In der Generation iPad und Xbox verkomme Information zur puren Unterhaltung, sagte US-Präsident Barack Obama in einer Rede vor Studenten. Jetzt hagelt es Kritik.von FRANZISKA SEYBOLDT

Hat gegen ein Blackberry offensichtlich nichts einzuwenden: Barack Obama. Bild: ap
BERLIN taz | Keine Frage, der Mann kann reden. Barack Obama ist ein Rhetoriktalent, spickt seine Reden gewandt mit Wortwitz und Charme. So auch vergangenen Sonntag: Da sprach der US-Präsident während der Abschlussfeier an der Hampton University in Virginia über Bildungspolitik – und warnte vor der Oberflächlichkeit, die durch den Gebrauch von iPad, iPod und Co. erzeugt werde.
"Sie wachsen in einer Rund-um-die-Uhr-Mediengesellschaft auf, die uns mit allen möglichen Arten von Inhalten bombardiert und uns allen möglichen Arten von Argumenten aussetzt, von denen nicht alle besonders wahrhaftig sind", so Obama zu den Studenten.
Mit iPods, iPads, Xboxen und Playstations verkomme Information zu Ablenkung und Zerstreuung, einer Form von Unterhaltung, anstatt zu Verantwortung und Emanzipation zu führen, sagte der US-Präsident weiter. Und fügte hinzu: "Das alles belastet nicht nur Sie, sondern auch unser Land und unsere Demokratie."
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So rund seine Rede formuliert war, so gekonnt er sie präsentierte: Das kam nicht gut an. Denn niemand hat vergessen, dass Obama selbst während des Wahlkampfs kräftig im Netz die Werbetrommel rührte, ständig über Twitter, Facebook und Co. verfügbar war und den "neuen Medien" bislang nicht abgeneigt schien.
Sogar in Computerspielen kam man nicht um die "Yes we can!"-Plakate herum. Außerdem erklärte Obama einst, er trenne sich nie von seinem Blackberry und höre Bob Dylan und Jay-Z auf seinem iPod.
Dass die PR-Arbeit des Präsidenten von seinen Beratern gemacht wird, ist zwar kein Geheimnis – trotzdem schmälert die Bildung-statt-Zerstreuungs-Rede seine Authentizität. Das finden offensichtlich auch die User. Die Kritik reicht von scherzhaft ("Obama...you can fuck around with America, but you don't fuck around with a man's XBOX!!!!!") bis ernst ("Hmmmm, I think there are bigger issues to deal with than talking about IPADS, XBox, etc. How about Oil Spill, Illegal Immigration?").
Bei Twitter ärgern sich bereits einige, wahrscheinlich Apple-Fans: "Moment mal, hat Obama etwa das iPad beleidigt?". Wer weiß, wahrscheinlich muss sich Obama bald bei Steve Jobs persönlich entschuldigen. Aber reden kann er ja.
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Einfach nur gebrauchte Computer verkaufen ist ja wohl langweilig. In diesem Laden in Österreich gibt es außerdem Palatschinken, einen schnelldrehenden Flohmarkt und seeeeehr viele Hinweisschilder. Irre!

Leserkommentare
24.01.2011 10:00 | Helga
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15.06.2010 15:41 | Das Selbst
Woraufs eigentlich an kommt ist doch die Aussage, dass das meiste in den Medien nicht sehr wahrhaftig sei. Wenn das mal ein ...
25.05.2010 06:51 | Karin Haertel
Wissen laesst sich bestens mit guter Unterhaltung - sei es ein Computerspiel oder ein Fernsehfilm -vermitteln und das Gele ...