: „Bill Haley rock around the clock und Elvis all shook up – der Frank hat damals die Platten die Platten geklaut, weil's nicht genug Taschengeld gab.“ Dieser Diss, so bieder wie das besprochene Jahrzehnt, gebar ein Stilmittel, das aus dem deutschen Hip Hop nicht mehr wegzudenken ist. Und auf Laufenbergs lässig bis nachlässig dahin gemümmelte Replik: „Oh, immer die alten Klamotten, ey“ - schaut Deutschlands Rap-Gemeinde bis heute voller Ehrfurcht.
Zuletzt tritt der Gottschalk an, um den Jungspund zu mimen: die 70er. „Ne gute Disco, Mann, so dann und wann, da bin ich immer dabei. Schau die Girls mir an, auf der Rollerbahn, das gibt mir nen bombigen Drive.“ Afrob und Ferris MC bezeichneten sich selbst als Reimemonster, der Titel muss weiter-, beziehungsweise zurück gereicht, werden. Vor allem, weil Gottschalk auch durch gekonntes, ungeniertes Ablesen vom Blatt überzeugt.
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Selbst modisch setzten die Hip-Hop-Pioniere Maßstäbe: Die „GLS“-Rundkragenpullover kopierte später dreist die TKKG-Bande; auch wenn Tim (aka Tarzan(, Karl, Klößchen und Gaby die Buchstaben solidarisch teilten.
Der Song „Rapper's Deutsch“ schaffte es 1980 immerhin auf Platz 49 der deutschen Charts. Gottschalks Kommentar: „Ich sag Bamschubidua, suck it to me, babe I need you by my side.“ Glückwunsch, Herr Gottschalk!
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Leserkommentare
25.09.2010 00:14 | Christian
Guter Song, ...
25.05.2010 10:59 | ranzman
der (deutsche) Rap wurde von Bruce Low erfunden.
24.05.2010 20:07 | frau meier
@david: dit nenntm man ironie.