Kita-Streiks gehen in die dritte Woche

Die Geduld der Eltern schwindet

Viele Kitas bleiben weiter zu. In Hamburg wollen Eltern gegen die Streiks demonstrieren. Zuvor aber gehen nochmals die Kitabeschäftigten auf die Straße.

Eine Schlichtung des Streiks ist nicht in Sicht. Foto: Christoph Stache/ap

DÜSSELDORF/HAMBURG dpa | Die dritte Woche in Folge bleiben bundesweit zahlreiche Kindertagesstätten wegen des Streiks der Erzieherinnen und Sozialarbeiter geschlossen. Allein in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich am Montag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi etwa 11 000 Beschäftigte kommunaler Einrichtungen an dem Ausstand, rund 1000 mehr als in den Wochen zuvor.

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen setzten die Erzieherinnen ihren unbefristeten Arbeitskampf fort. In Brandenburg werden rund 2000 Beschäftigte voraussichtlich die ganze Woche über streiken.

Zu dem Streik haben neben Verdi auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Beamtenbund dbb aufgerufen. Eine Schlichtung ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter, die laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würde. Nach Darstellung des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA ist das nicht bezahlbar.

Eltern wollen in Hamburg demonstrieren

In Hamburg sind Eltern wegen der Streiks mit der Geduld am Ende: Auf einer Kundgebung wollen sie am Nachmittag für ein Ende des Kitastreiks demonstrieren.

Die Berichte von Eltern zeigten, dass die Streiks viele Familien über Gebühr belasten. Kommunen und Gewerkschaften müssten nun alles daran setzen, sich zu einigen, damit nicht länger Dritte getroffen werden. Seit dem 8. Mai streiken die Erzieherinnen an öffentlichen Kitas für mehr Lohn und Anerkennung. Betroffen sind rund 25 .000 Kinder und ihre Eltern.

Vor den Eltern gehen allerdings noch einmal die Kitabeschäftigten auf die Straße: Die Gewerkschaft Verdi hat für den Vormittag zu einer Kundgebung in Hamburg aufgerufen, an der neben Postbediensteten auch Beschäftigten von Kitas und Sozialeinrichtungen teilnehmen sollten.

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