Mit aufpoliertem Design und einer ständig eingeblendeten Zusatzleiste will der Suchmaschinenriese im Wettbewerb vorn bleiben - auch wenn das die Nutzer anfangs verwirrt.von Ben Schwan

"Universelle Suche" nennt der Konzern das Konzept: Den Nutzern sollen möglichst viele Google-Dienste gleich auf den ersten Blick präsentiert werden. Bild: screenshot http://3.bp.blogspot.com
Wer seit Mittwochnachmittag bei Google Deutschland unterwegs ist, wird von einer neuen Optik begrüßt: Statt die gewohnten Suchergebnisse direkt linksbündig unter dem Eingabefeld zu präsentieren, hat der Internet-Riese eine neue schmale Spalte eingefügt, die weitere Einstellungen erlaubt. "Universelle Suche" nennt der Konzern das Konzept: Den Nutzern sollen möglichst viele Google-Dienste gleich auf den ersten Blick präsentiert werden. In Verbindung mit einem leicht aufgehübschten Design der Seite und des Google-Logos sei das "eine optimierte Benutzeroberfläche", die es ermögliche, "noch leichter zu genau den Ergebnissen zu gelangen, die sie suchen", so Googles Pressemitteilung.
Eine gewisse Nutzerverwirrung, die die Umstellung verursachen dürfte, scheint Google dabei einkalkuliert zu haben - so erklären sich die neuen Elemente wie "Wunderrad" (eine optische Navigationshilfe) oder "Websites mit Bildern" (hier werden Bilder der Seiten eingeblendet) keineswegs von selbst. Zunächst befindet sich ganz oben ein Schalter, der die Suche auf bestimmte Mediengattungen beschränken kann. Steht dieser auf "Alles", wird die gewohnte - wenn auch etwas schmalere - Google-Ergebnisliste präsentiert. Eine weitere Möglichkeit ist "News" für die Nachrichtensuche. Je nach Suchbegriff werden daneben zusätzliche Möglichkeiten eingeblendet, etwa "Bilder", "Blogs" oder "Maps".
Ein Klick auf "Mehr" erlaubt den direkten Zugriff auf diese Dienste, die mittlerweile auch "Videos", "Shopping", "Bücher", "Social" (Twitter, Facebook und Co.) sowie "Diskussionen" (Foren) umfassen. Darunter lässt sich eine eventuelle Landeseinstellung verändern ("Seiten auf Deutsch", "Seiten aus Deutschland" oder eben "Das Web"). Einstellbar ist außerdem der zeitliche Rahmen des Suchergebnisses ("letzte 24 Stunden" bis zu "letztes Jahr" oder "Zeitraum festlegen"), sowie die Ansicht, wobei sich auch verwandte Suchbegriffe einblenden lassen. Schließlich gibt's noch eine Formateinstellung, die beispielsweise eine direkte Übersetzung der Suchergebnisse in die eigene Sprache erlaubt.
Die verfügbaren neuen Funktionen sind eigentlich nicht neu: Wer beispielsweise eine bessere zeitliche Sortierung haben wollte, konnte bislang schon mit einem Klick auf "Mehr Optionen" unter der Eingabemaske diese verändern. Allerdings scheint dieses Feature von vielen Nutzern nicht gefunden worden zu sein, weswegen sich Google nun entschloss, selbige Einstellungsspalte einfach dauerhaft einzublenden - sie lässt sich nun auch nicht mehr wegklicken.
Bei allen Google-Ausgaben scheint der neue Look noch nicht angekommen zu sein: Wenn man von Deutschland aus die englische Google.com-Version aufruft, sieht man noch den alten Look, was sich aber sicher bald ändern dürfte - die Veränderung wird in allen wichtigen Sprachen eingeführt. Mit der neuen linken Einstellungsspalte beugt sich Google einem Trend, den man auch von anderen bereits Suchmaschinen kennt. So dröselt Microsofts Konkurrenzprodukt Bing schon von Anfang an Ergebnisse nach Art (vom Produkt bis zum Ort) auf und erlaubt mit einem Klick eine Veränderung der Darstellung.
Leidlich aggressiv zeigt sich Google auch bei anderen Suchmaschinenneuerungen, insbesondere der so genannten Personalisierung. So wurde vor kurzem eine so genannte "Anpassungen auf der Grundlage der Suchaktivitäten" gestartet. Dabei speichert der Suchkonzern mit, was ein Nutzer in seinem Browser schon alles gesucht und dann angeklickt hat, ohne dass dieser ein Google-Konto haben muss. Anschließend werden auf dieser Grundlage dann die Ergebnisse angepasst und oft geklickte Themenbereich dann beispielsweise nach oben geholt. Früher funktionierte das nur, wenn man auch einen Google-Account hatte und das so genannte Webprotokoll nutzte, das Suchanfragen zum späteren Nachschlagen speichert. Wem die Anpassung der Suchergebnisse durch seine Suchaktivität unheimlich ist, kann sie immerhin deaktivieren - da die Funktion jedoch standardmäßig aktiv ist, dürften das die wenigsten tun.
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Leserkommentare
15.05.2010 23:54 | uniquolol
Was mich wirklich ärgert(!!!) ...
09.05.2010 02:47 | hausser
wems nicht gefällt, ...
08.05.2010 17:37 | xxx
Ganz ehrlich, wieso ist das jetzt überhaupt einen Artikel wert? Schreibt doch lieber einen Artikel über ecosia.org! ...